"Die Welt im Wandel“ – Projekttag am Stetten-Institut

Unterricht im Zelt auf dem Gelände des Stetten-Instituts
  „Die Welt im Wandel – was können wir tun?“ lautete in diesem Jahr das Motto des Projekttages am Stetten-Institut. Über 1000 Schülerinnen und über 80 Lehrkräfte beschäftigten sich in ganz unterschiedlichen Formen mit Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Antirassismus, Demokratie oder Kinderrechte.
Eine Gruppe hatte sich ganz unmittelbar dem Thema angenommen und an der Wertach Müll gesammelt. „In drei Stunden haben wir 15 große Säcke Müll eingesammelt“, berichtet eine Fünftklässlerin entrüstet. „Dass es soviel sein würde, hatten wir nicht gedacht“. Eine andere Gruppe besuchte den Unverpacktladen „rutaNatur“ und ließ sich dort zeigen, wieviel Verpackungsmüll pro Augsburger gespart werden kann, wenn jeder in Unverpacktläden einkaufen würde.
Die meisten Projekte fanden jedoch im Stetten-Schulhaus statt. Sowohl Lehrer wie auch externe Experten erarbeiteten mit den Schülerinnen diverse Themen. Zum Beispiel Frau Gassner vom Gut Morhard, die mit Hilfe ihrer drei mitgebrachten Hühner den Tierschutz sehr anschaulich dargelegte, oder verschiedene Imker, die über die Gefahren des Bienensterbens referierten. Auch Creative Change war dabei, die sich durch interaktive Theaterpädagogik für ein friedliches Miteinander im Sinne einer gelebten Demokratie einsetzen. Unter der Leitung von Ursula Hake und Elisabeth Hils gestalteten die
Schülerinnen bunte Plakate zu den Themen Antirassismus und Kinderrechten.

Syrische Zeltschule auf dem Schulhof in Augsburg

Eine wichtige Rolle dieses Projekttages nahm der Zeltschulvortrag von Jacqueline Flory ein, mit deren Hilfe syrische Flüchtlingskinder im Libanon in Zeltschulen Bildung erhalten. Zur Unterstützung dieses Projektes stand, durch die Hilfe des Bayerischen Roten Kreuzes Augsburg-Stadt, eine Woche lang ein Zelt auf dem Schulgelände des Stetten-Instituts, in welchem die Schülerinnen erleben konnten, wie es ist, in einem Zelt ohne Tische, Stühle oder Strom unterrichtet zu werden.
Die Theatergruppe der Mittelstufe krönte die Arbeit des Schuljahres an Janne Tellers Buch „Krieg – stell dir vor, er wäre hier“ am Projekttag mit der Aufführung der von ihnen erarbeiteten Bühnenfassung. 14 Mädchen spielten, was Geflüchtete erleben, aber aus der anderen Perspektive: In ihrem Stück geht es um Deutsche, die ihr Land verlassen müssen. „Was die Spielerinnen in diesem Jahr erkannt haben, konnte vielleicht auch einigen der Mitschülerinnen im Saal vermittelt werden: Flüchtlinge sind auf das Wohlwollen anderer in besonderem Maße angewiesen“, so Theatergruppenleiterin Barbara Engelke.

"Haltung zeigen!"

Den Projekttag vorbereitet hatte ein Team rund um die SMV und die Verbindungslehrkräfte. „Wir haben gemerkt, dass viele Schülerinnen sich sehr für Themen rund um Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Demokratie interessieren, deswegen wollten wir bei diesem Projekttag den Focus auf die großen Veränderungen in unserer Welt legen. Das sind ja sehr spannende Themen, die auch uns Lehrer beschäftigen“, so Julia Göppel.
„Mir hat der Projekttag richtig gut gefallen“, sagte die Realschulsprecherin Aven Hirnich aus der Klasse R8c im Anschluss an den Projekttag. „Es war ein vielseitiges Angebot. Besonders hat mir der Vortrag von Birgit Fischer von ONIMOS gefallen, die gezeigt hat, dass man Kleidung nach sozialen und ökologisch nachhaltigen Standards kaufen kann. Nachhaltigkeit ist gar nicht so schwer.“
„Wer Menschen von der Kindheit zum Erwachsenwerden begleitet, der muss auch Probleme draußen in der Welt aufzeigen, seine eigene Haltung benennen und über mögliche Lösungen diskutieren“, resümierte die Schulleiterin des Stetten-Instituts, Barbara Kummer. „Im Unterricht kommt das manchmal zu kurz und ich bin dem Team, das den Projekttag vorbereitet hat, sehr dankbar, dass wir heute Gelegenheit hatten, uns in so unterschiedlichen Formen mit den wichtigen Themen zu beschäftigen.“

Das Stetten-Institut: Gymnasium und Realschule

Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.100 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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