Lechwerke-Bilanz 2016: stabiles betriebliches Ergebnis - Investitionen auf Rekordniveau

Die LEW-Vorstände Dr. Markus Litpher (r.) und Norbert Schürmann (l.) stellen die Bilanz des Geschäftsjahres 2016 vor.

Höchste Investitionen der Unternehmensgeschichte – LEW stärkt Verteilnetz der Region und treibt Kopplung der Energiesektoren voran

- stabiles betriebliches Ergebnis, Strom- und Gasabsatz auf hohem Niveau
- 250 Millionen Euro Investitionen in Stromnetz bis 2019 geplant
- Digitalisierung vorangetrieben
- Kundenlösungen auf Energiezukunft ausgerichtet


Die LEW-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2016 mit einem stabilen betrieblichen Ergebnis abgeschlossen: Es liegt mit 141,6 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Einen Rekord verzeichnete LEW bei den Investitionen: Sie haben 2016 erstmals in der Unternehmensgeschichte die Schwelle von 100 Millionen Euro überschritten. Den Großteil davon setzte LEW dabei für Ausbau und Erneuerung des Stromverteilnetzes in der Region ein. „Nachhaltig und zukunftssicher leben – darum geht es beim Umbau unseres Energiesystems. Als führendes Energieunternehmen der Region gestalten wir diese Energiezukunft gemeinsam mit Kunden, Partnern und Bürgern“, sagte LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Augsburg.

Strom- und Gasabsatz gesteigert

2016 konnte LEW in einem von intensivem Wettbewerb gekennzeichneten Markt den Absatz von Strom und Gas deutlich steigern: Er lag mit 25,9 Prozent im Strombereich und 43,5 Prozent im Gasbereich deutlich über dem des Vorjahres. Vor allem bei Geschäftskunden und im Bereich Energieversorgungsunternehmen/Energiehandel stieg dabei das Volumen.

Der Umsatz der LEW-Gruppe lag um 4,6 Prozent über dem des Vorjahres. In der Gesamtsumme von 2,4 Milliarden Euro sind Vergütungen und Marktprämien für Anlagen enthalten, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden und damit in die Region zurückfließen. Die gesamte regionale Wertschöpfung der LEW-Gruppe betrug 2016 mehr als eine Milliarde Euro. In die Region gingen Löhne und Gehälter, Pensionen, Aufträge an die heimische Wirtschaft, Dividenden an regionale Anteilseigner, Konzessionsabgaben, die Unterstützung sozialer, sportlicher und kultureller Aktivitäten und Einrichtungen sowie die EEG-Vergütungen.

Das für die Dividende ausschlaggebende Ergebnis der Lechwerke AG nach HGB liegt mit 92,2 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Entsprechend schlägt der Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine stabile Dividende in Höhe von 2,60 Euro je Stückaktie vor.

„Die Energiewende ist ein gewaltiges Vorhaben. Sie kann eine Erfolgsgeschichte werden – wenn wir an den richtigen Punkten ansetzen“, sagte LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann. „Unsere Region hat eine gute Ausgangsposition, nun gehen wir mit Nachdruck die nächsten Schritte an.“ So liegt der rechnerische Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch im LEW-Netz bei mehr als 60 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Die traditionell starke Wasserkraft ist eine wichtige Säule. Beim ökologischen Betrieb der Wasserkraftwerke hat das LEW-Tochterunternehmen BEW 2016 weitere Akzente gesetzt. Dabei wird angesichts der niedrigen Börsenpreise der wirtschaftliche Betrieb der großen Wasserkraftwerke, die ihren erzeugten Strom frei auf dem Markt verkaufen, immer schwieriger. Gesetzlich garantierte Erlöse gibt es für die 71.130 nach dem EEG geförderten Anlagen im LEW-Netz. Sie erzeugten 2016 rund 3,3 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht rein rechnerisch dem Stromverbrauch von mehr als 900.000 Haushalten.

LEW-Portfolio im Bereich erneuerbare Energien

LEW hat für alle Kundengruppen Angebote zur eigenen Stromerzeugung: Privatkunden können über ein eigenes Portal Photovoltaikanlagen planen und bestellen. Auch für Gewerbetreibende und Unternehmen bietet LEW individuelle Lösungen, die je nach Kundenwunsch Planung, Installation oder auch die Betriebsführung umfassen.

Als Partner für die Betreiber von Biogasanlagen gibt es das LEW Flexkraftwerk – hier werden kleine Anlagen gebündelt, um damit am Markt für Regelenergie teilzunehmen und zusätzlich Rendite zu erwirtschaften. Mittlerweile umfasst der von LEW vermarktete Regelenergie-Pool Anlagen mit einer Gesamtleistung von 700 MW.

Investitionen in ein starkes Verteilnetz

Rückgrat eines auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystems ist das regionale Verteilnetz: Mittlerweile erreichen die ans LEW-Netz angeschlossenen EEG-Anlagen eine Gesamtleistung von mehr als zwei Gigawatt. Das liegt nun über der historischen Netzhöchstlast. Insgesamt wurde 2016 an 145 Tagen aufgrund eines zeitweisen Überangebots Strom aus dem LEW-Netz in das nationale Übertragungsnetz zurückgespeist. Zu anderen Zeiten wurde Strom aus dem Übertragungsnetz bezogen.

„Das Verteilnetz ist der natürliche Partner der Energie-wende. Deshalb stärken wir mit hohen Investitionen diese für die Wirtschaft und die Menschen in der Region so wichtige Infrastruktur“, sagte LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher. Stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen vorausgesetzt, plant LEW für die Jahre 2017, 2018 und 2019 Investitionen in Höhe von insgesamt rund 250 Millionen Euro in die regionale Netzinfrastruktur.

Kundenlösungen für die Energiezukunft

„Wir entwickeln uns vom Versorger zum Energiemanager – immer mit Fokus auf die Kundenbedürfnisse. Danach richten wir unser Angebot aus“, sagte LEW-Vorstands-mitglied Norbert Schürmann. „Ein Thema, das die Menschen besonders fasziniert, ist das Erzeugen und Speichern von Strom.“ Mittlerweile sind im LEW-Netz rund 40 Prozent der neu installierten Photovoltaikanlagen mit einem Batteriespeicher kombiniert. Ende 2016 waren bereits rund 1.540 Batteriespeicher an das LEW-Netz angeschlossen. LEW hat sich hier mit eigenen Angeboten erfolgreich im Markt positioniert. Entsprechende Lösungen werden zunehmend auch von Unternehmen nachgefragt.

Fokus Digitalisierung

LEW nutzt digitale Technologien zur Entwicklung neuer Angebote für Kunden, zur Optimierung von Prozessen und Kundenschnittstellen und treibt die Digitalisierung in allen Unternehmensbereichen voran. Voraussetzung dafür, dass sich das Potenzial digitaler Technologie voll entfalten kann, ist ein leistungsstarkes Kommunikationsnetz. Das LEW-Tochterunternehmen LEW TelNet ist der größte regionale Telekommunikationsnetzbetreiber zwischen Schongau und Donauwörth. Die Infrastruktur hat mittlerweile eine Länge von mehr als 3.500 Kilometern. Mehr als 60.000 Haushalte, Gewerbetreibende und Betriebe sind an dieses Netz angeschlossen.

Sektorkopplung spielt Schlüsselrolle

Wesentlicher Erfolgsfaktor für das Gelingen der Energiewende ist aus Sicht der Lechwerke die Kopplung der Bereiche Strom, Wärme und Verkehr. „Zwei Drittel des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen gehen auf den Wärme- und Verkehrsbereich zurück. Das heißt: Wir werden die klimapolitischen Ziele nur erreichen, wenn wir die Potenziale in allen Energiesektoren erschließen. Strom aus regenerativer Erzeugung ist der dominierende Energieträger der Zukunft“, stellte LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann klar. Mit der Wärmepumpe unterstützt LEW seit langem ein stromgeführtes Heizsystem, das rund drei Viertel der Energie aus der Umwelt bezieht.

Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Mit großem Engagement treibt LEW Elektromobilität in der Region voran. Das Unternehmen ist beim Aufbau der Ladeinfrastruktur in Vorleistung gegangen und betreibt mittlerweile rund 130 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Dass die Elektromobilität in der Region an Fahrt aufnimmt, zeigt sich an der Zahl der Ladevorgänge an den LEW-Ladesäulen: 2016 wurden insgesamt rund 17.400 Ladevorgänge registriert, ein Zuwachs von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. LEW hat im Bereich Elektromobilität ein Produktportfolio aufgebaut und vermarktet Stromangebote und Ladelösungen an die verschiedenen Zielgruppen.

Wie ein umfassendes, intelligentes Energiesystem aussehen kann, haben LEW und innogy beispielhaft in dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt Smart Operator gezeigt. Gemeinsam mit mehr als 110 Haushalten aus der Siedlung Wertachau, einem Ortsteil von Schwabmünchen, wurde ein intelligentes Stromnetz in einem bisher einmaligen Umfang aufgebaut. Ende 2016 ist das Projekt zu Ende gegangen, derzeit wird der Abschlussbericht erarbeitet.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die LEW-Gruppe mit einem leichten Rückgang des Umsatzes. Das betriebliche Ergebnis wird laut Prognose leicht über dem des Jahres 2016 liegen. Grund sind geringere Unterhaltsaufwendungen. Das Investitionsniveau der LEW-Gruppe soll auf dem außerordentlich hohen Niveau des Vorjahres bleiben. Ausgehend davon, dass sich wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen nicht negativ auf den Geschäftsverlauf auswirken, strebt die Lechwerke AG eine Dividende auf Vorjahresniveau an.

Zukunftsbezogene Aussagen:

Diese Presseinformation enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lechwerke AG und ihrer Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die das Unternehmen auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.

Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. LEW versorgt Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom und Gas und bietet ein breites Angebot an Energielösungen. Die LEW-Gruppe betreibt das Stromverteilnetz in der Region und ist mit 36 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. Außerdem bietet LEW Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung und Telekommunikation an. Die Lechwerke AG (LEW) gehört zu innogy SE, dem führenden deutschen Energieunternehmen.
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