Kein Schnitzel-Verbot auf dem Plärrer: Ordnungsreferent zieht Halbzeit-Bilanz und reagiert auf Kritik

Als symbolische Dankesgeste überreichte Ordnungsreferent Dirk Wurm (dritter von links) zur Halbzeit des Plärrers Torten an Vertreter von Polizei, Bayerischem Roten Kreuz, Stadtjugendring und Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Foto: Laura Türk

Eine erste Zwischenbilanz zum Augsburger Herbstplärrer haben Ordnungsreferent Dirk Wurm sowie Vertreter der Schausteller, der Polizei, der Feuerwehr und des Roten Kreuzes am Montag gezogen. Auf die erste von zwei Festwochen blickten alle Beteiligten zufrieden zurück.

Man habe für die erste Hälfte des Plärrers "ideale Bedingungen" gehabt, sagte Dirk Wurm im Bezug auf das Wetter. Auch Gespräche an den Ständen hätten bestätigt, dass es bisher wirklich gut laufe. Für Süßwarenverkäufer wie ihn sei das heiße Wetter bisher hingegen eher etwas schlechter gewesen, erzählte Bruno Noli vom Schaustellerverband. Er freut sich, dass es in der kommenden Woche etwas kühler werden soll. "Ich denke wir kommen am Herbstplärrer alle gut zurecht", resümierte Noli.

Auch Robert Kühnel von der Polizeiinspektion Augsburg-Mitte ist zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Volksfestes. Zwar sei die Bilanz der Polizeieinsätze etwas schlechter als beim Frühjahrsplärrer, aber gleichauf mit dem Herbstplärrer des vergangenen Jahres. Erfreulich sei, dass es diesmal besonders wenige Eigentumsdelikte gab. Das zeige, dass die Besucher sich an die Tipps zur Vermeidung von Taschendiebstählen hielten.

16 Behandlungen aufgrund von Alkoholkonsum

Michael Gebler, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, sieht die 143 Versorgungen, die sein Team bisher vorgenommen hat, ebenfalls als einen niedrigen Wert an. Es habe sich überwiegend um "lapidare Behandlungen" wie kleine Schnitte oder Kreislaufprobleme gehandelt. Ein leichter Anstieg sei zwar bei den Behandlungen zu verzeichnen, zu denen es aufgrund von Alkoholkonsum kam, allerdings befände man sich hier mit 16 Versorgungen noch immer auf einem sehr niedrigen Wert. "Und die Arbeitsbedingungen sind jetzt natürlich ideal", sagte Gebler im Bezug auf die neue Plärrerwache, die erst Ende August rechtzeitig vor dem Plärrerbeginn eingeweiht worden war.

Im Vergleich zu anderen Volksfesten sei die Sicherheit auf dem Plärrer "supergut", meinte Dirk Wurm. Natürlich könne es aufgrund von Alkoholkonsum immer mal wieder zu Zwischenfällen kommen, doch "wir werden nun nicht beginnen, nur noch alkoholfreies Bier auszuschenken", so Wurm.

Kein Fleischverbot auf dem Plärrer

"Wir werden im übrigen auch sonst keine Restriktionen vornehmen, was das Essen und Trinken angeht", sagte der Ordnungsreferent weiter, und ging damit auf Forderungen der V-Partei³ ein, die ihren Wunsch nach einem "fleischfreien" Plärrer kürzlich öffentlich gemacht hatte. Die Partei hatte den Ordnungsreferenten und Bürgermeisterkandidaten der SPD für ein Foto kritisiert, dass er zur Plärrereröffnung auf Facebook veröffentlicht hatte. Es zeigte Wurm mit seiner Familie im Festzelt beim Essen eines Brathähnchens. "Anstatt auf Social-Media mit Regenwaldbrathähnchen oder Grillaktionen zu werben, sollten sie dafür sorgen, in und aus Augsburg ein deutliches Signal zu senden", forderte die Partei in einer Pressemitteilung. Auf dem nächsten Plärrer sollten keine Schnitzel, Steaks oder Würstchen tierischen Ursprungs, sondern vegane Alternativen angeboten werden, so die Forderung der Partei.

Dirk Wurm lehnte diese am Montag deutlich ab, "weil das ein Volksfest ist. Da soll jeder essen und trinken können, was er will."
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