Mehr Lohn für schwäbische Brauerei-Branche gefordert

Bayerisches Bier erfreut sich weltweiter Beliebtheit. Für die Beschäftigten in heimischen Brauereien fordert die Gewerkschaft NGG jetzt ein Lohn-Plus von 5,5 Prozent. (Foto: NGG Schwaben)

Höherprozentig soll es zugehen: Wer im Landkreis Augsburg in der Produktion und im Vertrieb von Bier arbeitet, soll mehr Geld verdienen. Das fordert nun die Gewerkschaft. Für die Beschäftigten in den 87 schwäbischen Brauereien will die "Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)" jetzt eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent.

 

Azubis sollen außerdem 50 Euro mehr pro Monat und Lehrjahr bekommen. „Von Post-Bräu im Kreis Lindau am Bodensee übers Augsburger Hasen-Bräu bis hin zur König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg – wir haben in der Region weltbekannte Marken, aber auch viele mittelständische und kleine Betriebe“, wird Tim Lubecki von der NGG Schwaben in der Presse zitiert.

Steigende Löhne seien enorm wichtig, um Fachkräfte und Qualität in der Branche zu halten, so der Gewerkschafter. Dabei könne sich die Branche und ihre „Bier-Leistung“ sehen lassen: Nach Angaben des Bayerischen Brauerbundes wurden in Südbayern allein zwischen Januar und September vergangenen Jahres knapp 13 Millionen Hektoliter produziert. Jedes vierte in Deutschland gebraute Bier kommt laut amtlicher Statistik aus dem Freistaat – und jede zweite Braustätte steht hier.

Großteil der Bier-Produktion für chinesischen Markt bestimmt

„Dass bayerisches Bier besonders schmeckt, hat sich weltweit herumgesprochen. Die Branche ist enorm vielfältig, was die Biersorten aber auch die Vermarktung angeht: Von regionalen Platzhirschen, die ausschließlich vor Ort präsent sind bis zum weltweiten Vertrieb. Dabei liegen alkoholfreie Sorten besonders im Trend. Auch der Export ist weiterhin auf Wachstumskurs“, erklärt Lubecki. Laut NGG lag der Anteil der Ausfuhren im Jahr 2016 bei 22 Prozent – zehn Jahre zuvor waren es laut Brauerbund noch knapp 13 Prozent. Ein zunehmender Teil der Produktion ist dabei für den chinesischen Markt bestimmt.

Lubecki: „Egal, ob Helles, Weißbier, Alkoholfreies oder eines der Spezialbiere: Wer Hopfen und Malz mag, kommt an bayerischem Bier nicht vorbei. Gut 500 Jahre nach dem Reinheitsgebot sind die heimischen Brauereien gut aufgestellt. Und die Arbeit ist hart und wird nicht weniger. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Beschäftigten für gute Arbeit auch einen soliden Aufschlag beim Lohn bekommen.“ Die Tarifrunde für die bayerische Brauwirtschaft beginnt am 5. Februar in München. (pm)
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2 Kommentare
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Sebastian Summer aus Aystetten | 30.01.2018 | 17:19  
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Katharina Wieser aus Augsburg - City | 30.01.2018 | 19:01  
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