LEW-Gruppe zieht positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2017

LEW-Gruppe zieht positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2017: Hohe Investitionen und Kundenlösungen in Bereichen Strom, Wärme und Verkehr bringen Umbau des Energiesystems in Region voran

- Investitionen der LEW-Gruppe auf neuem Allzeithoch
- Kopplung der Energiesektoren als Schlüsselfaktor
- Entlastung des Strompreises notwendig


Eine insgesamt positive Geschäftsentwicklung und ein neues Allzeithoch bei den Investitionen prägen die Bilanz der LEW-Gruppe für das Geschäftsjahr 2017. Das bereinigte EBIT der LEW-Gruppe nach IFRS, also das betriebliche Ergebnis, liegt demnach bei 191 Millionen Euro. Der im Vergleich zum Vorjahr deutliche Anstieg ist im Wesentlichen auf einen Einmaleffekt zurückzuführen. Hintergrund ist eine Bewertungsumstellung bestehender Pensionsrückstellungen. Die entsprechenden Einmalerträge stellt LEW in die Gewinnrücklagen ein, da sie in den kommenden Jahren wieder den Pensionsrückstellungen zugeführt werden.

Die Investitionen hat die LEW-Gruppe im Geschäftsjahr 2017 weiter nach oben geschraubt: Sie erreichten mit 107 Millionen Euro ein neues Allzeithoch. Den Großteil davon setzt LEW für die Erneuerung und Modernisierung des regionalen Stromnetzes ein. Das für die Dividende ausschlaggebende Ergebnis der Lechwerke AG nach HGB liegt im Geschäftsjahr 2017 bei 99,3 Millionen Euro und damit um rund 7,1 Millionen Euro über dem Vorjahresergebnis. Der Vorstand der Lechwerke AG plant der Hauptversammlung eine um 0,20 Euro höhere Dividendenausschüttung, also eine Dividendenausschüttung von 2,80 Euro je Stückaktie vorzuschlagen.

„Der Umbau des Energiesystems prägt unser Geschäft – und wir prägen den Umbau des Energiesystems in unserer Region. Das ist unser Anspruch. Wir haben hier eine klare Vorstellung von der weiteren Umsetzung“, sagt Dr. Markus Litpher. „Ein starkes Verteilnetz, intelligente Lösungen, die die Vorteile des dezentralen Energiesystems erschließen, und die Kopplung der Energiesektoren – das sind die Erfolgsfaktoren beim Umbau der Energieversorgung.“

Umsätze auf weiterhin hohem Niveau

LEW agiert dabei von einer starken wirtschaftlichen Basis aus. Die Umsatzerlöse der LEW-Gruppe bleiben mit 2,3 Milliarden Euro auf sehr hohem Niveau, sie sind im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent leicht gesunken. Im Umsatz der LEW-Gruppe sind die Vergütungen und Marktprämien für Anlagen enthalten, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. LEW ist für Abwicklung und Auszahlung dieser Vergütungen verantwortlich – 2017 wurden insgesamt 760 Millionen Euro an die Betreiber von EEG-Anlagen im LEW-Netzgebiet ausbezahlt.

Jede zweite neue PV-Anlage mit Batteriespeicher

Die Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung im LEW-Netz erzeugten 2017 rund 5,7 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit decken die erneuerbaren Energien rein rechnerisch, die großen Wasserkraftwerke mit eingerechnet, mehr als 75 Prozent des gesamten Strombedarfs aller LEW-Netzkunden ab. Die Erzeugung in eigenen oder vertraglich gebundenen Wasserkraftwerken der LEW-Gruppe lag 2017 bei 838 Gigawattstunden.

Insgesamt waren an das LEW-Netz zum Ende des Jahres 2017 72.813 Anlagen angeschlossen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. Rund 2.000 Photovoltaikanlagen kamen 2017 neu hinzu. Hier setzt sich der Trend hin zu kleinen, auf den Eigenverbrauch ausgerichteten Anlagen fort: Fast 90 Prozent der neu angeschlossenen Anlagen hatten eine Leistung von weniger als zehn Kilowatt. Mehr als die Hälfte der 2017 neu angeschlossenen Photovoltaikanlagen ging in Kombination mit einem Batteriespeicher ans Netz.

„Der Umbau des Energiesystems ist ein riesiger Kraftakt für uns alle. Er ist aber auch mit vielen Chancen verbunden – für den einzelnen Bürger, für Städte und Gemeinde und für Betriebe“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann. „Kunden und Partner stehen für uns im Mittelpunkt. Für sie entwickeln wir die passenden Lösungen und Angebote. So können sie die Potenziale des dezentralen Energiesystems nutzen.“

Physikalische und virtuelle Speicherlösungen

Die Lechwerke bieten ihren Kunden ganzheitliche Lösungen. Bei Photovoltaik und Batteriespeichern etwa unterstützt LEW Privat- und Unternehmenskunden bei der Potenzialanalyse, der Konzeption, Umsetzung und dem Betrieb der Anlagen. Auch auf eigenen Liegenschaften baut LEW derzeit Erzeugungskapazität mit Photovoltaikanlagen auf – sowohl mit Freiflächen-, als auch mit Dachanlagen. Seit Sommer 2017 arbeitet LEW mit dem Batteriespeicherspezialisten VARTA zusammen. Dabei fungiert VARTA als Hardware-Lieferant, LEW übernimmt die Rolle des Systemdienstleisters. Ein virtueller Speicher, die LEW-SolarCloud, rundet das Angebot an Speicherlösungen ab sofort ab. Ergänzend zu einem physikalischen Speicher ermöglicht die LEW-SolarCloud den Eigenverbrauch selbst erzeugten Stroms noch einmal deutlich zu erhöhen: Die erzeugten Kilowattstunden werden virtuell auf ein Konto eingezahlt und können bei Bedarf später abgerufen werden.

Belastung des Strompreises behindert Sektorkopplung

„Energiewende vom Kunden her denken. Das ist der Schlüssel zu unserem unternehmerischen Erfolg und dem Gelingen der Energiewende insgesamt“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann. „Die Kopplung von Strom, Wärme und Verkehr ist wesentlich für das Erreichen der Klimaziele. Unsere Region mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien in den Netzen hat dafür sehr gute Voraussetzungen.“
Allerdings sei Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern überdurchschnittlich hoch mit Steuern und Abgaben belastet, sagt Dr. Markus Litpher. „Diese Situation behindert ganz konkret weitere Fortschritte bei der Sektorkopplung.“ Er spricht sich für eine Senkung der Stromsteuer und eine am CO2-Gehalt orientierte Umgestaltung der Energiesteuern im Wärme- und Verkehrsbereich aus.
Wärme- und Verkehrsbereich elektrifizieren
Seit Jahrzehnten treibt LEW die Verbreitung der Wärmepumpe voran. Im LEW-Netzgebiet ist der Anteil der Wärmepumpe mit 15.000 bestehenden Anlagen besonders hoch. Das von LEW entwickelte Konzept Eigenstrom Plus sorgt dafür, dass der mit einer Photovoltaikanlage selbst erzeugte Strom sowohl für die üblichen Verbrauchsgeräte im Haushalt als auch für die Wärmepumpe genutzt werden kann. Elektromobilität ist ein anderer wichtiger Baustein beim Umbau des Energiesystems: LEW hat das Produktportfolio für die verschiedenen Kundengruppen kontinuierlich erweitert.

Beim Aufbau einer bedarfsgerechten Infrastruktur in der Region ist LEW in den vergangenen Jahren in Vorleistung gegangen: Bereits jetzt betreibt LEW rund 150 Ladepunkte. Die für das Laden an den Säulen benötigten Strommengen stammen ausschließlich aus regenerativer Erzeugung. Im Sommer 2017 hat LEW eine Zusage aus dem Bundesprogramm Ladeinfrastruktur erhalten. Damit wird das vorhandene Ladennetz in der Region noch einmal deutlich erweitert, auch um Stationen mit Gleichstrom-Schnellladetechnik.

260 Millionen Euro Netzinvestitionen geplant

„Die regionalen Verteilnetze spielen beim Umbau des Energiesystems eine Schlüsselrolle – hier speisen mehr als 90 Prozent der erneuerbaren Energienanlagen ein“, sagt LEW-Vorstandsmitglied Dr. Markus Litpher. „LEW hat in den vergangenen Jahren enorme Summen für die Modernisierung und den Ausbau der regionalen Netzinfrastruktur aufgewendet. Unser Stromnetz ist damit gut für die aktuellen Anforderungen des dezentralen Energiesystems aufgestellt. Diesen Weg gehen wir weiter – mit zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur und durch den Einsatz neuer Technologien, die uns helfen, den weiteren Umbau so effizient wie möglich zu gestalten.“

In den vergangenen zehn Jahren hat LEW rund 700 Millionen Euro in das Stromverteilnetz der Region investiert. Stabile Rahmenbedingungen vorausgesetzt plant LEW für die kommenden drei Jahre mit Netzinvestitionen in Höhe von 260 Millionen Euro. Gleichzeitig geht LEW, auch im Netzbetrieb, den Weg der digitalen Transformation konsequent weiter, immer mit dem Ziel, die vorhandene Infrastruktur optimal und effizient zu nutzen.

Innovative Ansätze zur Nutzung von Flexibilität im Netz

In mehreren vielbeachteten Innovationsprojekten hat LEW gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Ansätze zur Nutzung von Flexibilität im Stromnetz untersucht. So hat LEW im Sommer 2017 nach knapp drei Jahren Betriebserfahrung das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Smart Operator abgeschlossen.
Auch im ebenfalls 2017 abgeschlossenen Projekt ePlanB ging es um die Verschiebung von Stromlast: Hier wurde ein intelligentes Lademanagement für Elektroautos entwickelt. Ansätze zur Nutzung von Flexibilität im Stromnetz werden auch in der Modellregion C/sells untersucht. Die LEW Verteilnetz GmbH ist dem Forschungsvorhaben als assoziierter Partner beigetreten und wird gezielt Expertise im Bereich der Nutzung von Flexibilität im Stromnetz einbringen.

Leistungsstarkes Glasfasernetz in der Region

Wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Region sind leistungsfähige Datennetze. Das LEW-Tochterunternehmen LEW TelNet betreibt das größte regionale Datennetz zwischen Schongau und Donauwörth. Das Glasfasernetz ist 2.800 Kilometer lang. LEW TelNet hat mehr als 190 Breitbandprojekte in der Region umgesetzt oder aktuell in der Planung. Rund 63.500 Haushalte und Gewerbetreibende sind über die leistungsstarke Infrastruktur der LEW-Gruppe an das Internet angeschlossen. Die Infrastruktur wird laufend erweitert.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 rechnet LEW nach den derzeitigen Planungen mit einem leichten Rückgang beim Stromumsatz – mit unterschiedlichen Entwicklungen in den Kundensegmenten: Im Bereich Energieversorgungsunternehmen/Vertriebshandel geht LEW von rückläufigen Umsätzen aus, im Geschäftskundenbereich werden steigende Umsätze erwartet. Die Erlöse im Segment der Privat- und Gewerbekunden werden voraussichtlich auf Vorjahresniveau bleiben. Die Erlöse im Gasgeschäft werden sich voraussichtlich weiterhin positiv entwickeln. Das betriebliche Ergebnis wird 2018 voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahreswert liegen. Der ausschlaggebende Grund dafür ist der Einmalertrag aus der Bewertungsumstellung bestehender Pensionsrückstellungen, der das Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 geprägt hat. Die Investitionen werden nach der Planung auch im laufenden Geschäftsjahr auf dem außerordentlich hohen Niveau bleiben. Basierend auf der Annahme, dass die wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen den künftigen Geschäftsverlauf nicht negativ beeinflussen werden, strebt LEW eine Dividende auf Niveau des Jahres 2017 an.

Zukunftsbezogene Aussagen:
Diese Presseinformation enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der Lechwerke AG und ihrer Gesellschaften sowie wirtschaftliche und politische Entwicklungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die das Unternehmen auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen hat. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher nicht übernehmen.

Die LEW-Gruppe ist als regionaler Energieversorger in Bayern und Teilen Baden-Württembergs tätig und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. LEW versorgt Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom und Gas und bietet ein breites Angebot an Energielösungen. Die LEW-Gruppe betreibt das Stromverteilnetz in der Region und ist mit 36 Wasserkraftwerken einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. Außerdem bietet LEW Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung und Telekommunikation an. Die Lechwerke AG (LEW) gehört zu innogy SE, einem führenden deutschen Energieunternehmen.
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