„Mensch sein heißt Utopien haben“

Foto von Pia Winterholler von links: Claudia Klemencic, Pressereferentin der Ortsgruppe BN, im Gespräch mit Andrea Trapp: Trapp „Als Motor zum Handeln, sehe ich die Eigenmotivation…“
 
Foto Pia Winterholler: Claudia Klemencic, Pressereferentin der Ortsgruppe BN, kommt vom Stammtisch im Anna-Café zu den Gästen des Offenen Treffens im Freien
Bericht: Claudia Klemencic
Fotos von Pia Winterholler 

„Mensch sein heißt Utopien haben“ - eine der Antworten auf die „unsichtbaren“ globalen Veränderungen vom Klimawandel über Artensterben, Ressourcenverbrauch, Müllproblemen etc.


Beim Offenen Treffen des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) Ortsgruppe Augsburg referierte zum Thema „Globale Veränderungen und unsere Lebensstile“ die stellvertretende Vorsitzende Pia Winterholler. Es war ein heißer Abend an diesem 26. Juni und doch waren einige Interessierte gekommen, ein Gast kam sogar aus Schwabmünchen angereist, natürlich mit den Öffentlichen Verkehrsmittel. Den Treffpunkt verlegte die Veranstalterin gemäß der Wetterlage ins Freie, in den schönen Innenhof bei St. Anna. Nicht nur die Gäste des BN, sondern auch der ein oder andere Café-Besucher vom Nachbartisch lauschte den Worten von Pia Winterholler. Sehr anschaulich mit bildhaften Darstellungen erläuterte sie den Zuhörern z.B. den „ökologischen Rucksack“: „Hätten Sie gedacht, dass ein Laptop mit einem Gewicht von 1,5 kg für seine Herstellung 75 kg benötigt?“ fragt sie in die Runde und weiter: „Wer kennt den Earth Overshoot Day?“ Erst herrscht Schweigen in der Runde, aber bei der deutschen Bezeichnung „Erdüberlastungstag“ sind die Gäste doch im Bilde. Sie erfahren, dass der Verbrauch der vorhandenen Ressourcen im Jahre 2019 global am 8. August zu erwarten ist, in Deutschland aber schon am 3. Mai war. Die Gäste merken, was mit „unsichtbaren“ ökologischen Veränderungen gemeint ist und dass Handeln von Nöten ist. Laut überlegen die Interessierten, was jeder im Einzelnen bewirken kann. So meint die Teilnehmerin Andrea Trapp „Als Motor zum Handeln, sehe ich die Eigenmotivation. Ich denke an meine Nachkommen und möchte mir nicht vorwerfen lassen, ich hätte nichts gemacht. Wo ich einen Beitrag leisten kann, will ich es gerne tun.“ Beim eigenen Konsum lässt sich viel verändern, stellen die Gäste fest. Vom Reparieren statt neu kaufen, vom Gebrauchtkauf bis zum verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmittel, von der Tauschbörse hin zur Mobilität. „Wer kein Auto hat, sollte belohnt werden!“ „Wer ein Ehrenamt ausübt, sollte das bei der Rente berücksichtigt bekommen!“, sind Forderungen an die Politik, die an diesem Abend formuliert werden. Als weitere Herausforderung für uns Menschen auf der Erde sehen die Teilnehmer die „Menschlichkeit“. Wer bleibt bei der zu erwartenden Klimawandel-Migration „menschlich“ und tritt für soziale Gerechtigkeit ein?
„Mensch sein heißt Utopien haben“, meinte der Religionsphilosoph Paul Tillich. Utopien verlangen nach Realisierung und brauchen Menschen, die an sie glauben und sie benennen. Der BN plant weitere Veranstaltungen zum Thema Bildung für Nachhaltigkeit und wird an folgenden Veranstaltungen dabei sein:
6. Juli: Lange Nacht von NANU im Botanischen Garten
20. Juli: EarthPeaceDay
8. August: Kinderfriedensfest
15.September: Regionalvermarktertag
Ende September: Weltkindertag

Das Offene Treffen findet in der Regel einmal im Monat statt.
Die Termine werden auch auf der HP unter Termine veröffentlicht.
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