BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) hofft auf Verbesserungen der städtischen Novelle Baumschutzverordnung

Foto: Claudia Klemencic

Stellungnahme und Anregungen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN)
zur Novelle der Augsburger Baumschutzverordnung der Stadt Augsburg

Die angestrebten Verbesserungen der Stadt Augsburg sind ein Anfang, meinen die Ehrenamtlichen des BN.
Johannes Enzler, 1. Vorsitzender des BN sagt: „Insbesondere regen wir an, dass bei den Verboten der Tatbestand des Befahrens von Baumscheiben mit einem expliziten Bußgeld belegt wird. Auch wenn dieser Tatbestand unter der Schädigung von Bäumen und Gehölzen mitenthalten ist, könnte so mehr Klarheit und auch mehr Sicherheit für unsere Alleen erreicht werden.“ Die Ehrenamtlichen des BN bedauern, dass Bäume, die aufgrund ihrer Größe noch nicht der Baumschutzverordnung unterliegen, und nicht durch Baumstandort, wie sie in neueren Bebauungsplänen festgesetzt werden, geschützt sind. So können sie von einigen Immobilienbesitzern bzw. Wohngesellschaften vor Erreichen der relevanten Größe beseitigt werden.

Hiergegen wurde in der Neufassung der städtischen Verordnung noch keine Lösung gefunden, auch nicht gegen die unverhältnismäßige Versiegelung und Verschotterung von Grünflächen. Christine Kamm, 1. Vorsitzende der BN Ortsgruppe weiß: „Das kann durch eine eigene Satzung geregelt werden.“

Und weiter: „Kritisch sehen wir die Ausnahmeregelungen für öffentliche Grünflächen, wie öffentliche Parkanlagen, öffentliche Sport-, Spiel- und Badeplätze, städtische Friedhöfe, Gemeinschaftsflächen einschließlich Rahmengrün in Kleingartenanlagen, auf öffentlichen Verkehrsflächen, auf Gemeindebedarfsflächen, die für Zwecke der Stadtgemeinde Augsburg genutzt werden. Hier gelten die Schutz- und Erhaltungsziele dieser Verordnung nur sinngemäß, eine Genehmigung nach § 5 Abs. 1 oder 2 ist weder zu beantragen noch zu erteilen, die Maßnahmen sind der Unteren Naturschutzbehörde vor der Durchführung lediglich formlos anzuzeigen.“

Die Vorsitzenden des BN und ihre Mitstreiter wünschen hier eine Stärkung der Position der Unteren Naturschutzbehörde, da z.B. beim Straßen- und Wegebau oftmals zu stark in das städtische Grün eingegriffen wird. „Daher sollten Baumaßnahmen mit Eingriffen in das städtische Grün von der Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde abhängig gemacht werden“, sagt Johannes Enzler. Und weiter: „Während der Bauarbeiten sollte eine Vor-Ort-Kontrolle durch die Behörde vorgenommen werden. Sollten durch diese Verordnung geschützten Bäumen allein wegen Zweifel an der Standfestigkeit beseitigt werden, sollte eine schalltomographische Untersuchung vor einer eventuellen Entscheidung zur Fällung durchgeführt werden.“ Christine Kamm ergänzt: „Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass die Schwarzpappel (Populus nigra) inzwischen eine vom Aussterben bedrohte Baumart ist. Daher sollte die Baumschutzverordnung auch für diese Baumart gelten. Wir regen an, in § 1, Abs. 4, Ziffer 2 den Schutz dieser Baumart klar zu stellen.“

Die Vorsitzenden bedauern: „Leider war uns eine fristgerechte Stellungnahme zeitlich nicht möglich. Dennoch hoffen wir im Sinne des städtischen Grüns, dass für diese offenen Probleme noch Lösungen gefunden werden.“

Christine Kamm. Vorsitzende Ortsgruppe Augsburg
Luitpoldstrasse 26
86157 Augsburg
mailto: BN-Augsburg@gmx.de
Tel.: 01708060391
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