Der Hai in meinem Wohnzimmer: Redakteure auf virtuellen Abwegen

Die Brille hätte eigentlich auch die Bezeichnung Helm verdient.

Im Wohnzimmer von Kollegin J. schwimmt seit neuestem ein Hai. Die Fisch-Freundin hat sich allerdings kein überdimensionales Aquarium zugelegt. Der Killer aus der Tiefsee wird mittels VR-Brille in die Wohnung projiziert.

Wer die Bezeichnung nur als Kürzel für eine genossenschaftliche Bank kennt: Bei VR handelt es sich in diesem Fall um die Abkürzung für virtual reality. Und seit J. im Besitz dieser Brille für ihre Playstation ist, kann sie sich vor Besuch nicht mehr retten.

Kreischende Freunde, kaputte Gläser, malträtierte Lampen

Ein bisschen ist es wie früher: Wer das tollste Spielzeug hat, hat die meisten Freunde. Letztere reagieren zunächst alle ähnlich, wenn sie sich die Brille, die eigentlich eher die Bezeichnung Helm verdient hätte, auf den Kopf schnallen. "Boah krass!", so die einhellige Resonanz.

Dann wird fröhlich in die Luft getastet - "Das sieht sooo echt aus!". Einige kritische Treffer der tiefhängenden - aber zum Glück recht robusten - Wohnzimmerlampe und zwei zerbrochene Gläser auf dem Couchtisch neben dem Spiel-Bereich waren die Bilanz der ersten Woche. Inzwischen bietet J. ihren Gästen vorsorglich keine Getränke mehr an. Wasser gibt es in J.s Lieblingsszenario für den ersten Kontakt mit der virtuellen Realität ohnehin genügend. Auch wenn die Flüssigkeit, die das Wohnzimmer flutet sobald man sich die Brille aufsetzt und das Unterwasserwelt-Minispiel auswählt, freilich nicht real ist. Der Ozean und seine Bewohner sehen jedoch täuschend echt aus. Und J.s Gäste grabschen folglich wild nach Fischen - und erwischen eben doch nur besagte Wohnzimmerlampe.

Den Vogel, oder besser den Fisch, abgeschossen hat zuletzt allerdings Freundin T, die bei ihrer Begegnung mit dem Hai unentwegt in einer Lautstärke kreischte, dass J.s Übermieter nun davon ausgehen müssen, ihre Nachbarin habe in ihrer Wohnung womöglich einen Ritualmord oder ähnliches begangen. Freundin T. hält sich übrigens selbst für wenig schreckhaft und amüsierte sich zuvor noch über die, wie sich im Nachhinein herausstellte, etwas weniger schreiende Freundin S.

Kollege M. traut sich indes nicht vorbeizukommen. Er leidet unter einer ausgeprägten Haiphobie. Kollegin K. hingegen nahm das Treffen mit dem Raubtier ziemlich cool zur Kenntnis. Ihr wurde es dafür danach bei einem Raubzug durch die virtuelle Welt des Action-Rollenspiels Skyrim derart schlecht, dass nur noch eines half: Ein echter Spaziergang an der echten frischen Luft.
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14 Kommentare
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Sebastian Summer aus Aystetten | 04.05.2018 | 18:07  
Janina Funk aus Augsburg - City | 04.05.2018 | 18:16  
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Peter Maier aus Augsburg - City | 04.05.2018 | 18:23  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 04.05.2018 | 19:00  
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Peter Maier aus Augsburg - City | 05.05.2018 | 00:21  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 05.05.2018 | 08:06  
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Community Management aus Augsburg - City | 05.05.2018 | 15:23  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 05.05.2018 | 22:03  
Markus Höck aus Augsburg - City | 09.05.2018 | 19:08  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 09.05.2018 | 19:36  
Markus Höck aus Augsburg - City | 09.05.2018 | 20:24  
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Peter Maier aus Augsburg - City | 10.05.2018 | 21:07  
Florian Handl aus Augsburg - City | 11.05.2018 | 23:35  
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Community Management aus Augsburg - City | 18.05.2018 | 23:12  
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