Keltenschanze in Welden gleicht einem Schlachtfeld

Irgendjemand findet wohl auch das dieser Ort gestört wurde.
Als bekennender Mittelalterfan und Liebhaber von allem, was mit Wikingern und Kelten zu tun hat, wollte ich schon sehr lange die Viereckschanze oder Keltenschanze im nördlichen Welden besuchen. Laut meiner Recherche gilt sie als Paradeexemplar unter den Keltenschanzen im süddeutschen Raum. Als Schanzen bezeichnet man Versammlungsstätten der Kelten, die mit aufgeschütteten Wällen und vorgelagerten Gräben geschützt sind. Damit verteidigten sich die Menschen damals vor einfallenden Feinden.
Die Viereckschanze in Welden, genauer gesagt in Reutern, ist rauten-ähnlich geformt und misst an jeder Seite ca. 72 Meter. Der ehemalige Eingang der Anlage befindet sich auf der Ostseite. Von dort gelangt man auf den Wall und hat einen Blick über das gesamte Areal.
In einem Bericht von 2014 wurde von der Einweihung einer Informationstafel berichtet, auf der auch die archäologischen Hintergrunde erläutert wurden. Sowohl in diesem Bericht als auch auf Videos im Internet ist die Schanze wunderschön im Wald gelegen.

Also machte ich mich auf nach Reutern bei Welden. Dort angekommen, erinnerte mich nur die Informationstafel daran, dass ich wirklich richtig war. Die halbe Schanze glich einem Schlachtfeld. Nur das dort nicht Krieger lagen, sondern gefällte Bäume, alles lag kreuz und quer, überall waren Spuren von schwerem Kettenfahrzeugen und nichts erinnerte hier an einen positiven mystischen Ort. 
Seltsamerweise schien es für mich so, als ob das so gewollt war. Der erste Teil war eingezäunt und die Bäume dort waren eindeutig schon viel früher gefällt worden. Kleine Setzlinge waren gepflanzt und Moos wuchs auf dem Wall.

Zu Hause angekommen, machte ich mich gleich ans Telefon, denn ich wollte unbedingt herausfinden, was das zu bedeuten hat. Nach fünf erfolglosen Telefonaten hatte ich dann den zuständigen Revierleiter in der Leitung, der mir erklärte, dass dieses Stück Wald wohl im Privatbesitz wäre und nach Aussage eines seiner Waldarbeiter sei das ein Sturmschaden gewesen und man hat deswegen gleich alle Bäume gefällt um beim nächsten Sturm nicht wieder einen Schaden zu haben.

Ich muss mich wohl mit dieser Aussage zufrieden geben, obwohl ich nach wie vor entsetzt bin, wie man ein so altes Stück Geschichte so zurichten kann und ich kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen alles wieder so herrichten, dass man sich wieder an diesem ehemaligen Paradeexemplar erfreuen kann.
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