Große Resonanz bei der Veranstaltung des BUND Naturschutz in Bayern e.V. für mehr Naturschutz in städtischen Gärten

Foto: Astrid Hamm
Bericht: Christine Kamm, Claudia Klemencic

Große Resonanz bei der Veranstaltung des BUND Naturschutz in Bayern e.V. für mehr Naturschutz in städtischen Gärten

Wir alle können einen Beitrag leisten, um das Insektensterben zu stoppen
„Die überwältigende Unterstützung der Bevölkerung und auch die Offenheit des Bauernverbands machten es möglich, dass nun auch die Bayerische Staatsregierung die Forderungen des Volksbegehrens für mehr Artenschutz unterstützt“, freut sich Christine Kamm, Ortsvorsitzende in Augsburg des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN). Eine naturverträglichere Landwirtschaft ist dringend erforderlich, um das Insektensterben zu stoppen. Etwa 75% der Insekten-Biomasse ist in den letzten 30 Jahren verloren gegangen viele heimische Arten sind auf der Roten Liste oder ausgestorben. Doch durch interessante vielfältige Strukturen können nicht nur unsere öffentlichen und privaten Grünflächen aufwerten, sie dienen auch Insekten und Wildbienen als Lebensraum.
Doch auch in der Stadt und in den privaten Gärten brauchen wir die Trendumkehr: Akkurat gemähten Rasenflächen oder Steinwüsten bieten keine Nahrung für die Insekten und keine Möglichkeit der Fortpflanzung. Pestizide sind in Haus- und Kleingärten fehl am Platz. Mähroboter bedrohen zudem Igel und andere Wildtiere.

„Niemand allein kann das Insektensterben stoppen, aber wir alle können etwas für Artenvielfalt tun“, so Referentin Astrid Hamm

bei der Veranstaltung am 27. März in der Stadtbücherei in Augsburg, zu der der BN geladen hatte. Astrid Hamm berät seit Jahren Unternehmen wie private Gartenbesitzer und Unternehmen, was diese für mehr Biodiversität in ihren Gärten oder Balkonen tun können. Frau Hamm wirkt auch im Projekt „Stadtgrün wertschätzen“ der Stadt Augsburg mit.
Bienen, Hummeln und Schmetterlinge erfüllen eine enorm wichtige Funktion für unsere Umwelt und für uns Menschen. Durch die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und hohem Pestizideinsatz sind private Gärten umso wichtiger als Rückzugsraum. „Mit nur wenig Aufwand können wir Gärten, Balkone und auch Blumenkästen in Paradiese für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge verwandeln,“ erläutert die Referentin. Rasenmähroboter und Pestizide haben in artenreichen Gärten nichts zu suchen. Gut für den Artenschutz sind am Balkon Küchenkräuter und einheimische Arten wie Thymian, Ampfer, Dill, Fetthenne, Natternkopf, Storchschnabel, Glockenblume, Kissenflox, bei etwas mehr Platz im Garten auch Brennnessel, Disteln und viele Stauden oder auch Bienenbäume wie Salweide, Kornelkirsche oder Beerensträucher. Nicht heimische Arten wie Petunien und Geranien sind für unsere Insektenwelt vollkommen wertlos, auf sie sollte zugunsten heimischer Arten verzichtet werden.
In naturnahen Gärten sind ungeordnete Ecken wichtig. Ein kleiner Steinhaufen, eine Lehnpfütze, Sand, oder etwas Totholz hinter Büschen sind wichtige Rückzugsräume für unsere heimischen Insekten.

In der Geschäftsstelle des BN Augsburg gibt es Flyer mit wertvollen Tipps, auch für noch so kleine Gärten oder Balkone finden sich Möglichkeiten.


Die Ortsgruppe plant im Sommer einen Tag der offenen Tür in Augsburgs Naturgärten.

„Es gibt viele Möglichkeiten, den Verlust der Artenvielfalt in Stadt und Land vor der Haustüre zu stoppen, und unsere Gärten, öffentlich oder privat, wieder artenreicher und gleichzeitig interessanter zu gestalten“, berichtet Christine Kamm als Fazit der gut besuchten Veranstaltung des BN mit reger Publikumsbeteiligung.
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