Kunstpreisverleihung im Landratsamt

Auch Traktoren gehören zu den Objekten, die Jan Walter Junghanss malt.


Der Landkreis Augsburg vergibt jährlich einen Kunstpreis in Höhe von 2500 Euro. Gesucht wurden hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, wie zum Beispiel zweidimensionale Malerei, Druckgrafik, Kunstfotografie oder Textilkunst. 24 Künstler haben sich mit ihren Werken für das Jahr 2017 beworben.

Die Fachjury, bestehend aus Norbert Kiening (Vorstand des Berufsverbands Bildender Künstler) aus Diedorf, Dr. Thomas Elsen (Museumsleiter H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast) und der mehrfachen Kunstpreisträgerin Karen Irmer, votierte einstimmig für Jan Walter Junghanss aus Deuringen.

Jan Walter Junghanss ist 1968 in Döbeln geboren und wuchs in Dresden auf. Nach der Ausreise in die BRD im Februar 1989 wohnte die Familie in Gessertshausen am Weiherhof, in Augsburg und Deuringen. Von 1994 bis 1997 studierte er Kunsterziehung in Augsburg und Dresden und von 2001 bis 2004 Illustration in Hamburg. Danach lebte er bis 2014 in Berlin und war dort freischaffend tätig. Nachdem er in der Galerie Classico einige Ausstellungen präsentierte, stand im Mittelpunkt seiner Kunst die Ölmalerei. 2015 entschloss er sich, wieder zurück in die Heimat, in den Landkreis Augsburg zu ziehen. Seit diesem Zeitpunkt lebt und arbeitet er wieder in Deuringen.

Neben Weiden, Waldstücken oder Bauernhöfen der Region zeigen seine Kunstwerke auch Autos, Fassaden, Straßen, Treppenhäuser sowie Kneipen-Szenen aus Berlin. Selbst Kühe und Traktoren zählen zu seinen Motiven. "Jan Walter Junghanss malt vor Ort, nicht im Atelier. Seine enge Naturverbundenheit ist nicht das Resultat romantischer Vorstellungen, sondern ein glaubwürdig vermitteltes, tiefes Interesse an der Landschaft, den Menschen und ihrem Leben, das der Maler in seinen Bildern porträtiert. Seine Malerei ist von existenzieller Ernsthaftigkeit, malerischer Virtuosität, präziser Beobachtungsgabe, Akribie und einem höchst originären Stil geprägt, der sich fern aller Moden bewegt, und im kleinen Format eine subtile Monumentalität auf den Betrachter ausübt. Fernab der großen "Szenen" überzeugt seine Kunst vielleicht gerade deshalb mit verblüffender Klarheit und einem malerischen Realismus, der trotzdem immer sinnlich spürbar bleibt", lobte Dr. Thomas Elsen den Künstler in seiner Laudatio während der Kunstpreisverleihung im Landratsamt Augsburg.

Und auch Landrat Martin Sailer freute sich, Junghanss den Kunstpreis überreichen zu können: "Kultur wird immer unwirtschaftlich bleiben: Aber sie ist eben mehr als wirtschaftlich, sie ist wesentlich. Umso bedeutender ist es, lokaler Kunst einen prominenteren Rahmen zu bieten und so freue ich mich, dass ich Sie, Herr Junghanss, heute auszeichnen kann und dass Ihre Werke in der nächsten Zeit unser Foyer verschönern."

Neben der musikalisch umrahmten Preisverleihung, stand auch die Ausstellungseröffnung von Jan Walter Junghanss mit Motiven aus dem Augsburger Umland auf dem Programm. Seine Werke sind bis Donnerstag, 8. März, im Foyer des Landratsamts Augsburg zu den üblichen Öffnungszeiten zu betrachten. (pm)
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