Experten untersuchen evakuiertes Wohnhaus: Bewohner können vorerst nicht zurück

Gerd Merkle bei einer Probebohrung im Keller des Hauses. (Foto: Annette Zoepf/Stadt Augsburg)

Nach der Evakuierung eines Wohnkomplexes am Oberen Graben 8 fand gestern eine weitere Begehung des Gebäudes mit Bauexperten statt. Am Dienstag und Mittwoch sollen weitere Untersuchungen stattfinden. Die Bewohner, die zwischenzeitlich in einem Hotel und im Servatius Stift untergebracht worden waren, sind gestern Vormittag bis auf weiteres in leerstehende Wohnungen im Hintermayr-Stift umgezogen. Für die betroffenen Gewerbe sollen Alternativstandorte gefunden werden.

Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude ist Eigentum einer von der Stadt verwalteten Stiftung. Am vergangenen Donnerstag waren bei einer Bodeuntersuchung im Rahmen des Gesamtsanierung des Gebäudes mehrere Hohlräume unter tragenden Wänden entdeckt worden. Daraufhin was das Gebäude am Freitag evakuiert worden.

Gestern machten sich Vertreter der Stadt und Bauexperten erneut ein Bild von der Situation. Ende der Woche werden die Experten voraussichtlich einen Sanierungsplan präsentieren. Erst dann könnte entschieden werden, was getan werden muss, damit die größtenteils älteren Bewohner bald in das Gebäude zurückkehren können.

Momentan sind die Bewohner nun in im Hintermayr Stift untergekommen. „Dort können sie bei Bedarf Unterstützung und Mahlzeiten durch das benachbarte Servatiusstift erhalten“, so Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer. „Gut ist auch, dass sie dort als nachbarschaftliche Gruppe wieder zusammen sein können.“ Was jeder Einzelne für seinen Aufenthalt benötige, werde in Abstimmung noch aus den Wohnungen geholt.

Bei weiteren Untersuchungen am Dienstag und Mittwoch werden Experten weiter nach den Ursachen für die entstandenen Hohlräume suchen. Bereits am Wochenende hatten die Stadtwerke Augsburg die Wasserleitungen im Umfeld untersucht,konnten jedoch keine undichten Stellen finden, die zu einer Unterspülung geführt haben könnten. „Im Obergeschoss des Hauses, das derzeit saniert wird, werden die Arbeiten eingestellt, damit keine Erschütterungen erfolgen“, so Baureferent Gerd Merkle.

Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber führte auch Gespräche mit den vier Gewerbetreibenden: „Wir werden mit der Wirtschaftsförderung versuchen, alternative Räumlichkeiten zu finden, damit der Schaden durch den Verdienstausfall begrenzt bleibt“, verspricht Weber. (pm)
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