Faszination des unsichtbar Kleinen - Stetten-Gymnasiastinnen beschäftigen sich mit Nanotechnologie

  So klein wie ein Fußball im Vergleich zur Weltkugel ist, so winzig ist ein Nanoteilchen im Verhältnis zu einem Fußball: Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter - mathematisch ausgedrückt also 10 hoch minus 9 Meter. Obwohl Menschen Moleküle, die Nanometer groß sind, nicht sehen können, können sie sie doch erforschen und das übt eine große Faszination aus. Das konnten die Schülerinnen der Klassen 9d und 10c des Stetten-Gymnasiums jetzt bei einem naturwissenschaftlichen Projekt erleben. Aktuell sitzen die beiden Neuntklässlerinnen Sabeth und Laura gerade im Chemiesaal und untersuchen CDs und DVDs mittels eines Lineals. Es geht um die unterschiedliche Datendichte. Vorne am Lehrerpult steht kein Lehrer des Stetten-Gymnasiums, sondern ein Student der Uni Würzburg.
Die Nanotechnologie gilt als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Es gibt kaum einen wirtschaftlichen Bereich, der inzwischen nicht von der Nanotechnologie profitiert, zum Beispiel die Medizintechnik, der Maschinenbau, die Optik oder das Bauwesen.
Zwei junge Wissenschaftler der Uni Würzburg waren am Stetten-Institut zu Gast und haben mit den beiden Klassen an zwei Tagen gearbeitet. Dabei haben die Schülerinnen nicht nur sehr viel über die Nanotechnologie gelernt, sondern auch quasi nebenher das heutige wissenschaftliche Arbeiten geübt. Sie hörten Vorträge, erarbeiteten am Mikroskop wissenschaftliche Erkenntnisse, die sie auf einem Plakat grafisch darstellen mussten, diskutierten die Erkenntnisse, machten Rollenspiele und mussten schließlich ihr neu erarbeitetes Wissen in einem kurzen eigenen Vortrag präsentieren.
„Das Projekt wurde ermöglicht durch die „Initiative Junge Forscher“, dabei geht es um die Nachwuchsförderung des Clusters Nanotechnologie“, berichtet Frau Riedel, Bio- und Chemielehrerin am Stetten und gemeinsam mit ihrem Kollegen Herrn Bischoff verantwortlich für das Projekt. „Kosten sind uns keine entstanden, denn an bayerischen Schulen werden die Kosten durch den Europäischen Sozialfond abgegolten“.
Sichtbar stolz präsentierten die Schülerinnen zum Abschluss ihre Plakate, auf denen etwa Nano-Roboter gegen Krebs, der Nano-Krebs-Schnelltest oder das Nano-Silber erläutert werden. Nano-Silber wird in Sportbekleidung, Kosmetika oder Farbei eingesetzt und wirkt antibakteriell. „Ich habe bei diesem Projekt viel gelernt. Es hat Spaß gemacht, zu erfahren warum zum Beispiel ein Gecko kopfüber an der Decke laufen kann – das hat nämlich mit nanokleinen Klebeteilchen an seinen Füßen zu tun “, erzählt Sabeth Hillmers. „Und es hat Spaß gemacht, dieses Wissen dann auf ein Plakat zu übertragen und das dann vor den anderen zu präsentieren“.
Schulleiterin Barbara Kummer freut sich über die Zusammenarbeit zwischen dem Stetten-Institut und der „Initiative Junge Forscher“: „Wir haben an unserer Schule ja bereits Preisträgerinnen, die den Schulwettbewerb Nanotechnologie gewonnen haben. Unsere Lehrkräfte fördern den naturwissenschaftlichen Blick unserer Schülerinnen auf die Welt, dadurch entstehen hier an der Schule immer wieder neue spannende Lernfelder, die auch ganz neue Erkenntnisse ermöglichen“.
Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.100 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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