Die Tierärztin rät*: Tierisches Übergewicht

Verdauungsschläfchen - nach vermutlich mehr als ein paar Häppchen zu viel (Foto: Mein Predigtgarten / pixelio.de)
Immer mehr Haustiere in Deutschland leiden unter Übergewicht und Fettleibigkeit. Dies kann begünstigt werden durch eine genetische Veranlagung oder die Umstellung des Stoffwechsels nach der Kastration. Der Hauptgrund für eine stete Gewichtszunahme liegt jedoch darin, dass die Tiere dauerhaft zu viel und zu reichhaltig fressen. Zum Beispiel werden sie vom Tisch gefüttert oder Essen steht permanent zur Verfügung. Gleichzeitig bewegen sich die Tiere zu wenig, sodass die überschüssigen Kalorien nicht verbraucht werden.

Ein Hund oder eine Katze sind übergewichtig, wenn ihr Körpergewicht 20 Prozent über dem Idealgewicht ihrer Rasse liegt, bei mehr als 30 Prozent gilt das Tier als fettleibig (adipös). Deutliche Anzeichen dafür sind, wenn die Rippen schwer oder gar nicht zu ertasten sind und die Taille von oben betrachtet nicht sichtbar ist. Adipöse Katzen können sich unter Umständen nicht mehr richtig putzen, wodurch ihr Fell verfilzt. Die zusätzlichen Pfunde können auch unruhigen Schlaf bedingen, Trägheit und Bewegungsunlust oder ein geschwächtes Immunsystem. Direkte gesundheitliche Folgen wie Diabetes, Herz-, Kreislauf- und Gelenkerkrankungen können die Lebenserwartung unserer Tiere deutlich verkürzen.

Es ist deshalb wichtig, Übergewicht möglichst von klein auf zu vermeiden bzw. dieses beim erwachsenen Tier konsequent zu bekämpfen. Lassen Sie sich hierfür bei Ihrem Tierarzt beraten.

Der klärt zunächst ab, ob eine Erkrankung die Ursache für das tierische Übergewicht ist. Ist dies nicht der Fall, stellt er für Ihr Tier einen individuellen Diätplan zusammen, der strikt eingehalten werden muss. Dieser ist kombiniert mit Bewegung, zum Beispiel Ballspiele, Futtersuche oder Füttern mit Fangspielen. Meist dauert es mehrere Monate, bis das Tier (wieder) das Idealgewicht erreicht hat. Sobald dies der Fall ist, sollte man in Zukunft das Gewicht durch verantwortungsvolles Füttern und ausreichend Bewegung halten.

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg
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