Große Sonderausstellung in Augsburg: Werke berühmter Meister und Virtual Reality

Das Werk Maximilian I. von Albrecht Dürer und Jost DeNegker um 1519, ein Holzschnitt mit zwei Stöcken in Gold und Schwarz. Foto: © Gotha, Stiftung Schloss Friedenstein,
 
Die Handschuhe Kaiser Maximilians I. von Lorenz Helmschmid um 1485 aus Stahl, vergoldetem Messing und Leder. Foto: © KHM Museumsverband, Wien, Hofjagd- und Rüstkammer (Inv. Nr. A 58)

Kaiser Maximilian gehört zu den schillerndsten Herrscherfiguren der Renaissance, den die Nachwelt bis heute als "letzten Ritter", "Schuldenkaiser" oder Dürers Mäzen in Erinnerung behalten hat. Er selbst nannte sich schon zu Lebzeiten "Bürger zu Augsburg". Das zeigt die einzigartige Nähe zwischen dem Kaiser und "seiner" Reichsstadt. 500 Jahre nach Maximilians Tod beleuchtet das Maximilianmuseum das besondere Verhältnis in einer kulturgeschichtlichen Ausstellung.

Neben Ausstellungen in Österreich und New York ist die Schau in Augsburg die einzige zu Maximilian I. in Deutschland im Jubiläumsjahr.

Maximilian und Augsburg: eine besondere Beziehung

Bekanntlich war es vor allem das Geld der Augsburger Kaufleute, welches Maximilian regelmäßig benötigte. Im Gegenzug zu den Darlehen erhielten die Gläubiger vom Kaiser Privilegien, Adelstitel und Ländereien. Aber es gab noch weit mehr als das Finanzielle, das die Stadt und "ihren" Kaiser aneinanderband: Augsburg zählte um 1500 zu den pulsierendsten Zentren Europas. Weltumspannende Handelsbeziehungen lieferten Luxus und ermöglichten eine ausgeprägte Festkultur, die Maximilian pflegte. In Augsburg bündelten sich zudem Gelehrtennetzwerke, die der Kaiser für seine Projekte einzubinden wusste: Augsburger Künstler und Drucker wurden mit der Erstellung von Kunstwerken, Riesendrucken zur Familiengeschichte, Autobiografien und liturgischen Drucken beauftragt. Maximilian wusste seine Beziehung zu Augsburg zu nutzen, aber auch zu fördern. Umgekehrt umwarb die Reichsstadt "ihren" Kaiser, obwohl er sie oft teuer zu stehen kam. 

Den Spuren dieser außergewöhnlichen Verbindung aus wechselseitiger Einflussnahme und schöpferischem Austausch geht die Ausstellung nach und beleuchtet auch Augsburgs Anteil an Maximilians Nachruhm.

Hochkarätige Ausstellungsstücke und Virtual Reality Kunstwerke berühmter Meister wie Albrecht Dürer, Hans Holbein d. Ä., Hans Daucher und Daniel Hopfer treten in der Sonderausstellung neben weitere hochkarätige Leihgaben bedeutender europäischer Sammlungen und Museen.

Bis vor kurzem noch als verschollen gedacht und gerade erst wiederentdeckt wird der "Heilige Oswald" von Jacopo de' Barbari das erste Mal überhaupt in einer Maximilianausstellung zu sehen sein. Neuentdeckungen, wie die einer kaiserlichen Teppichknüpferei oder eines Tranchierbestecks, das der Kaiser verschenkte, illustrieren zusammen mit Schatzstücken der Kunstsammlungen, des Stadtarchivs sowie der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg eine neue Facette des Herrscherbildes Kaiser Maximilians I. 

Geheimes Nachttor mit der VR-Brille erkunden

Eine Besonderheit ist die virtuelle Rekonstruktion des Alten Einlasses. Das Nachttor wurde 1514 für Maximilian I. erbaut und ist wegen seiner geheimen Mechanik legendär. Mittels einer VR-Brille können die Besucher das längst abgerissene Wunderwerk erkunden. Archivalien, historische Pläne und Beschreibungen ermöglichten die wissenschaftlich fundierte, virtuelle Rekonstruktion. 

Zahlreiche Führungsangebote laden die Besucher zudem ein, die Sonderausstellung zu Maximilian I. vielfältig zu erkunden. Neben einem "History Slam", einem Konzert, dem Programm zur Langen Nacht der Kunst, einem Kalligraphie-Kurs für Erwachsene, einer Gehörlosenführung mit Gebärdendolmetscherin und einer Führung für Menschen mit Demenz, gibt es ein engmaschiges Führungsprogramm durch die Sonderausstellung für Erwachsene sowie ein buntes Ferienprogramm für Kinder. (pm)

Alle Termine sind online einzusehen unter kunstsammlungen-museen.augsburg.de. Die Öffnungszeiten zur Sonderausstellung sind bis zum 15. September: Dienstag, Mittwoch sowie Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und jeweils donnerstags von 10 bis 20 Uhr. Eintrittspreise 9 Euro, 7 Euro ermäßigt.
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