Kissinger SC Basketball - Das Runde muss ins … Runde!

Der Spaß am Spiel blieb das Ergebnis für den KSC (weißes Trikot) gegen Kaufbeueren, die am Ende das Turnier gewannen. Fotos: Guido Bolenski
 
Bei Spielen bis zur U12 können kleinere Bälle und abgehängte Körbe auf 2,60 m Höhe eingesetzt werden. Foto: Monika Saller
 
Sprungkraft und Konzentration – wichtige Skills beim Basketball. Foto: Monika Saller

In Kissing haben einige Kinder gerade einen neuen Sport entdeckt und stehen vielleicht in einigen Jahren in der Wettkampfmannschaft des KSC. Andere sind längst fasziniert. Was Basketball so spannend macht.
 

Der Ball muss von oben durch den Ring. So einfach ist das. Doch was so banal die Spielidee des Basketballs beschreibt, übt auf Spieler und Zuschauer gleichermaßen eine große Faszination aus. Tatsächlich ist dieser Sport weder etwas für schwache Nerven, noch für Bewegungsfaule. Schnell ist er und wendungsreich. Und dabei ausgesprochen fair.
Auch der Ball, der von einem kleinen Kind geworfen wird, findet den Weg in den Korb, obwohl der meist auf 3, 05 Metern über dem Boden hängt, was schon Grundschüler für Basketball begeistern kann. Während man beim Fußball manchmal stundenlang auf zählende Punkte warten muss, ist unter dem Korb immer etwas los. Hin und her bewegen sich die Spieler, häufig landet der Ball im Netz und bringt dem Team je nach Spielsituation einen bis drei Punkte. Profispiele haben so am Ende Punktestände von um die 100 pro Mannschaft. Während des Spiels kann sich die Führung ständig ändern und ein Wimpernschlagsieg mit dem Schlusspfiff ist keine Seltenheit. Zuschauer und Spieler bleiben also am besten bis zur letzten Sekunde am Ball.
Die Spielregeln verhindern, dass der Spielfluss ins Stocken gerät. Nach acht Sekunden muss die angreifende Mannschaft ihre eigene Spielfeldhälfte verlassen haben. 24 Sekunden darf ein Angriff dauern. Gemessen wird das von der „Shot-Clock“, der Wurf-Uhr. Länger als drei Sekunden darf man als Spieler nicht in der rechteckigen gegnerischen Zone „parken“. Einwürfe müssen nach fünf Sekunden beendet sein. Da es für die jeweils fünf Feldspieler während der viermal zehn Minuten Spielzeit keine Ruhepausen gibt, hat jede Mannschaft sieben Spieler auf der Bank, die beliebig oft gewechselt werden können. Die Uhr steht nach einem Schiedsrichterpfiff und so dauert ein Spiel schnell einmal doppelt so lange wie die reine Spielzeit vorgibt.

Ausrüstung

Es gibt Sportarten mit enormem Materialeinsatz. Beim Basketball reichen erst einmal ein Spielfeld, ein Korb und ein Ball – und ein paar gute Schuhe, die die schnellen Antritte, Richtungswechsel und Sprünge mitmachen und dabei die Gelenke schützen. Üben kann man prinzipiell ohne Mannschaft und sogar draußen auf öffentlichen Spiel-Plätzen, wo auch eine Variante dieser amerikanischen Sportart ihre Bühne hat, Street-Ball.

Der KSC

In Kissing wird seit 1985 Basketball gespielt, damals in der Kreisklasse und als das erste Team im Landkreis Aichach-Friedberg. 1987 gründete der Kissinger Sportclub eine eigene Abteilung für Basketball und Volleyball. Die Geschichte ist von viel Auf und Ab und dem Pendeln zwischen Bezirksklasse Süd und Kreisklasse geprägt. Zunehmend installierte man Jugendarbeit, um eigenen Nachwuchs für das Team zu bekommen. Aktuell sind es vier Gruppen, die in der Paartalhalle trainieren – Kinder, die ein altersgerechtes Grundlagentraining für den Spaß am Sport erhalten; eine gemischte Jugendmannschaft, für die Teambuilding, Kraft und Kondition sowie einfache Spielzüge und -systeme im Vordergrund steht; eine aktive U20-Mannschaft mit Spielbetrieb in der Bezirksoberliga in der Saison 19/20 und ein Freizeit-Team, das sich großteils aus der ehemaligen Erfolgsmannschaft der 2000er-Jahre zusammensetzt, die sich meistens jeden ersten Mittwoch im Monat in der Kissinger Paartalhalle trifft.
Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts, mit oder ohne Vorkenntnisse, mit Spielfreude und Teamgeist, sind am Freitagabend herzlich eingeladen, ab 17 Uhr am Training teilzunehmen!

Darauf kommt es an

Für die Kinder, die sich am Freitagabend in der Paartalhalle zum Training treffen, geht es ohne Leistungsdruck, aber mit viel Spaß an der Bewegung zur Sache. Bereits das Aufwärmen ist ein Power-Fitnessprogramm. Linienläufe, Reaktionsübungen, und immer wieder schnell hin und her durch die ganze Halle – mit oder ohne Ball, all das schult, was man beim Basketball vor allem braucht: Kondition und Ballgefühl. Die Kinder bekommen erst einmal beigebracht, wie man richtig dribbelt, also durch die Halle läuft und gleichzeitig den Ball auf den Boden prellt. „Nicht auf den Ball schauen“, mahnt Trainer Markus. Der Ball muss von selbst mitlaufen – schließlich sollte man den Gegner nicht übersehen, der nichts anderes im Sinn hat, als selbst in Ballbesitz zu kommen. Wer die Grundform drauf hat, darf auch gleich an Finten arbeiten: „Einmal kurz absetzen“, meint der Trainer und deutet ein Hinsetzen ohne Sofa an. Wer nun den Ball erfolgreich hinter dem Körper vorbeidribbelt, hat den Gegner im Griff. Nun folgt noch eine Drehung aus dem Lauf, der den Gegner ganz schön irritieren kann. Cool.
Die nächste Baustelle für Neulinge ist die Wurftechnik. Es ist entscheidend, wie der Ball gehalten wird, wie man zielt und das Brett hinter dem Korb geschickt als Hilfsmittel nutzt. Auch Profis trainieren stundenlang das Werfen auf den Korb. Das kann man auch ganz alleine tun. Stützhand unter den Ball, nicht zu flach werfen, Wurfhand nachklappen, fertig ist der Korbwurf.
Schließlich sind es Korbleger, deren ganz eigener Rhythmus einem Basketballer in Fleisch und Blut übergeht. Tap-tap-tatam. Durch die Gegner durch, kein Schritt zu viel, springen, am besten höher als die anderen. Im Idealfall folgt nun der Korb-Jubel. Der Korbleger ist eine wichtige Schritt- und Wurfkombination, die aus dem Spielfluss heraus geschieht.
Für die Jugendlichen, die sich schon länger mit dem Spiel beschäftigen, geht es bereits um mehr Feinheiten im Umgang mit dem Ball, dem Team und auch den Regeln.
Ganz wichtig beim Basketball sind die strengen Foul-Regeln, die ein Fairplay garantieren. Basketball ist ein körperloses Spiel. Jedes Rempeln, Schubsen, Blockieren oder Einsetzen der Ellenbogen wird geahndet. Aber auch technische Fehler oder Disziplinlosigkeit gegenüber dem Schiedsrichter führen zum Pfiff. Man kann als Defensiv- oder Offensivspieler Fouls begehen, die zu Freiwürfen für den Gegner führen. Zu oft sollte das nicht passieren – beim fünften persönlichen Foul muss man draußen bleiben. Bei besonders unsportlichem Verhalten wird man der Halle verwiesen. All das macht diesen rasanten Sport zu einem der fairsten überhaupt.
Gefragt ist nicht nur körperliche Fitness, sondern auch Köpfchen. Es gibt viele taktische Spielzüge, die zum Einsatz kommen können und die Teams haben auch unterschiedliche Verteidigungsstrategien. Sie können beispielsweise Mann gegen Mann verteidigen oder eine zonenbezogene Variante wählen.

U20 im Turnier

Die Liga der U20 wurde in der vergangenen Saison so organisiert, dass sich die drei teilnehmenden Mannschaften bei einem der Vereine trafen und als Turnier jeweils zwei Spiele spielten. Für Kissing lief es da nicht so gut. Der Termin in der Paartalhalle am 3. März – von dem die hier abgebildeten Fotos stammen – hatte folgende Ergebnisse: Das erste Spiel gegen Kaufbeuren verlor der KSC 26 : 79, das zweite Spiel gegen Buchloe entschieden die Allgäuer für sich mit 44 : 73. Die anderen beiden Spieltage verliefen ähnlich. Sieger der Runde wurde jeweils die DJK Kaufbeuren vor dem VFL Buchloe.
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