Kriegshaber Geschichten: Das coole Spectrum der Musik!

Seit 21 Jahren führen Michael Klein (links) und Ufuk Aykut (rechts) ihren Spectrum-Club mit Fingerspitzengefühl und stehen allen Musikrichtungen offen gegenüber. (Foto: Spectrum-Club)
 
Ein Prosit auf die Location! Von links nach rechts: Die Geschäftsführer Michael Klein und Ufuk Aykut übernahmen im Jahr 1997 den im Oktober 1991 eröffneten Spectrum-Club von den Vorbesitzern Werner Herbst und Peter Kreissl. (Foto: Spectrum-Club)
 
Im Gebäude des Spectrum-Clubs war früher der TSV 1860 Kriegshaber angesiedelt. (Foto: Spectrum-Club)

Seit 27 Jahren die angesagte Location für Veranstaltungen: „Den Augenblick, an dem der Funke vom Künstler zum Publikum überspringt, finden wir am schönsten“, schwärmen Ufuk Aykut und Michael Klein. Die beiden Geschäftsführer des Spectrum-Clubs übernahmen die Location 1997 vom damaligen ICE-Disco-Betreiber Peter Kreissl und von Werner Herbst, von der Chapeau Claque Konzertagentur. Letztere hatten den Musentempel am 1. Oktober 1991 eröffnet und auch die Idee, den Club „Spectrum“ zu „taufen“.

Peter Kreissl und Werner Herbst wollten vor 27 Jahren eine Kultur- und Konzerthalle in Verbindung mit einer angesagten Party-Location schaffen. Michael Klein und Ufuk Aykut: „Als wir das Spectrum 1997 übernahmen, haben wir genau das weitergeführt und sogar ein bisschen optimiert.“

Eine coole Geschichte!

Zum Gebäude selbst gibt es viele Geschichten. Angefangen von der Nutzung als Behelfskirche, später als Turnhalle, dem Hort zur sportlichen Ertüchtigung. Vor der Eröffnung des Spectrums war in dem Haus an der Ulmer Straße 234a eine Country-Kneipe untergebracht.

Spectrum-Club - die coole Location für Konzerte 

Die heutigen Spectrum-Betreiber hatten sich bereits 1987 zusammen in der Musikbranche selbstständig gemacht, gründeten unter anderem ein Musikfachgeschäft für Veranstaltungstechnik und elektronische Musik. „Außerdem planten wir viele Veranstaltungen und unterstützten diese technisch“, erinnern sich Klein und Aykut.
Beide hatten das Spectrum seit seiner Eröffnung am 1. Oktober 1991 im Blick gehabt und fanden es „eine coole Location für Konzerte“, da dort schon vor ihrer Übernahme viele schöne Konzerte stattfanden. Es war eine Fügung des Schicksals, dass der damalige Betreiber Peter Kreissl Nachfolger suchte. Sie kamen mit ihm ins Gespräch, übernahmen bald darauf das Spectrum, damals mit noch weiteren Partnern, bevor sie es komplett dann nur noch zu zweit übernahmen und bis heute erfolgreich weiterführen.

"Der Name ist Programm - eben ein Spectrum der Musik"

Klein, damals Ende 20 und Aykut, seinerzeit Anfang 30, fanden und finden bis heute „dass der Name Spectrum Programm ist.“ Eben „ein Spectrum der Musik, man lässt sich auf keine Sparte festnageln“.

Die sehr gute Mischung im Spectrum-Club macht’s!

Das Konzept der jungen Männer war einfach: „Wir wollten eine sehr gute Mischung von Kultur- und Konzertveranstaltungen. Aber auch coole Partys, zum Beispiel die 80er-Party, die legendäre NDW- und Deutsche Schlagernacht oder einfach einen soliden Rock-Abend“.„Wow, da geht es ja richtig ab“, jubelten die Geschäftsführer bei ihrer ersten Veranstaltung, dem ausverkauften Konzert mit J.B.O. Übrigens: Die Band aus Erlangen steht am Sonntag, 30. Dezember 2018, wieder auf der Spectrum-Bühne.

Mit Fingerspitzengefühl die Spectrum-Club-Durststrecken überwunden

Der Spectrum-Club lief nicht von Anfang an so gut: „Wir hatte die ersten zwei Jahre genug zu tun, um die Location wieder richtig zum Laufen zu bringen. Es gab auch immer wieder ein paar Durststrecken zu überwinden, schließlich gelingt es nicht jedes Jahr, nur Highlights zu buchen. Manchmal funktionierte auch der Kartenabsatz zu Konzerten nicht so wie angenommen, oder ein Partykonzept ging voll in die Hose. Doch im Großen und Ganzen hatten wir bisher doch das richtige Fingerspitzengefühl bewiesen und es gab selten Fehleinschätzungen“, verrieten die Veranstalter.

Im Grundbuch eingetragene Besitzer des Spectrum-Club-Gebäudes 

Seit vier Jahren sind Michael Klein und Ufuk Aykut die im Grundbuch offiziell eingetragenen Eigentümer des Gebäudes und des dazugehörigen Grundstücks: „Es wurde Zeit, das Haus zu kaufen, da die damaligen Vermieter nicht in dem Maß sanieren wollten, wie das aus unserer Sicht dringend notwendig gewesen wäre. Aus diesem Grund haben wir die Immobilie erworben und anschließend einen stattlichen Betrag in die Sanierung investiert. Im Nachhinein hat sich der Kauf auch als Vorteil erwiesen, vor allem in Verhandlungen mit der Stadt, betreffend Nachbarbebauung.“

Klein und Aykut: Wir leben das, weil es richtig Spaß macht!“

Und noch heute machen Klein und Aykut ihre Jobs „weil sie uns immer noch richtig Spaß machen. Wir leben das!“ Seit den Anfängen hat es sich entwickelt, dass Ufuk Aykut sich ums Programm und Booking kümmert und Michael Klein die Finanzen unter Kontrolle hat. Sechs Festangestellte und zusätzlich circa 40 weitere Mitarbeiter unterstützen das Duo bei allen anfallenden Arbeiten, angefangen vom Sekretariat, über die Bedienung, bis hin zum Garderobendienst.

Kein eingefahrener Musikgeschmack im Spectrum-Club

Klein und Ufuk selbst haben keinen eingefahrenen Musikgeschmack, sind für vieles offen: „Es ist natürlich ab und zu schon sehr cool, wenn 70er- oder 80er-Bands bei uns spielen, die wir aus unserer Jugend kennen“, geben die Geschäftspartner zu.

Im Spectrum-Club springt der Funke über

„Die Augenblicke, wenn der Funke vom Künstler zum Publikum überspringt, sind die schönsten“, sind sich beide einig. Zum Beispiel, als Manfred Mann spontan anfing ein fast halbstündiges Keyboard-Solo zu spielen und das Publikum begeistert mitging. „Oft können die Künstler es selbst nicht fassen, wie toll die Stimmung sich hochschaukelt und das Publikum begeistert abgeht“, sprechen Klein und Aykut aus Erfahrung. Sie freuen sich mit ihren Konzertbesuchern mit, wenn diese große Augen bekommen und strahlen, weil „ihre“ Stars im Spectrum-Club so hautnah zu erleben sind. „Es ist auch bei Konzerten alter Rockgrößen schön zu beobachten, wie mittlerweile drei Generationen zusammen ihre Stars umjubeln.

Zweiter Tour-Teil Spectrum-Club

Gute Künstler für einen Auftritt im Spectrum-Club zu engagieren werde immer schwieriger. Nicht, weil diese nicht im Spectrum-Club auftreten wollen, sondern die Problematik liege in den aktuell steigenden Eintrittspreisen, die die Spectrum-Club-Inhaber dazu zwängen, Konzerte abzusagen, weil manche Preise in Augsburg einfach nicht verlangt werden könnten. Die Nähe zu München, Ulm oder Memmingen sorge oft dafür, dass der Spectrum-Club erst beim zweiten Tour-Teil auf dem Programm dabei sei: „Leider, aber wir bleiben am Ball und schaffen oft Unmögliches, wie die „Eisbrecher“-Termine im kommenden Dezember belegen.“

Megastars im Spectrum-Club

„Unsere Hoffnungen sind und waren immer, einfach einmal Megastars wie bereits Joe Cocker für ein Club-Konzert zu gewinnen. Früher war das noch denkbar, aber im Augenblick ist das reine Illusion und unbezahlbar.“Auch diese Sorgen und Nöte plagen Klein und Aykut: „Läuft das alles so weiter? Können wir auch zukünftig so gute Veranstaltungen anbieten? Sterben viele alte Künstler weg? Was kommt danach? Wie lange bleiben wir im Partybereich so angesagt?“
Beide hätten gerne ein paar von den Künstlern wieder auf ihrer Bühne, welche noch bei ihnen spielten, als diese noch nicht so große Hallen füllten – zum Beispiel etwa Revolverheld, Silbermond und Ina Müller.

31 Jahre gemeinsame Berufsjahre 

„Die vergangenen 31 Jahre unseres gemeinsamen Berufslebens waren super spannend, wir hatten viel Spaß und sicher auch eine Menge Glück, da ist es unmöglich, einzelne Situationen/Dinge als besonders herausragend hervorzuheben. Könnten Klein und Aykut eine Sache in ihrem Lebenslauf aus ihrer Spectrum-Zeit verändern, wäre das: „Nicht in erster Linie die schlechten und/oder anstrengenden Monate, welche wir schon hatten. Im Nachhinein haben wir die Herausforderungen gemeistert und überstanden – existieren bereits länger, als viele Mitbewerber. Wir müssen nichts verändern, das gehört alles zum Thema Erfahrungsschatz.“

Nicht nach dem Mund reden

Auf die Frage zum Thema Erfolg antwortete Aykut: „Erfolg ist für mich in erster Linie, wenn ich mit meiner Arbeit meinen Lebensunterhalt bestreiten, meine Familie damit ernähren und dabei jeden Tag gerne ins Büro fahren kann. Erfolg ist, wenn ich mir meine eigene Meinung leisten und diese ohne Angst vor Repressalien vertreten kann. Wenn ich mit meinem Umfeld ehrlich und ohne zu lügen umgehen kann und anderen Leuten nicht nach dem Mund reden muss!“

Spectrum-Club-Betreiber: "Was wir machen, macht uns Spaß und hält uns jung“ 

Auf das, was beide machen, wollen weder Klein noch Aykut verzichten, denn: „Was wir machen, macht uns Spaß und hält uns jung“, bekräftigen die Unternehmer. Sie finden Spaß an der kompletten Mischung, die ihr Job von ihnen abverlangt: „Wir freuen uns über unsere tollen Gäste, die gute Zusammenarbeit mit unserem tollen Team und über die coolen Veranstaltungen in unserem Spectrum-Club!“

Weitere Informationen zum Spectrum-Club und seine Veranstaltungen unter:
www.spectrum-club.de
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.