Kugel und Kreuz kommen zurück auf den Augsburger Dom

Domkustos Armin Zürn segnete Kugel und Kreuz, bevor sie wieder auf die Nordturmspitze des Doms montiert wurden. Foto: Nikolas Schnall/pba


(pba) Dienstagfrüh, 10.35 Uhr. Domkustos Armin Zürn hat im Garten des Kreuzgangs die vergoldete Kugel und das Kreuz des nördlichen Domturms gesegnet. Nun werden der Kugel die Zeitkapsel der Diözese und des Domkapitels samt der auf Kupferblech gravierten Urkunde, die Kapsel der Spengler und ein Umschlag des Staatlichen Bauamts beigefügt. Die Kapsel des Bistums wurde bereits vergangene Woche mit den bei solchen Anlässen üblichen Zeitdokumenten wie Zeitungen und Münzen befüllt. Dann schweben die Insignien gen Himmel.

Auf der Urkunde steht neben dem Verweis auf die entnommenen Stücke und die aktuelle Baumaßnahme unter anderem geschrieben: "Gott segne alle in Stadt und Bistum im Zeichen des heiligen Kreuzes", das, wie Domkustos Zürn erklärt, zeichenhaft für die Erlösung der Menschen stehe.

Sicher befestigt und gut verpackt, wurde zunächst die Kugel von einem Autokran an den ihr angestammten Ort in 62 Metern Höhe gehievt. Es folgten das Kreuz und die Wetterfahne in Gestalt eines Posaune spielenden Engels.

Sämtliche Teile waren im Mai von der Nordturmspitze abgenommen worden. Reparaturarbeiten waren nötig gewesen. Bei der Öffnung der Kugel kamen Dokumente aus den Jahren 1598, 1848 und 1952 zum Vorschein, die in diesen Jahren jeweils bei Bauarbeiten hinterlassen worden waren. Ähnliche Funde gab es bereits 1999, als die südlichen Domturmkugel geöffnet wurde. Die Dokumente reichen allerdings bis ins Jahr 1490 zurück und sind nun im Diözesanmuseum St. Afra ausgestellt.

Gestern begann die Gerüstbaufirma mit der Demontage des Gerüsts. Bis der Nordturm komplett davon befreit ist, wird es wohl acht Wochen dauern.

Seit mehr als zwei Jahren wird am Nordturm des Augsburger Doms gebaut. Orkan "Niklas" hatte im Frühjahr 2015 das Kupferdach beschädigt, es musste größtenteils erneuert werden.
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