Einsmehr für das Down-Syndrom

Das Hotel von der Seite.
 
Wolfgang Kammer (Foto: Carina Faust)
 
Das Buch für den Guten Zweck: Gut + Böse – Kriminelle Geschichten. ISBN: 978-3-7494-4923-1.

Die meisten haben schon davon gehört, doch die wenigsten haben eine wirkliche Vorstellung davon: Das Down-Syndrom. Aus diesem Grund wurde vor knapp zwanzig Jahren der Verein „einsmehr – Initiative Down-Syndrom Augsburg und Umgebung e.V.“ gegründet. Ein Verein, der immer weiterwächst und stetig neue, tolle Projekte und Aktionen auf die Beine stellt. 

Den Verein „einsmehr“ gibt es nun schon seit knapp zwanzig Jahren und er besteht aus circa 140 Familien, die ein Mitglied mit Down-Syndrom haben. Die Hauptfunktion des Vereins ist die Unterstützung dieser Familien in allen möglichen Bereichen. Es gibt viele Treffen zu den unterschiedlichsten Themen, wie zum Beispiel das Testament oder auch der Mathematikunterricht, über die sich sehr viel unterhalten wird. Diese Treffen finden mit oder ohne die Mitglieder mit Down-Syndrom statt.
Einmal im Jahr gibt es einen Brunch für alle Mitglieder, an dem jährlich circa hundert Leute teilnehmen. Auch das Familienwochenende oder das Sommerfest sind immer gut besucht. Außerdem gibt es gezielte Veranstaltungen, um die Allgemeinheit zu sensibilisieren. Beispielsweise finden Beratungen von Schulklassen über das Down-Syndrom statt, um Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzuführen und um den Kindern schon in der Schule nahezubringen, dass Menschen mit Down-Syndrom etwas Besonderes sind.
Der Verein hat seinen Hauptsitz in Augsburg, die Mitglieder reichen jedoch von Landsberg bis Nördlingen und von Günzburg bis kurz vor München.


Sie sind etwas Besonderes

Eine weitere wichtige Funktion ist die Zusammenführung der Menschen mit und ohne Behinderung. Durch einen Test lässt sich seit kurzem schon in der Schwangerschaft herausfinden, ob das Kind am Down-Syndrom leidet oder nicht, was zu vielen Abtreibungen führt. Das liegt daran, dass die Leute sich ein Leben mit einem Familienmitglied mit Behinderung nicht vorstellen können. Hier hilft „einsmehr“ aktiv mit Gesprächen und Veranstaltungen, die den Menschen zeigen sollen, dass ein Kind, dass am Down-Syndrom leidet, das Leben auch besonders machen kann, um den Abtreibungen entgegenzuwirken. Deshalb liegt ihre Broschüre in vielen Arztpraxen aus.

Inklusion der Menschen mit Down-Syndrom

Außerdem arbeitet der Verein täglich an der Inklusion der Menschen mit Down-Syndrom in allen Lebensbereichen, um beispielsweise Kindern den Eintritt in Regelschulen zu ermöglichen oder Erwachsenen auf dem Arbeitsmarkt die Wahlmöglichkeit und nicht nur die Werkstätten bieten zu können. Vor circa sechs Jahren kam ihnen dann die Idee, selbst Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Hotel bietet sich hier besonders an, da es viele verschiedene Bereiche hat, viel Routine drinsteckt, man aber in gewissen Dingen auch Freiheiten besitzt. Das Hotel soll im Komplex „westhouse“ in der Nähe des Uniklinikums angesiedelt werden und auf zwei Stockwerken insgesamt 73 Zimmer und Appartements besitzen. Von den insgesamt vierundzwanzig Mitarbeitern sollen zwölf Menschen mit Beeinträchtigung sein, wodurch es zum Inklusionshotel wird. Das Fundament des Gebäudes steht und es wird schon ein Hoteldirektor zum 01. Januar 2020 gesucht, da die Eröffnung des Hotels für September 2020 geplant ist.

Gründung einer GmbH

Aufgrund dieser Aktion wurde eine GmbH gegründet, da der Verein dieses Projekt nicht mehr rein ehrenamtlich auf die Beine stellen kann. Jochen Mack, welcher seit der Geburt seines Sohnes vor neun Jahren Mitglied des Vereins ist, wurde Teilzeitgeschäftsführer und eine Verwaltungskraft wurde angestellt, um die vielen anfallenden Büroarbeiten zu bewätigen.

Das Geld für das Projekt und den Verein im Allgemeinen fließt größtenteils durch Spenden. Öffentlichkeitsarbeit ist hier ein wichtiger Punkt, da durch diese Aufmerksamkeit viele Menschen auf den Verein zukommen, um etwas Gutes zu tun. „Dies ist ein sehr positiver Nachfolgeeffekt.“, meint Herr Mack.

Beispielsweise war bis Ende Juli diesen Jahres eine Fotoausstellung von Martin Beck in der Volkshochschule zu sehen, um Menschen mit Down-Syndrom in einem normalen Umfeld zu präsentieren. „Neunzig Prozent der Menschen mit Beeinträchtigung bezeichnen sich selbst als glücklich und schön. Sie sind etwas ganz Besonderes und brauchen halt ihren Platz.“, sagt Jochen Mack.

Spendenaktionen

Es gibt viele Leute, die helfen. Die Pfarrei Herz Jesu beispielsweise spendet den Erlös ihres Sommerfestes an „einsmehr“ und durch die Arbeit von Cash&Go werden viele Leute auf den Verein aufmerksam gemacht. Der Krimiautor Wolfang Kemmer, welchen Jochen Mack persönlich kennt, spendet seit letztem Jahr den Erlös seiner Benefizlesung im Planetarium, welche auch in diesem Jahr wieder am 08. Dezember stattfindet, an den Verein.

Wolfgang Kemmer

Wolfgang Kemmer studierte Germanistik, Anglistik und Angloamerikanische Geschichte in Köln und lebt seit 2000 in Augsburg. Seit seinem Studium schreibt er Kriminalromane. Durch ein Seminar über Detektivromane an der Universität vor circa 25 Jahren fing er an, etliche Bücher dieses Genres zu lesen und wagte sich irgendwann an einen eigenen Versuch. Er schrieb schon früher Tagebuch oder Gedichte, an ein Buch hatte er sich allerdings bis zu diesem Zeitpunkt nie herangewagt. Zum Einstieg mit einem Kriminalroman anzufangen hält er für eine sehr gute Idee, da diese eine gewisse Struktur haben, durch die es einfacher wird, die Spannung zu halten.

Das erste Buch

Sein erster Versuch wurde jedoch überall abgewiesen, wodurch er sich nicht einschüchtern lies. So kam es, dass er kurzerhand eine Fortsetzung des Romans schrieb. Da der Roman leichte autobiografische Züge hatte, fiel es ihm leicht, einen zweiten Teil zu verfassen. Als sich tatsächlich ein Verlag telefonisch bei ihm meldete und dann der Vertrag kam, konnte er es gar nicht so richtig fassen. Schließlich sein Buch das erste Mal in der Hand zu halten war ein unbeschreibliches Gefühl. Dies war sein erstes Erfolgserlebnis.

Daraufhin wagte er sich an ein düsteres Werk, welches von einem Freund probegelesen wurde. Dieser war total begeistert, von den Verlagen bekam er jedoch nur Absagen. Sie wollten lieber Regionalromane, da diese sich leichter verkaufen ließen. Also beendete er erst einmal sein Studium, veröffentlichte seine Magisterarbeit bei einem kleinen Verlag und zog nach Augsburg. Dort arbeitete er in einer Literaturagentur in München, wo er viele Erfahrungen sammeln konnte und lektorierte anschließend freiberuflich. Auf einer Buchmesse kam er in Kontakt mit dem Emons Verlag, für welchen er seinen ersten historischen Roman schrieb. Dies war auch das erste Mal, das er für ein Buch richtig recherchieren musste, wodurch er auf die Idee kam, historische Stadtführungen auf Grundlage seines Romans zu geben, welche zweimal im Jahr stattfinden.

Ein Krimi für den guten Zweck

Wolfgang Kemmer schreibt nicht nur Romane, sondern auch Kurzgeschichten, welche schon in verschiedensten Zeitschriften oder Anthologien veröffentlicht wurden. Ein Buch, das nur aus seinen Kurzgeschichten besteht, war schon immer ein Ziel des Autors. Jedoch findet man in der Regel hierfür keinen Verlag, deshalb machte er sich gar nicht erst die Mühe, einen zu suchen. Er beschloss kurzerhand über Book-on-Demand sein eigenes Buch herzustellen. In kompletter Eigenregie entwickelte sich nach und nach ein Werk, welches nun im BoD-Shop oder auch in Buchhandlung bestellbar ist. Außerdem liegt es in einigen Augsburger Buchhandlungen aus: Pustet, Rieger + Kranzfelder, Schlossersche Buchhandlung, Taschenbuchladen Krüger und der Bücherinsel Pfersee.

Das Buch besteht aus sechzehn Geschichten, von welchen drei noch nie in Druckform erschienen sind. Herrn Kemmer liegt dieses Projekt besonders am Herzen, da die Einnahmen des Buches in voller Höhe an den „einsmehr“ Verein gehen. Somit konnte er sich einen Traum verwirklichen und dabei etwas Gutes tun.


Das Spendenkonto von einsmehr:
IBAN: DE74 7205 0000 0250 5023 25
BIC: AUGSDE77XXX
Stadtsparkasse Augsburg
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