Hier schwebt die Brechtbühne

Mit einem Kran wurde die Lüftungsanlage vom Dach der Brechtbühne gehoben und mit Lastwagen zunächst in ein Zwischenlager gebracht. Die Anlage wird für das Ofenhaus als Schauspiel-Interim auf dem Gaswerk-Gelände verwendet. Foto: Ruth Plössel/Stadt Augsburg


Zug um Zug geht der Abbau der Brechtbühne voran. Das Innenleben des Schauspiel-Provisoriums an der Kasernstraße ist mit Obermaschinerie, Bühnenbeleuchtung, Tribüne, und Bühnenboden der Probebühne sowie allem, was tragbar ist, bereits leergeräumt. Jetzt wurde mit einem 40 Meter hohen und 60 Tonnen schweren Kran die mehrteilige Lüftungsanlage vom Dach der Brechtbühne geholt. Mit seinem Ausleger von 52 Metern ließ der Kran die jeweils 500 bis 1000 Kilogramm schweren Teile entschweben und auf einen Lastwagen zum Abtransport aufsetzen.

Die Lüftungsanlage wird nun zwischengelagert, bevor sie Anfang August auf das Dach des Ofenhauses gehoben und dort wieder montiert wird. Dass die Lüftungsanlage wiederverwendet werden kann, ist deshalb möglich, weil das Luftvolumen des Raumes im Ofenhaus aufgrund seiner Abmessungen jenem der Brechtbühne entspricht.

Der Zeitpunkt für den Rückbau der Brechtbühnen-Hülle selbst muss mit der Arbeit der Archäologen vor Ort genau getaktet sein. Erst wenn absehbar ist, wann die Altertumsforscher ihr Grabungsfeld zeitlich "beziehen" können, wird die Außenhülle entsprechend vorher demontiert. Experten vermuten dort aufgrund des Verlaufs einer Römerstraße in unmittelbarer Nähe größere Funde aus der Römerzeit. Im Rahmen der archäologischen Ausgrabungen werden auch die Duktilpfähle, auf denen die Brechtbühne steht, Schritt für Schritt freigelegt und gekürzt. Nur so kann das Baufeld für das künftige Bauteil II des Theaters vollständig freigelegt werden.

Der Bau der Brechtbühne wurde seinerzeit vom Freistaat Bayern mit 1,82 Millionen Euro gefördert. Da der Bau vor Ablauf seiner ursprünglich geplanten Nutzungszeit zurückgebaut wird, müsste die Stadt einen Teil der Fördersumme zurückbezahlen. Weil jedoch Teile der Bühne wiederverwendet werden, steht noch nicht fest, wie hoch eine mögliche Rückzahlung ausfällt. Stadt und Fördergeber sind darüber im Gespräch. (pm)
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