Gute Nachricht für Bahnpendler: Keine Fünfer-Sitzreihen im Fuggerexpress

Im Fuggerexpress wird es keine Fünfer-Sitzreihen geben. (Foto: Saskia Kerschbaum)

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat ein Verbot von fünf Sitzen pro Reihe in Fuggerexpress, Ammersee- und Paartalbahn durchgesetzt. Damit stehen die Chancen gut auf mehr Platz für die Fahrgäste.


Gute Nachricht für viele Bahnfahrgäste: Der Fahrgastverband Pro Bahn konnte erreichen, dass in den Regionalzügen rund um Augsburg auch weiterhin maximal vier Fahrgäste in einer Reihe sitzen; "die in der neuen Ausschreibung ab Dezember 2021 mögliche Aufteilung von drei Sitzen auf einer Seite des Mittelgangs und zwei weiteren auf der anderen Seite wurde zurückgenommen und ist nicht mehr zulässig", teilt der Fahrgastverband in einer Presseerklärung mit. Betroffen sind einerseits die Züge des Fugger-Express, die von Ulm und Donauwörth kommend über Augsburg nach München fahren, und andererseits die derzeit von der Bayerischen Regiobahn betriebenen Strecken von Augsburg in Richtung Ingolstadt und Ammersee.

"Bereits heute muss sowohl in den Vierergruppen wie auch in der Reihenbestuhlung ein am Gang sitzender Fahrgast aufstehen, damit sich jemand auf den Fensterplatz setzen kann. In Zukunft sollten es dann zwei sein, bei einem Gang, der nochmals zehn Zentimeter schmäler ist", erläutert Jörg Lange, der für den Fahrgastverband die Ausschreibung verfolgt. Die Befürchtung war, dass dann in diesem Netz mit häufigem Fahrgastwechsel ein nicht unerheblicher Teil der Sitze auf den 3er-Bänken freigeblieben wäre und damit die vorgesehene Erhöhung der Sitzplatzanzahl nur auf dem Papier existiert hätte.

Diese Bedenken hatte der Fahrgastverband Vertretern der Region wie Oberbürgermeister  Kurt Gribl sowie den Landräte Martin Sailer (Landkreis Augsburg) und Klaus Metzger (Aichach-Friedberg) und Abgeordneten des Landtags vorgelegt.

Mit Schreiben vom 16. März hat nun die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) dem Fahrgastverband mitgeteilt, dass im Ausschreibungsnetz der Einsatz einer 2+3 Bestuhlung nachträglich ausgeschlossen wurde, da man die Randbedingungen genauer untersuchen wolle. Die Ausschreibungsunterlagen wurden inzwischen entsprechend geändert. Dringend nötig und in der Ausschreibung auch vermerkt ist, dass die Züge in den Spitzenzeiten mehr Kapazität brauchen – "nun muss das eben anders gelöst werden, als die Fahrgäste noch enger als bisher in den Zügen unterzubringen", so die Pressemitteilung.

Lange und Errol Yazgac, Beauftragter des Fahrgastverbandes für Schwaben, betonen, dass man die ursprüngliche Aufnahme der 3+2 Bestuhlung in die Ausschreibung durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft BEG durchaus nachvollziehen könne. Denn die BEG müsse mit dem Budget zurechtkommen, das ihr vom Bund beziehungsweise dem Freistaat zugeteilt werde, und unterläge dadurch einem ständigen Druck, Kosten zu senken. Hier kämen auch noch die Finanzierungsrisiken dazu, die durch den Bau der 2. Stammstrecke in München entstanden seien.

Gefordert seien letztendlich sowohl der Freistaat wie auch Bundesregierung und Bundestag, für den Ausbau des ÖPNV auch die entsprechenden Mittel bereitzustellen, so die Fahrgastvertreter. Wer Alternativen zu Fahrverboten und bessere Luft und weniger Lärm in den Städten wolle, müsse auch breit sein, in den öffentlichen Verkehr zu investieren. Denn nur wenn neben Pünktlichkeit und Angebotsdichte ein gewisser Mindestkomfort geboten würde, seien auch mehr Bürger bereit, das Auto stehen zu lassen. Und würden damit auch Platz auf den Straßen machen für diejenigen, die auf diese angewiesen sind, wie Handwerker, Handel sowie Pendler und Reisende ohne sinnvolle ÖPNV-Alternative. (pm)
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