DAS GEWISSEN EINES KILLERS - Ein neuer Western von Alfred Wallon

  Der Augsburger Schriftsteller Alfred Wallon veröffentliche 1981 seinen ersten Western. Im Lauf der letzten 38 Jahre sind etliche weitere hinzugekommen. In den letzten drei Jahren konzentrierte sich Wallon jedoch auf Abenteuerromane und Krimis, aber nun präsentiert er wieder einen neuen und diesmal sehr ungewöhnlichen Western.

Der Handlungszeitraum ist zwischen 1901 und 1903 – also lange nach dem eigentlichen Wilden Westen. Aber auch in dieser Zeit ereigneten sich in abgelegenen Regionen noch spannende Geschichten, und eine davon erzählt Wallon in seinem neuen Roman.

„Es ist eine Geschichte, die mit Tom Horn zu tun hat“, sagt Wallon. „Er hat tatsächlich gelebt, war Scout während der Indianerkriege und half auch der Armee, den letzten freien Apachenhäuptling Geronimo zu fangen. In den Jahren danach tauchte er immer wieder in verschiedenen Auseinandersetzungen zwischen Siedlern und Farmern auf – insbesondere im berüchtigten Johnson Country-Krieg, wo eine Viehzüchtervereinigung mit Hilfe von angeheuerten Revolvermännern brutal gegen Siedler und Farmer vorging. Auch einige Jahre später – 1901 – ließ er sich wieder von Ranchern anheuern, um diesmal Schafzüchter aus der Region zu vertreiben. Während dieser Auseinandersetzungen soll er einen 14-jährigen Jungen namens Willie Nickell hinterrücks erschossen haben. Er prahlte selbst damit, diese Tat begangen zu haben, wurde schließlich verhaftet, und im November 1903 in Cheyenne / Wyoming zum Tod durch den Strang verurteilt. Das Urteil wurde kurz darauf vollstreckt.“

Das ist der historische Hintergrund von Alfred Wallons Roman. 1980 gab es dazu einen Film namens „Ich – Tom Horn“ mit Steve McQueen, den Wallon natürlich kennt und bis heute in guter Erinnerung hat. Das Tragische an der Figur Tom Horn ist die Tatsache, dass erst etliche Jahre später – in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – bewiesen werden konnte, dass Horn die Tat überhaupt nicht begangen haben konnte, weil er sich zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort aufhielt. Warum Horn dennoch anfangs behauptete, er habe den Mord begangen, ist bis heute nicht erklärbar. Die Zeugenaussagen waren damals widersprüchlich, und aufgrund Horns sehr zweifelhaftem Ruhm verhängte man 1903 die Todesstrafe.

„Ich habe versucht, mir vorzustellen, was geschehen würde, wenn der wirkliche Mörder von Willie Nickell einer der Männer war, die damals mit Horn gegen die Schafzüchter kämpften“, schildert Wallon. „Ein Mann, der die Wahrheit kennt, aber dennoch zulässt, dass ein Unschuldiger gehenkt wird. Ein Mann, dessen Gewissen ihn zwar plagt, aber ihn dennoch daran hindert, die Wahrheit zu sagen. Dieser Mann ist Tyler Banks, der ebenfalls damals mit Horn den Apachenhäuptling Geronimo jagte. Banks hat von Horn einen Brief bekommen, in dem er ihn um Hilfe bittet – und Banks erfüllt ihm diesen Wunsch. Aber er bleibt unehrlich bis zu Horns Tod.“

Der Roman schildert die Ereignisse vor Horns Hinrichtung aus der Erzählperspektive von Tyler Banks. Hier mischen sich fivtive und historische Ereignisse auf spannende Weise.

Erschienen ist DAS GEWISSEN EINES KILLERS im Münchner APEX-Verlag. Es gibt sowohl eine Hardcover- als auch eine Taschenbuchausgabe. Das eBook ist in der Edition Bärenklau erschienen und dokumentiert auf diese Weise eine positive Zusammenarbeit zweier Verlage.

Sieben weitere Romane von Alfred Wallon sind bereits als Taschenbuchausgabe im APEX-Verlag erschienen – und weitere Titel sind in Vorbereitung. Der Verleger Christian Dörge plant, noch andere, längst vergriffene Romane Wallons auch als Taschenbuch wieder neu aufzulegen. Die Leser können gespannt sein!
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