Gersthofer Geschichten: Schöne Fahrrad-Ziele in Gersthofen und Umgebung

Das Ballonmuseum mit dem ehemaligen Wasserturm. Foto: Monika Saller
 
Der Europaweiher in Gersthofen mit anliegendem Müllberg. Foto: Monika Saller
 
Der Lech-Dschungelpfad in Gersthofen. Foto: Monika Saller
 
Das Gablinger Schloss aus Radlerperspektive. Foto: Monika Saller

Sobald es wärmer wird, zieht es die Menschen nach draußen. Am liebsten auf dem Fahrrad. Doch hier stellt sich immer dieselbe Frage: Wohin möchte ich fahren? Und was habe ich noch nicht gesehen? Hier finden Sie eine Zusammenfassung schöner Ausflugsziele, die alle gut mit dem Fahrrad zu erreichen sind. 

Von Jana Häring
Eine sehr beliebte Sportart, nicht nur im Sommer, ist und bleibt das Fahrradfahren. Auch innerhalb Gersthofens gibt es schöne Ziele, die man mit dem Fahrrad erreichen kann. Eine mögliche Tour, die am Ende circa 20 Kilometer lang ist, startet am Europaweiher, einem kleinen Naturparadies, am angrenzenden Müllberg. Hier kann man die Natur genießen und mit einer kleinen Wanderung auf den Berg hat man eine tolle Aussicht über Augsburg und Gersthofen. Der Müllberg ist eine ehemalige Mülldeponie, der durch die Verfüllung von Baggerseen mit dem Müll des zweiten Weltkrieges entstand. Er ist 55 Meter hoch und gilt heute als Naherholungsgebiet. Wer lieber ebenerdig spazieren geht, kann ab dem Parkplatz am Europaweiher den Dschungelpfad begehen, welcher an 17 Stationen über den Lebensraum, die Tiere und die Pflanzen in diesem Gebiet informiert. Anschließend radelt man am Lech entlang Richtung Norden zum LEW Wasserkraft GmbH, welches Teil der UNESCO-Weltkulturerbe Bewerbung zum Thema Wasser der Stadt Augsburg ist. Es liegt direkt am Lechkanal und überzeugt durch seine Backsteinfassade. Entstanden ist es am Ende des 19. Jahrhunderts um billigen Strom für die Industrie zu erzeugen.

Die Stadtteile Gersthofens

Daraufhin kann man einen Abstecher in die Stadtteile Edenbergen, Batzenhofen und Hirblingen machen, um historische Bauwerke zu bewundern. Hierzu fährt man einmal durch Gersthofen. Die Ortskapelle Edenbergen hat ein Kriegerdenkmal, welches an die gefallenen Soldaten des ersten und des zweiten Weltkrieges erinnert. Sehenswert ist auch das Schloss in Batzenhofen, ein ehemaliger Sommersitz des Kanonissenstifts St. Stephan. Die römisch-katholische Dorfkapelle St. Sebastian liegt dort ganz in der Nähe, welche einen barocken Altar mit einer Statue des heiligen Sebastians besitzt. Wer dann noch nicht genug hat von historischen Gebäuden, kann sich die katholische Pfarrkirche St. Blasius im Stadtteil Hirblingen ansehen, welche seit 1952 an den Friedhof angrenzt, auf dem neben dem Leichenhaus ein spätmittelalterliches, denkmalgeschütztes Steinkreuz steht. Ein weiteres Highlight ist ein Besuch im Gersthofener Ballonmuseum, welches das einzige seiner Art in Europa ist. Dieses ist unter anderem im alten Wasserturm untergebracht und zeigt ausführlich und anschaulich die Geschichte der Ballonfahrer in Deutschland. Das Museum steht nicht ohne Grund in dieser Region. 1786 hat Maximilian Freiherr von Lütgendorf als erster Deutscher versucht, mit einem Ballon aufzusteigen. Nach diesem missglückten Versuch, startete er einen neuen in Gersthofen, wo heute eine originalgetreue Nachbildung seiner Gondel als zentrales Ausstellungsstück im Ballonmuseum zu sehen ist.

Spaß für die ganze Familie

Wen historische Bauwerke und Museen nicht interessieren und wer seine Zeit lieber im Wasser verbringt, kann den restlichen Tag im Freibad Gerfriedswelle verbringen. Dies ist eines der schönsten Spaß- und Erlebnisbäder der Region mit einem Sportbecken, einem Sprungturm, einem Wellenbecken, einem Whirlpool sowie zwei Rutschen. Auch Kinder kommen hier auf ihre Kosten, denn das Bad verfügt über ein Kinderbecken, einen Kinderspielplatz, zwei Trampolins, ein Beachvolleyball-, ein Fußballfeld und einen Kiosk mit Terrassenbereich. Falls das Wetter plötzlich nicht mehr mitmachen sollte, empfiehlt sich ein Besuch in der Exus Sporterlebniswelt. Hier kann man bouldern, klettern, Neon-Minigolfen oder Bubble Soccer spielen.

Gablingen

Aber nicht nur in Gersthofen selbst gibt es tolle Plätze, die mit dem Fahrrad zu erreichen sind. Nicht weit weg befindet sich die Gemeinde Gablingen mit ihrer umstrittenen Abhöranlage. Doch auch das Schloss mit der Kirche St. Martin, hoch über der Schmutter am Rand des Lechtals, ist sehenswert. Ein Schloss gibt es auch in Neusäß zu sehen, ebenso wie die Wallfahrtskirche Maria Loreto oder der Bismarckturm in Steppach. Wer ein bisschen weiter radeln möchte, findet viele Ziele in unterschiedlicher Reichweite.

10–15 Kilometer ab Gersthofen:

An einem sonnigen Tag, wenn man keine Lust hat, ins heiße Auto zu steigen, bieten sich etliche Bademöglichkeiten an, die gut mit dem Fahrrad zu erreichen sind. Der Friedberger Baggersee ist ein guter Ort zum Entspannen und der Weg dorthin führt lange an der Wertach und am Lech entlang. Ein schöner Platz für die ganze Familie ist der Kuhsee mit seinem Hochablass und dem angrenzenden Siebentischwald. Auch hier radelt man weitestgehend an der Seite des Lechs. Dort gibt es Spazierwege und eine Minigolfanlage. Oder man besucht das Waldpavillon Forstmuseum, in welchem man alles rund um Wald und Natur lernen kann.
Ebenfalls in der Nähe liegen der Augsburger Zoo und der Botanische Garten mit einem Angebot für Groß und Klein. Und wenn man schon mal unterwegs ist, kann man auf dem Rückweg an der Kulperhütte an der Wertach halten, um ein kühles Getränk im Liegestuhl zu genießen.
Wer lieber raus aus der Stadt und in die andere Richtung radeln möchte, der ist im Schloss Scherneck richtig. Hier gibt es einen schönen Biergarten oder das Schlossbräustüberl, in dem man es sich gut gehen lassen kann. Wem die fünfzehn Kilometer Fahrradfahren noch nicht reichen, kann sich im anliegenden Kletterwald austoben oder einen Spaziergang auf einem der vielen Pfade genießen.
Ebenfalls circa fünfzehn Kilometer entfernt von Gersthofen liegt der LandArt-Kunstpfad in Bonstetten. LandArt ist eine Kunstform, die dabei hilft, sich selbst und die Natur neu kennenzulernen und anders wahrzunehmen, als bisher. Der Künstler Hama Lohrmann hat hier auf einem sechs Kilometer langen Weg durch die umgebenden Wälder einen einzigartigen Kunstpfad gestaltet, bei dem sich die Kunstwerke ständig durch den Einfluss von Zeit und Wetter verändern. Der Pfad erhält durch die Zusammenarbeit von Lohrmann, der Gemeinde Bonstetten und der Regio Augsburg im Herbst dieses Jahres eine neue Komponente. Mit einer Lauschtour per Handy-App wird man zu jeder Station zusätzliche Infos, interessante Geschichten und auch einige O-Ton-Gedanken des Künstlers anhören und so der Idee Landart noch ein wenig näherkommen können.

20–30 Kilometer ab Gersthofen:

In dieser Entfernung liegen drei Kloster in unterschiedlicher Richtung, die alle einen Besuch wert sind: Oberschönenfeld, Holzen und Thierhaupten. Sie besitzen wunderschöne Kapellen, sind umgeben von Natur und laden ein, die Zeit dort zu genießen.
Es gibt Wanderwege, Klosterführungen und Biergärten. Jung oder Alt, es ist für jeden etwas dabei. Vor allem im Frühling oder Herbst sind dies die optimalen Ausflugsziele.
Doch auch das Städtchen Horgau ist sehr interessant und reizvoll. Ganz in der Nähe von Horgau fand die bedeutende letzte Schlacht des 30-jährigen Krieges statt. Daran erinnern heute zwei Hinweistafeln. Außerdem gibt es im Horgauer Becken mehrerer Gruppen von Grabhügeln aus der Hallstattzeit (750-450 vor Christus). Diese zeigen einen sehr alten Brauch, bei dem die Toten mit Grabbeigaben in hölzernen Grabkammern beigesetzt wurden, die man mit Erde bedeckte, bis ein Hügel entstand. Im schützenden Wald beim Horgauer Bahnhof sind die Grabhügel sehr gut erhalten.
In diesem angrenzenden Wald sind ebenso die Überreste einer KZ-Außenstelle Dachaus zu sehen, die sogenannte Blechschmiede. 2010 wurden die Überreste dieses Gebäudes freigelegt und als offizielles Bodendenkmal ausgewiesen.

30–40 Kilometer ab Gersthofen:

Circa 35 Kilometer entfernt von Gersthofen liegt in Rain am Lech der Dehner Blumenpark. Hier erwartet Sie eine Kombination aus Einkaufserlebnis und Freizeitspaß. Hinter dem Dehner Gartencenter mit seiner Zoo Erlebniswelt befindet sich ein großer Schau- und Naturlehrgarten,
in dem man sich bei einem langen Spaziergang inspirieren lassen kann und zeitgleich lässt es sich wunderbar entspannen. Auch gastronomisch kommt man hier auf seine Kosten, denn sowohl geschmacklich, als auch beim Ambiente ist für jeden etwas dabei.
Falls man Lust auf eine Städtebesichtigung hat, eignet sich Dillingen sehr gut. Hier gibt es viele gut erhaltene historische Gebäude im Stil von Renaissance, Barock und Rokoko zu sehen. Im Herzen der Stadt befindet sich die Königsstraße, welche mit prunkvollen Bürgerhäusern bebaut ist und außerdem der Mitteltorturm und das Rathaus. Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist das Dillinger Schloss, welches aus einer mittelalterlichen Burg hervorgegangen ist. Falls das Wetter nicht mitspielt, kann man das Stadt- und Hochstiftmuseum besuchen, in welchem Exponate aus der Geschichte und Kultur der Stadt, aber auch aus der Ur- und Frühgeschichte der Region gezeigt werden.
Natur- und Rätselfans kommen beim Heckenlabyrinth in Unterweikertshofen auf ihre Kosten. Hier wurden Hainbuchenhecken so zugeschnitten, dass sie mit ihrem verzweigten Netz aus Wegen Abzweigungen und Sackgassen geradezu zum Verirren einladen. Hierbei handelt es sich um ein erweitertes Labyrinth mit neun Umgängen, bei dem die Suche nach dem richtigen Weg in die Mitte und das In-die-Irre-Gehen beabsichtigt sind und die eigentliche Faszination darstellen.
Außerdem liegt Gersthofen direkt an dem Via Claudia Augusta Radweg, auf welchem man von Donauwörth bis nach Verona radeln kann. Von Gersthofen aus kann man entscheiden, ob man den Weg nach Donauwörth und somit am Lech entlang oder den Weg nach Augsburg durch eine Parkanlage wählt.
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