E-Tankstelle der Superlative an der A8: 144 Ladesäulen für mehr als 4000 Elektroautos am Tag

Die große Zukunft entsteht im kleinen Zusmarshausen: Die Firma Sortimo baut einen Innovationspark inklusive 144 Ladesäulen für Elektroautos. Foto: eLoaded, Steinbacher Consult, Sortimo
 
Luftansicht: Noch ist es eine riesige Baustelle. Die Fertigstellung der Elektroladestation mit Elektromobilitätscampus und seiner Versorgungsinfrastruktur, die auch die vollständige Erschließung mit Parkplätzen, Straßenanbindungen und Freianlagen beinhaltet, wird für Ende des Jahres 2019 erwartet. Erst danach folgen die weiteren Bauabschnitte, in denen zwei weitere Gebäude des Sortimo Innovationsparks Zusmarshausen errichtet werden. (Foto: eLoaded, Steinbacher Consult, Sortimo)

Deutschlands „größten und innovativsten Elektro-Schnellladestandort“ errichtet derzeit die Firma Sortimo kurz hinter Augsburg an der A8. Wer künftig also mit dem Elektrofahrzeug über die Autobahn fährt, kann sein Gefährt in Zusmarshausen an den Strom schließen. Insgesamt 144 Ladesäulen sind geplant. Bis Ende 2019 soll die Tankstelle der Superlative fertig sein.

Im März fiel der Startschuss für den Baubeginn. In den vergangenen Monaten wurde das Erdreich für das riesige Bauvorhaben verdichtet, denn die Bodenverhältnisse sind nicht optimal. Direkt an das Areal grenzt das Überschwemmungsgebiet von Roth und Zusam. Es mussten etwa 40 000 Kubikmeter Erde auf dem Grundstück aufgeschüttet werden. Der Bauabschluss wird Ende des Jahres 2019 erwartet. Bis dahin sollen die Elektroladestation mit Elektromobilitätscampus und seiner Versorgungsinfrastruktur fertiggestellt sein. Dazu zählen auch Einkaufsgebäude, Parkflächen, Straßenanbindungen und Freianlagen. In einem weiteren Bauabschnitt sind dann noch zwei weitere Gebäude des Innovationsparks des Fahrzeugausstatters Sortimo geplant.

„Meilenstein für die Zukunft der Elektromobilität

Der Bauherr spricht von einem „Meilenstein für die Zukunft der Elektromobilität“. Die Zusmarshauser E-Tankstelle soll alle Ladetechniken abdecken, die derzeit auf dem Markt sind. Bis zu 4000 Autos am Tag, so der Plan, können dann an den 144 Ladesäulen aufgeladen werden.

Sortimo möchte mit seinem Innovationspark „Infrastruktur für Elektromobilität mit nachhaltig regionalem Energiemanagement und einem digitalen Einkaufs- sowie Arbeitserlebnis“ vereinen. Das Unternehmen erhielt aus dem Bundesprogramm Ladeinfrastruktur eine Förderung für das Vorhaben.

Insgesamt 300 Millionen Euro stellt das Verkehrsministerium für den Aufbau einer deutschlandweiten flächendeckenden Infrastruktur bis 2020 zur Verfügung. Die Station in Zusmarshausen ist für die Südwesttangente einzigartig.

24 Supra-Schnelllader

Der Elektromobilitätscampus stellt Durchreisenden 24 Supra-Schnelllader zur Verfügung – mit bis zu 350 Kilowatt Gleichstrom. Damit können die Batterien des E-Fahrzeuges innerhalb von zehn Minuten zur Weiterfahrt geladen werden. Die übrigen Schnelllader sollen bis zu 50 Kilowatt Gleichstrom liefern. Sie sind hauptsächlich für die Versorgung derer gedacht, die die Infrastruktur zum Einkaufen nutzen oder Geschäftstermine in den buchbaren Konferenz- und Besprechungsräumen abhalten. Der Kunde kann in diesem Fall eine Zeit angeben, zu der das Fahrzeug wieder abgeholt wird.

Die Nutzung der Elektro-Ladeinfrastruktur soll für die Kunden auch per App zugänglich gemacht werden. Der Nutzer wird über eine Nummernschilderkennung erfasst und der passenden Ladesäule zugewiesen, wenn er sich einmalig mit seinen Fahrzeugdaten registriert hat.

Die App gewährt zudem die Zutrittsberechtigung für bestimmte Bereiche, wie etwa zu den Waschräumen oder zu gebuchten Besprechungsräumen. Und auch Einkäufe an der Raststätte können über die App erledigt werden. Jeder Registrierte kann vorab online einkaufen und die Waren während des Ladens abholen. Die getätigten Einkäufe werden in einer verriegelten und gekühlten Box vorgepackt und zur Abholung hinterlegt. Auch der regionale Einzelhandel soll an der Station sein Sortiment anbieten können.

Abwärme der Ladestationen für Energieversorgung der Gebäude

Innovativ mutet auch das Konzept der Energieversorgung der Gebäude an. Die Abwärme der Ladestationen wird weiterverwendet. Dies funktioniert über ein thermisches Stationsmanagement für den kompletten Innovationspark.

Zudem ist geplant, erneuerbare Energien aus der Region zu nutzen: Jeglicher Überschuss, den die Unternehmen und Privathaushalte, die sich einem Verbund anschließen, zu Spitzenzeiten nicht verwerten können, wird im Innovationspark gespeichert. Die Energie wird dann eingesetzt, wenn sie benötigt wird, entweder für die E-Tankstelle – oder der Strom geht zurück an die, die in eingespeist haben. (sos/jaf)
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