Erlebnis statt Konsum? Afa setzt 2019 auf neue Ideen

Im kommenden Jahr findet die Afa bereits im Januar statt. Doch das soll nicht die einzige Änderung bleiben. (Foto: Thorsten Frank)

Die Augsburger Frühjahrsausstellung(Afa) geht bereits im kommenden Monat ihren ersten Schritt zu einer Neuauslegung der Messe. Den Besuchern soll sie mehr Erlebnisse bieten und Trend-Themen, vor allem im Outdoor-Bereich, aufgreifen. Damit reagieren die Veranstalter auf die schlechten Besucherzahlen im Jahr 2018.

Die vorerst größte Veränderung ist wohl, dass die Messe nun, statt wie bisher üblich im April, schon im Januar stattfindet. Vom 30. Januar bis 3. Februar wird sie im kommenden Jahr das Messezentrum füllen. Vor allem die Konkurrenz mit dem gleichzeitig stattfindenden Plärrer und der Dult im April hatte die diesjährige Afa wohl viele Besucher gekostet. 75 000 Besucher kamen, 13 000 weniger als im Jahr 2017. Außerdem wird die Frühjahrsausstellung statt neun Tagen nur noch fünf Tage lang geöffnet sein, der Eintrittspreis wird auf 8 Euro reduziert.

"Die Afa wird nicht komplett neu antreten", sagte Afag-Sprecher Winfried Forster während der ersten Pressekonferenz zur Afa 2019. Viele Veränderungen könnten wohl erst in drei bis vier Jahren umgesetzt werden. "Aber sie wird so neu sein, dass es den Besuchern auffällt", versprach er. Unter anderem werde es eine ganze Reihe von Ausstellern geben, die noch nie zuvor auf der Afa vertreten waren.

Für etwa ein Drittel der Plätze konnten Neuaussteller gefunden werden. Gestärkt werden soll auch der regionale Charakter der Messe. Laut Projektleiter Dieter Apprich kommen zur Zeit rund 42 Prozent der Aussteller aus der Region. Einige neue Aussteller stellten sich bereits vor.

Mit dabei ist im kommenden Jahr zum Beispiel die Outdoor-Erlebnis-Plattform Heimatrausch aus dem Altmühltal. Mit einem gewellten Rundkurs für Fahrräder, einem sogenannten Pumptrack, wollen sie die Besucher der Afa zum Mitmachen animieren. Durch diese Wellenbahn bewegt man das Fahrrad, ohne zu treten. Auch ein Wasserbecken wird Heimatrausch aufstellen, in dem Besucher Kanus und Kajaks, oder die Trend-Sportart Stand-up-Paddeln ausprobieren können.

Bei anderen Ausstellern soll das Erlebnis ebenfalls wieder mehr im Vordergrund stehen. "Wir wollen nicht nur Konsum, sondern eine Erlebnismesse", sagte dazu Dieter Apprich. Die Veranstalter erhoffen sich dadurch auch vor allem ein jüngeres Publikum. "Es sollen auch neue Generationen mit dieser Messe groß werden", so Apprich.

Mit diesem neuen Konzept wollen die Veranstalter auch Aussteller gewinnen, die sich bislang nicht auf der Messe präsentiert hatten. Geklappt hat das nun etwa beim Deutschen Alpenverein (DAV) Augsburg, der sein Konzept präsentieren und Schnupperkurse an einer Kletter- und Boulderwand im Messezentrum anbieten wird. Auch das Münchner Geschäft RadlBauer, das eine Filiale in Augsburg betreibt, präsentiert sich zum ersten Mal auf der Afa und wird unter anderem E-Bikes vorstellen.

Bisher haben sich knapp 400 Aussteller zur kommenden Afa angemeldet. Das sei in etwa die gleiche Anzahl an dauerhaften Ausstellern wie im Jahr 2018, 150 zusätzliche Aussteller waren da nur für das Sonderprogramm an den Wochenenden zugegen.

"Wir sammeln seit Jahren Feedback der Besucher", erzählte Henning Könicke, einer der beiden Afa-Geschäftsführer. "Die Themen Sport, Outdoor und Garten standen seit längerem auf der Wunschliste." Auch 2019 will er "konkret nachfragen, wie den Besuchern die Themen gefallen". Auch einen Bereich für die Partnerländer hätten sich die Besucher wieder gewünscht. Diesen wird es im Januar aber noch nicht geben. "Vielleicht 2020", stellte Henning Könicke in Aussicht. Die Veranstalter hoffen, dass die Stadt Augsburg als Partner der Afa auf die Partnerstädte zugeht und sie für die Messe gewinnt.
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