Inklusion lernbeeinträchtigter Menschen an der vhs Augsburg

  Augsburg: VHS Augsburg / Willy-Brandt-Platz 3a, Raum 103, I. OG / | Das Gemeinschaftsprojekt „Inklusion an der vhs“ von Lebenshilfe Augsburg und vhs Augsburg Stadt wendet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Diese sollen ermutigt werden, am Programm der vhs teilzunehmen. Im Wintersemester 2019/20 wird hierfür erstmals ein Auszug des vhs Programms in einfacher Sprache zusammengestellt und verbreitet werden. Im ersten Semester werden es voraussichtlich 15 Kurse sein, die integrativ angeboten werden.

Organisatorin vor Ort in der vhs ist Alexandra Kiederle, die seit Januar dieses Jahres im Auftrag des Teams der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Augsburg e.V. mit der Auswahl geeigneter Kurse und Schulung der Dozenten befasst ist. Finanziert wird das Projekt zum größten Teil von der bekannten Soziallotterie „Aktion Mensch“. Auch das Sozialreferat der Stadt Augsburg hat Unterstützung geleistet.
Mehr als 25 Dozenten der vhs Augsburg haben bereits beim ersten Aufruf im Frühjahr ihr Interesse bekundet, ihren Kurs für Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit Lernschwierigkeiten aus dem Inklusionsprogramm zu öffnen. Enthalten sein wird daher schon jetzt ein breites Angebot an Kursen verschiedener Themenbereiche: Sportkurse, handwerkliche Kurse und Stilberatung, Kurse zu gesellschaftlichen Themen und Recht – in weiterer Planung sind aber auch ein integrativer „Easy English“ Kurs und ein „Mathe für den Alltag“ Seminar, die sich an Menschen wendet, die noch nie eine Fremdsprache erlernt haben oder merken, dass sie ihr Zahlenverständnis wiederauffrischen möchten.

Bei Bedarf Assistenz zur Seite gestellt

Bei Bedarf kann dem Teilnehmer für An- und Abfahrt sowie Kursteilnahme ein Bildungsbegleiter als Assistenz zur Seite gestellt werden. Dieser erhält eine Aufwandsentschädigung. Bürger und Bürgerinnen die Interesse haben, ehrenamtlich als Begleitperson tätig zu werden, können sich mit Alexandra Kiederle in der vhs am Willy-Brandt Platz in Verbindung setzen.
Die Leitung der Offenen Hilfen, Sabine Hollstein, erklärt die Motivation hinter dem Projekt: „Die vergangenen Jahrzehnte haben die Lebenshilfe zu Experten im Umgang mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen gemacht. Der Inklusionsgedanke bringt uns in eine neue Rolle des Vermittlers zwischen verschiedenen Welten. Er bringt Herausforderungen und Chancen mit sich, denen wir mutig begegnen möchten.“

Pilotprojekt für Inklusion in Volkshochschulen

Die Projektlaufzeit beträgt zunächst drei Jahre bis Ende 2021. Die Idee für das Projekt stammt aus Bamberg. Die dortige vhs inkludiert seit mehreren Jahren Menschen mit Lernschwierigkeiten gezielt in eine Vielzahl ihrer Kurse und habe damit hervorragende Erfahrungen gemacht.
Laut Stefan Glocker, Leiter der vhs Augsburg Stadt, enspricht "Inklusion fundamental dem Sinn der Volkshochschul-Bewegung, da diese explizit für „Bildung für alle“, Vielfalt und Integration steht." Integration bedeutet laut Bundesministerium des Inneren (BMI) „alle Menschen, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland leben, in die Gesellschaft einzubeziehen.“ Dies „erfordert ein Engagement in nahezu allen Lebensbereichen und von allen staatlichen Ebenen. Viele Bundesressorts, aber auch viele nichtstaatliche Akteure.“
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