Linus Förster meldet sich auf Facebook zurück im social life

Hat schon über 230 Facebook-Freunde gefunden: Der wegen Sexualstraftaten und des Besitzes von Kinderpornos vorbestrafte Ex-Abgeordnete Linus Förster. (Foto: Screenshot Facebook)
Augsburg: Im August dieses Jahres wurde Linus Förster aus der Haft entlassen. Der frühere Landtagsabgeordnete der SPD saß wegen schweren sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen, Missbrauchs Widerstandsunfähiger, heimlicher Bildaufnahmen sowie des Besitzes von Kinderpornos mehr als zweieinhalb Jahre im Gefängnis Amberg. Das Urteil hatte im September 2017 auf drei Jahre und zehn Monate gelautet, doch er absolvierte eine Therapie und führte sich gut, so kam er vorzeitig heraus. Jetzt meldet er sich zurück im „social life“: Er hat einen neuen Account auf Facebook.
„Wer schlecht über dich redet, hat nichts Gutes über sich selbst zu erzählen“, hat Linus Förster gepostet. Ansonsten hat er es vor allem mit Hamstern: Die drolligen Tierchen tummeln sich nur so auf seiner Seite. Der 54-Jährige ruft dazu auf, Weihnachtskarten mit Fotos der Pelztierchen zu kaufen und hat auf Ebay verlinkt, wo man bei „bloody diamond“, Verkäufer in Augsburg, fünf Karten für zehn Euro bestellen kann. Ein Teil des Erlöses geht an die Tierschutzorganisation Notfellchen.  

Über 230 teils prominente "Freunde"

Linus Förster saß 13 Jahre lang, bis 2016, für die SPD im Landtag. Im Zuge der Ermittlungen gegen ihn trat er aus der Partei aus. Der promovierte Politikwissenschaftler muss Bewährungsauflagen erfüllen und wird in der speziellen bayerischen Datenbank für entlassene Sexualstraftäter geführt. Nach seiner Entlassung schien ihm die gesellschaftliche Ächtung bevorzustehen: Im September 2017 war er verurteilt worden, weil er zwei schlafende, teils unter starken Medikamenten stehende Frauen sexuell missbraucht hatte, heimliche Sex-Filme gedreht und Hunderte Kinderpornos besessen hatte.
Doch nun scheint er auf einem guten Weg, wieder Fuß zu fassen: Am 4. Dezember hat Förster seine Facebookseite gestartet, bislang hat er schon über 230 „Freunde“. Unter anderem stellen Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher, der Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann, Augsburgs Umweltreferent Reiner Erben, Michael Schwarz, Bereichsleiter beim Bayerischen Jugendring, der wegen Beleidigung und Körperverletzung vorbestrafte Ex-CSU-Stadtrat Tobias Schley, die Landtagsabgeordneten Andreas Jäckel (CSU) und Harald Güller (SPD), sowie CSU-Stadtrat Horst Hinterbrandner und Brauereichef Sebastian Priller und die Grüne Christine Kamm damit ihre Solidarität unter Beweis. 
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