Die Tierärztin rät*: Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen

Oft bleibt eine Schilddrüsenüberfunktion lange Zeit unbemerkt – zum gesundheitlichen Schaden der Katze (Foto: TierSV)
Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose ist eine Erkrankung, die gerade bei älteren Katzen sehr häufig auftritt. Trotzdem ist die Ursache für diese Überproduktion von Schilddrüsenhormonen nicht genau bekannt, eventuell ist eine gutartige Wucherung der Schilddrüse dafür verantwortlich. Katzen, die darunter leiden, zeigen (unspezifische) Symptome wie Gewichtsabnahme trotz normaler oder sogar verstärkter Futteraufnahme, Erbrechen, Durchfall, vermehrtes Trinken und Harnausscheiden, Fellveränderungen bis hin zu Haarausfall sowie außergewöhnliches Verhalten, etwa Nervosität, Gereiztheit oder Aggressivität.

Oft bemerken Katzenhalter lange Zeit nichts von der Krankheit ihrer Tiere. Unbehandelt führt sie aber zu Schäden an anderen Organsystemen. Darum ist es wichtig, dass bei älteren Katzen ab einem Alter von etwa sieben Jahren jedes Jahr eine Blutuntersuchung durchgeführt wird. Nur so kann eine Hyperthyreose frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Ist der Befund positiv, wird therapeutisch ein sog. Thyreostatikum in Form von Tabletten gegeben. Sie hemmen die verstärkte Bildung von Schilddrüsenhormonen, müssen aber der Katze ein Leben lang gegeben werden. Falls die Gabe von Tabletten bei einer Katze nicht möglich sein sollte, gibt es das Medikament auch flüssig oder als Salbe, die in die Ohrmuschel einmassiert wird. Eine weitere, sehr effektive, aber auch teure Behandlungsmöglichkeit ist eine Radiojod-Therapie. Die Radioaktivität des Jods zerstört dabei die umgebenden Schilddrüsenzellen und kann eine Hyperthyreose dauerhaft beheben. Fragen dazu beantwortet gern Ihr Tierarzt.

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg
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