Im Tiefschlaf missbraucht: 52-Jähriger vergeht sich an schlafender Partnerin

Ein 52-jähriger Mann musste sich am Dienstag vor dem Augsburger Amtsgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen verantworten. (Foto: Sebnem Ragibogl 123rf.com)

Mit ein paar Gläsern Rotwein und Sekt feierte ein Pärchen in Ustersbach in der Silvesternacht 2015 den Jahreswechsel. Als der 52-jährige Mann dann gegen 3.30 Uhr zu Bett ging, blieb seine gleichaltrige Partnerin noch im Erdgeschoss und räumte auf. Eine Viertelstunde später legte sie sich zu ihrem Partner, nahm zuvor allerdings krankheitsbedingt noch eine Schlaftablette. Am nächsten Morgen wachte sie nackt auf und konnte sich an nichts mehr erinnern. Der 52-Jährige musste sich nun am Augsburger Amtsgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen vor Gericht verantworten und bekam eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung.

Ursprünglich hatte sich der Mann aus Münsterhausen das offenbar anders vorgestellt, denn sein Verteidiger Reinhard Metzger erklärte zu Prozessbeginn, dass er einen Freispruch für seinen Mandanten anstrebe. Diesem sei nicht klar gewesen, dass sich die Geschädigte durch die Schlaftabletten im Tiefschlaf befunden habe. Nach Auffassung des Angeklagten sei es zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen.

Richterin Melanie Koch forderte den 52-jährigen Industriemeister auf, die Tatnacht noch einmal genau zu schildern. Der Angeklagte erklärte, dass zunächst keine Unterhaltung stattgefunden habe. Nachdem er seine Partnerin dann mit den Worten „Komm doch noch ein bisschen her“ aufforderte, sei die 52-Jährige zu ihm herangerutscht. „Dann hat es seinen Lauf genommen“, sagte der Angeklagte. Koch hakte weiter nach und wollte es genauer wissen.

Angeklagter: „Sie war nicht so aktiv“

Nach Zärtlichkeiten beiderseits soll es dann zum Geschlechtsverkehr gekommen sein. Allerdings soll der Sex anders gewesen sein als sonst. „Sie war nicht so aktiv“, gab der Industriemeister zu. Auf weitere Nachfragen der Richterin oder Cornelia McCready, die die Nebenklägerin vertrat, wie sich seine Partnerin in der Nacht verhalten habe, als sie ins Bett kam, ob sie sich während des Sex bewegt und anschließend wieder angezogen und zugedeckt habe, wusste der Angeklagte keine Antwort, zuckte mit den Schultern und schaute zu Boden.

McCready hielt dem 52-Jährigen auch die Aussage der Geschädigten vor, die sie bei der Polizei machte. Dort sagte sie aus, dass sie am nächsten Morgen in Richtung Küche gegangen sei, wo sich der Angeklagte aufhielt. Dieser sei dann ins Wohnzimmer ausgewichen. „Er stand in der Ecke und hat geweint wie ein kleines Kind“, verlas McCready die Angaben bei der Polizei.

Die 52-Jährige habe ihn dann gefragt: „Was hast du mit mir gemacht?“. Ihr gegenüber erklärte er, dass sie sich weder selbst ausgezogen noch mitgemacht habe. Auf ihre Frage, wie lange es gedauert hat, soll der 52-Jährige nur geantwortet haben: „Hasennummer“.
Eine Aussage vor Gericht blieb der Geschädigten erspart, denn Verteidiger Metzger erklärte, dass sein Mandant den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück nimmt und die Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, akzeptiert. Zudem strebt er zivilrechtlich einen Täter-Opfer-Ausgleich an.
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