„Manche Bienenarten legen ihre Wohnungen in der Erde an. Ist das eine wahre oder falsche Aussage?“

  Bericht: Claudia Klemencic
Fotos: Christine Kamm, Irene Kuhn

„Manche Bienenarten legen ihre Wohnungen in der Erde an. Ist das eine wahre oder falsche Aussage?“
Ehrenamtliche Helfer des BUND Naturschutz e.V. - Ortsgruppe Augsburg (BN) stellen Kindern unterschiedlichen Alters Fragen bei einem Naturkunde Wissensspiel beim Augsburger Friedensfest im Botanische Garten
Am 8. August 2019 feiert Augsburg sein Friedensfest und im Botanischen Garten ging es bei schönem Wetter hoch her. Das Kinderfest war rundum gelungen, top organisiert und sehr gut besucht.
Interessierte gut gelaunten Kindern und deren Eltern kommen auch zum BN-Stand an der Dahlienwiese, direkt neben dem Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV).
Am Stand des BN, den Irene Kuhn (im Vorstand der Ortsgruppe BN) mit Helfern aufgebaut hat, tummeln sich Kinder jeden Alters und sind von dem angebotenen Spiel begeistert. Auf einer Fläche von 4x4 m stehen bis zu 5 Kindern unterschiedlichen Alters auf einem Spielfeld, auf dem Zahlen, Zeichen, Leitern und Schlangen aufgemalt sind. Ein ca. 1x1 m großer gelber Würfel ist schon aus der Ferne ein Blickfang und der Andrang am Spielen wollen ist unerschöpflich. Die Kinder würfeln und dürfen die Zahl weiter vorrücken, das Ziel ist, auf der Zahl 100 als Erster anzukommen. Auf Feldern mit einem Symbol gibt es Aussagesätze zu Tieren und Natur und die Kinder müssen sagen, ob dieser wahr oder falsch ist. Glück und Wissen kann den Spieler also zum Sieg verhelfen. In der Nachmittagsschicht befragt die 1. Vorsitzende, Christine Kamm, die Kinder und wandelt die Fragen dem Alter der Kinder gemäß ab, „das bleibt eine andauernde Herausforderung“, sagt sie. Es geht um lehrreiche Aussagesätze, deren Wahrheitsgehalt die Kinder erkennen sollen: Z.B. „Spinnen sind aber auch Insekten und die haben acht Beine“ Das ist natürlich falsch und die 8-jährige Marie (Name von der Redaktion geändert) erkennt das und meint: „Spinnen sind keine Insekten, aber sie haben 8 Beine. Insekten haben sechs Beine.“ Die Ehrenamtlichen des BN sind beeindruckt, was manche Kinder wissen und sie sind zuweilen den mittüftelnden Erwachsenen überlegen.
Der Sieger des Spieles wird zum Tisch des BN daneben geschickt und kann bei Irene Kuhn und später Claudia Klemencic (im Vorstand der Ortsgruppe BN) seinen Gewinn selber basteln: Das ist eine Samenkugel, die zu Hause im Garten, am Balkon oder auch am Straßenrand auf offenen, unbewachsenen Boden geworfen hoffentlich mit vielen Pflanzen aufgehen wird. Es ist eine Mischung von 40 verschiedenen sehr bunten Pflanzen, die von Irene Kuhn ausgesucht, als Blühflächen für Wildbienen und andere bedrohte Insekten gedacht ist. „Viele Pflanzen sind einjährig wie Papaver rhoeas, der Klatschmohn“, erzählt Irene Kuhn. „Die auch als Mohnblume bezeichnete Pflanze war ebenso wie die blaue Kornblume Begleitkraut der Getreidefelder, ist in der Zwischenzeit durch erhöhten Spritzmitteleinsatz jedoch seltener geworden.“ weiß die fachkundige Ehrenamtliche des BN. In der Mischung ist auch die Wilde Möhre, Daucus carota, aus der unsere bekannte Karotte durch jahrhundertelange Auslese gezüchtet wurde. Die großblütige Königskerze, Verbascum densiflorum, kann mit ihren gelben Blütenständen bis zu 2 Meter hoch werden. Claudia Klemencic ist ganz begeistert, dass der Linum austriacum, Österreichischer Lein dabei ist und meint zur historischen Verwendung dieser hübsch hellblau blühenden Pflanze: „Flachs wurde schon früh im Alten Ägypten verwendet, zunächst wurde die Faser aus Gemeinem Lein, Linum usitatissimum, gewonnen. Aber seit 4000 v. Chr. wurde zunehmend Österreichischer Lein von den alten Ägyptern verwendet.“ Irene Kuhn weiß: „Heute gehört er zu den gefährdeten Arten, daher wollte ich ihn in der Mischung haben. Er öffnet seine zarten, schalenförmigen Blütchen allerdings nur in den Morgenstunden. Dafür blüht er ausdauernd den ganzen Sommer über und sorgt als blauer Farbtupfer für schöne Abwechslung. Durch die üppige Selbstaussaat vagabundiert er durch die Pflanzung.“ Es sind also ein- und mehrjährige Samen in der Pflanzenmischung und die Kinder erfreuen sich am Zusammenmatschen ihrer Samenkugel und bleiben in Vorfreude auf das Aussäen und die spätere Blüte. „Was dieses Jahr nicht mehr aufgeht, kommt im nächsten Jahr“, erklärt Irene Kuhn einem interessierten Vater.
Nur Philip (Name von der Redaktion geändert) möchte seinen Preis weder selber basteln noch als Samenmischung im Päckchen mitnehmen. Claudia Klemencic zeigt ihm die Informationsbroschüren des BN und da ergreift er das Heft über die Fledermäuse: „Diese Tiere finde ich cool“, meint er und rast davon.
Wer sich für Mithilfe beim BN interessiert, kann hier mehr erfahren und sich an Claudia Klemencic, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Ortsgruppe, wenden: https://augsburg.bund-naturschutz.de/ortsgruppen/a...
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