Gute Nachricht für Oberen Graben: Keine Statikprobleme im Nachbarhaus

Gerd Merkle bei einer Probebohrung im Keller des Hauses. (Foto: Annette Zoepf/Stadt Augsburg)

Die Nachbarn des einsturzgefährdeten Hauses am Oberen Graben können aufatmen: Ihr Haus ist nicht von den gleichen Problemen betroffen. Das ergaben nun weitere Untersuchungen der Statiker.

Nach der Evakuierung des Wohnkomplexes am Oberen Graben 8-12 am Freitagabend fanden in den vergangenen Tagen weitere Untersuchungen der Bausubstanz statt, wie die Stadt in einer Presseerklärung mitteilt. Die Experten suchten demnach  weiter nach den Ursachen für die entstandenen Hohlräume. In diesem Zusammenhang nahmen sie am Mittwoch auch die Keller des benachbarten Gebäudes im Oberen Graben 4 in Augenschein. Die Erkenntnisse sind gute Nachrichten für die Bewohner. Im Schreiben an die Stadt heißt es: „Bei der Ortsbegehung wurden keine Anzeichen festgestellt, die auf Setzungen oder Defizite im Gründungsbereich hindeuten, weshalb tiefergehende Untersuchungen derzeit nicht als notwendig erachtet werden.“

Der Bauart und des Baustils des Treppenhauses nach zuurteilen, stamme das heutige Bauwerk aus der Zeit ab 1960.Bis Anfang kommender Woche werden die Experten

voraussichtlich einen Sanierungsplan für den gefährdetenGebäudekomplex am Oberen Graben 8-12 präsentieren. Erst dann kann entschieden werden, was getan werden muss, damit die Bewohner und Geschäftstreibenden sobald wie möglich in das Gebäude am Oberen Graben zurückkehren können.

Das Gebäude steht im Eigentum einer von der Stadt verwaltetenStiftung. Am Donnerstag vergangener Woche waren bei Bodenuntersuchungen im Rahmen der Gesamtsanierung des Gebäudes bei der Öffnung der Bodenplatte mehrere Hohlräumeunter tragenden Wänden entdeckt worden. In einem Schreiben an die Stadt, das am Freitag vergangener Woche einging, hatte das beauftragte Ingenieurbüro empfohlen, das Gebäude wegen „Gefährdung der Standsicherheit (F) unverzüglich“ zu räumen.Daraufhin war das Gebäude noch am Freitagabend durch die Stadt evakuiert worden.

Bewohner bis auf Weiteres im Hintermayr-Stift

Die 21 am Freitagabend dort angetroffenen Bewohner warennach dem Gefahrenhinweis der Statiker am Freitagmittag in einer von der Stadt innerhalb von Stunden organisierten Evakuierung zunächst in einem Hotel, im Servatius Stift und bei Angehörigen untergekommen. Sie wurden dort auch von Mitarbeitern der Stadt betreut. Am Montagvormittag siedelten sie nun bis auf Weiteres in derzeit leerstehende Wohnungen im Hintermayr-Stift um.

Suche nach Räumen für Gewerbetreibende

Nach der Evakuierung des Gebäudes am Oberen Graben konntendie meisten Betriebe bereits Übergangslösungen finden und den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.

Für die Goldschmiedemeisterin Renate Ammer und ihre Angestelltenkonnte die Stadt Augsburg eine geeignete Ausweichfläche in einem städtischen Objekt zur Verfügung stellen. Der Betrieb wird voraussichtlich schon nächste Woche in der Annastraße 16 (ehemals „Hunkemöller“) eröffnen.

Auch der Friseursalon Haarscharf kann seine Kunden weiter bedienen. Der Betrieb ist vorübergehend in der Friseurinnung in derStettenstraße 20 untergebracht.

Das Ipanema Waxingstudio konnte ebenfalls in kurzer Zeit eineAusweichfläche finden. Die Inhaberin Patricia Tomé Berne wird schon in Bälde am Martin-Luther-Platz 6 eröffnen.

Offen ist nun noch, wo und wann „Lady Hair Bethmann“ wiederöffnen wird. Die Stadt Augsburg hat der Inhaberin die Fläche des „Räumchen wechsel Dich“ in der Barfüßer Straße angeboten.

Aufenthalt im Gebäude verboten

Aufgrund der bestehenden Einsturzgefahr sind das Betreten undder Aufenthalt im Gebäude seit Freitag, 9. November, 22 Uhr, verboten. Das Gebäude darf nur von Personen, die mit der Gebäudestandsicherheit befasst sind, sowie von Einsatzkräften
der Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und zuständigen Mitarbeitern der Stadt Augsburg betreten werden. (pm)
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