Diözesanhaushalt erreicht Rekord: Erstmals mehr als 400 Millionen Euro

Das Bistum Augsburg hat seinen Doppelhaushalt für 2019/20 verabschiedet. (Foto: Symbolbild / Archiv)


Der Diözesansteuerausschuss hat nun den Doppelhaushalt für die Jahre 2019 und 2020 verabschiedet. Der Haushalt des Bistums Augsburg beläuft sich heuer auf 419 Millionen Euro, 2020 wird er 426,5 Millionen Euro betragen. "Die günstige konjunkturelle Situation in Deutschland, speziell in Bayerisch-Schwaben, hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass das Kirchensteueraufkommen deutlich stärker gewachsen ist als geplant. Auf dieser erfreulichen Grundlage rechnen wir in diesem und im nächsten Jahr nochmals mit einer leichten Steigerung um jeweils zwei Prozent", erläutert Finanzdirektor Klaus Donaubauer den Etat.

Stärkung der Pfarreien im Personal- und Baubereich

Laut Donaubauer werden mangels ernstzunehmender Alternativen im vorliegenden Doppelhaushalt sämtliche Aufwendungen zu 87 Prozent aus den Kirchensteuereinnahmen finanziert. Die Pfarreien werden besonders im Personal- und Baubereich deutlich gestärkt. So fließt mehr als die Hälfte des Kirchensteueraufkommens in die Seelsorge vor Ort. Deutlich mehr Mittel werden mit jeweils 50 Millionen Euro für die Instandsetzung von Gebäuden der Pfarreien bereitgestellt.

Die Personalausgaben steigen stärker als in den Vorjahren, da neben den allgemeinen Tarifsteigerungen insbesondere im Bereich der Verwaltung eine hohe Zahl zusätzlicher Stellen geschaffen wird. Beispielsweise wird es in den kommenden beiden Jahren 15 neue Vollzeit-Verwaltungsleiter in den Pfarreiengemeinschaften geben, insgesamt dann 52. Auch für den Ausbau der IT und der Verwaltungsorganisation werden Stellen geschaffen. Die Zahl der Ausbildungsstellen soll bis 2020 schrittweise auf 33 erhöht werden.

Stellen in der Seelsorge

Auch in der Seelsorge können zusätzliche Stellen für Gemeinde- und Pastoralreferenten eingeplant werden. Gemeinsam mit der Erzdiözese München und Freising finanziert das Bistum Augsburg seit 2014 den Bachelor-Studiengang Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit in Benediktbeuern, der sich inzwischen guten Zulaufs erfreut. Die Salesianer Don Boscos erhalten für die Sanierung des Südarkadentrakts des Klosters Benediktbeuern vier Millionen Euro. Man wolle den Standort langfristig sichern und stärken.

Auch die Caritas als ureigener Bereich kirchlichen Handelns bleibt im Blickfeld. So werden den zahlreichen Einrichtungen in der Mitgliedschaft des Diözesan-Caritasverbands heuer 18,5 Millionen Euro (2020: 18,8 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt. Das betrifft besonders auch die katholische Jugendfürsorge, den Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) und den katholischen Verband für soziale Dienste (SKM). So sind für den Umbau und die Sanierung des vom SKF betriebenen Altenheims St. Afra weitere Investitionen in Höhe von sechs Millionen Euro vorgesehen; die Gesamtkosten belaufen sich bei dem Projekt auf 12,8 Millionen Euro. Um Männer, deren Leben von Obdachlosigkeit und anderen Schwierigkeiten geprägt ist, Perspektiven zu eröffnen, errichtet die Diözese derzeit in Lechhausen eine Anlage mit 49 Appartements und zwei Wohnungen. Die Investitionskosten von 7,5 Millionen Euro werden komplett von der Diözese getragen.

Als weiteren Schwerpunkt, mit dem die Kirche auch öffentliche Haushalte im Bereich der Daseinsvorsorge entlastet, nennt Donaubauer die für die nahe Zukunft über den laufenden Betriebszuschuss (2019: zwölf Millionen Euro) hinausgehende Förderung von Schulen des Schulwerks der Diözese Augsburg: "An den Standorten Donauwörth, Dillingen, St. Ottilien und Neu-Ulm werden in den nächsten fünf Jahren umfangreiche Neubaumaßnahmen in Höhe von knapp 80 Millionen Euro realisiert. Die Diözese wird einen Gesamtzuschuss von voraussichtlich rund 32 Millionen Euro leisten." Das Schulwerk betreibt als einer der größten privaten Träger in Deutschland 42 katholische Schulen mit etwa 19 000 Schülern und Studierenden. Auch für die etwa 430 kirchlichen Kindertageseinrichtungen im Bistumsgebiet werden laut Donaubauer nicht nur "erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt, sondern auch Amtshilfeleistungen durch die Stiftung Kita-Zentrum St. Simpert gewährt".

Mehr Spielräume

Der Doppelhaushalt umfasst erstmals jeweils ein Volumen von mehr als 400 Millionen Euro (2018: 394,4 Millionen Euro). Dadurch hätten sich laut Finanzdirektor zwar die Spielräume für die Seelsorge erhöht, die wirtschaftliche Situation der Diözese sei gefestigt. Allerdings gebe es neben der für die Kirchen ungünstigen demografischen Entwicklung, sinkenden Taufzahlen und zahlreichen Austritten auch Anzeichen für eine Verlangsamung dieses Wachstums. Darauf müsse man sich rechtzeitig einstellen. (pba)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.