Bildung statt Beschneidung!

Vortrag & Diskussion
Bildung statt Beschneidung!
Fadumo Korn (Aktivistin & Autorin) und Dr. Eiman Tahir (Gynäkologin)
setzen sich mit dem Verein NALA e.V. gegen weibliche Genitalbeschneidung
in afrikanischen Ländern, aber auch in Deutschland und weltweit ein.
Nach einem Vortrag über Hintergründe und Zusammenhänge, sowie eine
medizinische Betrachtung von Beschneidung ist noch genug Zeit für eine
breite Diskussion.

NALA bedeutet in der Sprache der Kisuaheli die Löwin. Es steht aber auch
für nachhaltig, aktiv, lebensnah und aufklärend.
NALA setzt sich insbesondere gegen weibliche Genitalbeschneidung, Female
Genital Mutilation (FGM) bzw. Genitalverstümmelung.
NALA steht unter dem Motto „Bildung statt Beschneidung“, dass heißt NALA
klärt auf und hilft mittels konkreter Projekte.
NALA wurde im April 2012 in Frankfurt am Main von der Autorin und
Dolmetscherin Fadumo Korn und einer Gruppe engagierter Frauen gegründet.

Frau Fadumo Korn
Frau Fadumo Korn, Münchnerin aus Somalia, ist Dolmetscherin, Aktivistin
gegen weibliche Genitalbeschneidung und Autorin zweier Autobiographien
„Geboren im großen Regen“ und „Schwester Löwenherz“. Für ihr
langjähriges Engagement gegen weibliche Genitalbeschneidung erhielt sie
2007 den Förderpreis "Münchner Lichtblicke", der alljährlich vom
Ausländerbeirat der Landeshauptstadt München vergeben wird. Im April
2011 bekam sie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2012 gründete sie den Verein NALA
e.V., der unter dem Motto „Bildung statt Beschneidung“ aufklärt und sich
mit konkreten Projekten in Deutschland, aber auch in afrikanischen
Ländern gegen weibliche Genitalbeschneidung einsetzt.

Frau Dr. Eiman Tahir
Dr. med. Eiman Tahir ist Fachärztin für Frauenheilkunde und
Geburtshilfe. Geboren in Khartoum, der Hauptstadt vom Nordsudan wurde
ihr bereits mit sechs Jahren klar, dass sie Frauenärztin werden möchte,
als sie ihrer Großmutter, die Hebamme war, bei einer spontanen
Hausgeburt assistiert hatte. Nach dem Abitur studierte sie in Berlin
Medizin und erlangte im Jahr 2002 den akademischen Grad "Doktor der
Medizin" mit ihrer Arbeit über "Female Genital Mutilation im Sudan".
Nach mehreren Jahren Arbeit im Sudan, kehrte sie zurück nach Bayern und
arbeitet seit 2011 als Frauenärztin, Geburtshelferin und Homöopathin in
ihrer eigenen Praxis in München.

Über weibliche Genitalbeschneidung:

Geschätzt gibt es 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen und
jährlich erleiden etwa drei Millionen Mädchen, meist unter 15 Jahren,
eine Genitalverstümmelung. In Deutschland gibt es nach Schätzungen
20.000 Betroffene Frauen. Bei allen Formen der Mädchenbeschneidung
werden partiell oder vollständig die weiblichen Geschlechtsorgane unter
meist unhygienischen und damit lebensbedrohlichen Bedingungen entfernt.
Der Eingriff, der nicht rückgängig gemacht werden kann, führt häufig zu
starken Schmerzen, Blutungen, Wundinfektionen, Verletzungen von
Harnröhre, Scheide, Damm, Mastdarm, Traumata, Angstzuständen. Unter den
Spätfolgen finden sich häufig Schwierigkeiten beim Urinieren,
Harnwegsinfektionen, Inkontinenz, Unterleibsentzündungen,
Unfruchtbarkeit, Zysten, Abszesse, Fisteln und
Menstruationsschwierigkeiten. Außerdem kommt es noch zu einer ganzen
Reihe von psychischen und sozialen Folgen. Verletzt werden zum Beispiel
das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und
reproduktive Gesundheit, aber auch meist das Recht auf Bildung und
Selbstbestimmung der Frauen. Durch den Eingriff sterben 5 - 10 %.
Weitere 20 % sterben an Spätfolgen.
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