Fehlende Zugteile und ausfallende Verbindungen im Fugger-Express: Für Pro Bahn ist "das Maß voll"

Seit Mai sollen laut des Fahrgastverbands Pro Bahn regelmäßig Zugteile im Fugger-Express fehlen. (Foto: David Libossek)

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat genug: Seit Monaten gäbe es Fahrzeugausfälle beim Fugger-Express, wirft Pro Bahn der DB Regio nun in einer Pressemitteilung vor, und bittet auch Landtagsabgeordnete um Unterstützung.

Bereits seit Mai würden fast an jedem Arbeitstag bei mehreren Berufsverkehrszügen im Fugger-Express-Netz Zugteile fehlen. Obwohl Vertreter der DB Regio gegenüber dem Fahrgastverband mehrfach Abhilfe in Aussicht stellten, habe sich die Lage kaum geändert. So verkehrten alleine am vergangenen Montag zehn Züge im Berufsverkehr zwischen Augsburg und München mit einem Wagen oder Zugteil – also bis zu 220 Plätzen – weniger. Die Abfahrt München um 18.15 Uhr blieb in Althegnenberg nach einer Störung der Türüberwachung komplett liegen.

Für den Zeitraum vom 8. bis 21. Oktober fehlten werktags in der Summe bei 22 Zügen im Berufsverkehr Wagen beziehungsweise Zugteile mit insgesamt circa 4800 Sitzplätzen. Mehrfach sei auch wieder die Abfahrt 6.39 ab Augsburg Hbf betroffen gewesen, bei der im Normalfall alle 944 Sitzplätze besetzt sind. Bei Ausfall eines Zugteils seien die drei verbleibenden Triebwagen mit zusätzlich 80 Stehenden bis an den Anschlag gefüllt. Darüber hinaus blieben auch in diesem Zeitraum zwei Züge wegen technischer Störungen jeweils über eine Stunde auf der Strecke liegen, ein weiterer Zug mit 720 Sitzplätzen fiel wegen technischer Probleme an den Fahrzeugen komplett aus.

„Das Maß ist voll“, meint Jörg Lange, Beauftragter des Fahrgastverbandes für den Fugger-Express. Es sei klar, dass man technische Probleme nicht von heute auf morgen lösen könne. DB Regio hätte aber nunmehr fünf Monate Zeit gehabt. „Wir laufen jetzt auf den Winter zu, da werden die Züge noch voller, da Auto- und Motorradfahrer auf den Zug umsteigen“, erklärt Lange weiter. Sei die Situation für die betroffenen Pendler bereits über den Sommer hinweg sehr ärgerlich gewesen, würde ein Fortbestehen der Fahrzeuglage zu nicht mehr tolerierbaren Überbesetzungen oder schlichtweg zurückbleibenden Fahrgästen führen.

Fahrgastverband erwartet massive Probleme nach den Herbstferien

Massive Probleme erwartet der Fahrgastverband bereits in der Woche nach den Herbstferien. Aufgrund des reduzierten und geänderten Fernverkehrangebots auf der Strecke Ulm – Augsburg – München wegen Bauarbeiten im Bahnhof Ulm, werden ICE-Fahrgäste wohl gezwungen sein, ebenfalls auf den Regionalverkehr auszuweichen.

Pro Bahn habe sich deshalb nun an die neu gewählten schwäbischen Landtagsabgeordneten im Augsburger Raum gewandt. Zusammen mit Glückwünschen zum Einzug in den Landtag übermittelten die Fahrgastvertreter die Bitte um Unterstützung. Im Konkreten baten der schwäbischen Sprecher Errol Yazgac und der Fugger-Express-Beauftragte Jörg Lange die Vertreter der Bürger, sich bei Verkehrsministerium und BEG dafür einzusetzen, dass diese umgehend mit der DB Regio wirksame Maßnahmen zur vertragskonformen Durchführung des vom Freistaat beauftragten und überwachten Zugverkehrs festlegen.

Zudem wies Pro Bahn darauf hin, dass zwischen dem Freistaat und der DB Regio aktuell die Bedingungen eines Übergangsvertrags für die Jahre 2019 bis 2022 verhandelt würden. Hier bat man die Abgeordneten, sich für die Vereinbarung einer ausreichenden Fahrzeugreserve zwischen DB Regio und Freistaat einzusetzen. „Von den Fahrgästen erwartet DB Regio auch die pünktliche Bezahlung der Fahrkarten beziehungsweise des Abobeitrages“, stellt Errol Yazgac fest. „Wir erwarten ebenso, dass die DB Regio verlässlich auch die versprochene Kapazität bereitstellt.“ (pm)
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