Motivation - das Fundament zum eigenen Erfolg

    Vor einigen Tagen traf ich David Hejazi, einen 23-jährigen Keynote Speaker (Motivationsredner) mit einer körperlichen Behinderung aus Bobingen, der mir einiges über seinen Werdegang und seine eigene Motivation erzählte. Aus diesem Anlass habe ich ihm bei einem weiteren Treffen folgende Fragen gestellt:

Ich vermute, dass nicht jeder Leser sofort weiß, was ein Keynote Speaker genau macht. Vielleicht wäre es zu Beginn dieses Interviews sinnvoll, eine kleine Beschreibung zu geben. Was ist denn ein Keynote Speaker?

Ein Keynote Speaker ist im Grunde genommen jemand, der auf der Bühne steht und dem Publikum zu einem bestimmten Thema etwas erzählt. Natürlich kann er auch von Unternehmen, Sportvereinen und für Veranstaltungen gebucht werden. Die Themen können je nach Branche variieren. Es gibt zahlreiche Keynote Speaker aus der Persönlichkeitsentwicklung, aber auch aus diversen anderen Branchen. Auch die Länge eines Vortrags ist unterschiedlich. Es gibt Keynote Speaker, die ein Thema in 20 bis 30 Minuten präsentieren, aber auch diejenigen, deren Vortrag 60 bis 90 Minuten dauert. Dabei geht es selbstverständlich nicht nur darum, einen Vortrag zu halten, sondern in erster Linie das Publikum zu begeistern und mitzureißen. Ein erfolgreicher Keynote Speaker verpackt seine Botschaft bzw. die Inhalte des Vortrags stets in Emotionen und kombiniert diese in einigen Fällen sogar mit Showelementen. Der Unterhaltungsfaktor sollte dabei definitiv nicht zu kurz kommen.

Sicherlich hat David Hejazi als Kind noch nicht daran gedacht, später einmal über Motivation und Eigeninitiative Events zu veranstalten – oder vielleicht doch? Wie hat es denn angefangen?

Dass ich mit Menschen zusammenarbeiten wollte, wusste ich bereits in meiner Kindheit. Allerdings hatte ich damals keine Ahnung, dass es der Beruf des Keynote Speakers werden würde, wobei mir spätestens im Alter von 13 Jahren bewusst wurde, dass ich niemals den klassischen Weg gehen würde. Nicht mit meiner Geschichte sowie den Erlebnissen während meiner zahlreichen Krankenhausaufenthalte und den damit verbundenen Operationen. So kam es, dass ich nach dem Abitur eine Ausbildung zum staatlich geprüften Fremdsprachenkorrespondenten absolvierte und mich anschließend im Alter von 20 Jahren in die Selbstständigkeit begab. Schon während meiner Tätigkeit als Deutschlehrer in Unternehmen sowie als Nachhilfelehrer motivierte ich meine Schüler, zusätzlich zu den Unterrichtsinhalten und war bestrebt, das Maximum aus ihnen, sowohl fachlich als auch menschlich, herauszuholen. Da dies erfolgreich funktionierte, kam ich auf die Idee, mich zum Business Health Coach in München ausbilden zu lassen, um dann auf der Bühne ganze Menschenmassen zu begeistern.

Eine Behinderung sehen viele Menschen als Handicap und Einschränkung ihrer Lebensqualität und berufliche Entwicklung. Was können Sie selbst dazu sagen?

Das hängt von der inneren Einstellung eines Jeden ab. Je nachdem wie ich mich selbst als Mensch wahrnehme. Ich sage immer wieder, ich habe zwar ein Handicap, bin dadurch im Alltag allerdings nicht behindert, denn ich kann sämtliche Tätigkeiten ganz normal ausführen wie jeder andere Mensch auch. Angefangen von meiner Fahrradtour von Augsburg nach Paris, bis hin zum normalen Autoführerschein ohne jegliche Umbauten sowie Hilfsmittel. Allerdings habe ich viele Menschen kennengelernt, die durch ihr Handicap leider sehr verbittert sind, und das strahlen sie natürlich auch aus. Dementsprechend werden sie von der Gesellschaft als körperlich beeinträchtigt wahrgenommen. Ich persönlich kann diese Erfahrung nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil. Egal wen ich in meinem Leben getroffen habe, ich wurde immer als gesund wahrgenommen und hatte niemals gesellschaftliche Probleme. Zudem bin ich der Meinung, dass mein Herzfehler sowie meine körperliche Behinderung Vorteile für mich sind. Ein Werkzeug, wenn man es so nennen möchte. Dadurch habe ich nämlich die Möglichkeit, meinem Auftrag auf dieser Welt nachzukommen, Menschen Mut zu machen sowie ihnen zu zeigen, dass das scheinbar Unmögliche möglich ist. Ohne mein Handicap wäre ich möglicherweise nicht in der Lage, meiner Leidenschaft nachzugehen. Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass die Lebensqualität nicht notwendigerweise unter einer Behinderung leiden muss. Wichtig ist doch, wie ich selbst damit umgehe und ob ich die Kunst beherrsche, eine vermeintliche Schwäche in einen Vorteil umzuwandeln.

Ein Beruf ist auch ein Stück Berufung. Mein Eindruck ist, dass Sie Ihre Events und Vorträge auch als eine Mission sehen. Stimmt das?

Definitiv. Ich habe mich nicht lediglich dazu entschieden, Keynote Speaker zu werden, weil ich gerne auf der Bühne stehe und die Menschen begeistern möchte. Vielmehr sehe ich in jedem Menschen ein unermessliches Potenzial, das darauf wartet, freigesetzt zu werden. Viele Menschen sind sich leider nicht bewusst, wie wertvoll sie eigentlich für die Welt sind. Ich sehe meine Tätigkeit auch nicht als Beruf, sondern vielmehr als Berufung sowie Mission. Wenn ich mir einmal all die Menschen ansehe, die äußerst erfolgreich mit dem waren, was sie taten, so war jeder von ihnen aus Leidenschaft einer Tätigkeit nachgegangen bzw. hat an einem Projekt gearbeitet, weil er etwas für die Gesellschaft verändern wollte. Sei es nun Gandhi, Martin Luther King oder Nelson Mandela. Auch ich bin der Meinung, dass es sich in meinem Fall nicht nur darum handelt, Menschen zu inspirieren und zu motivieren, sondern gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen und den Menschen das Prinzip der Selbstverantwortung wieder näher zu bringen.

Wie kommt es, dass so viele Menschen im Job und auch in ihrer eigenen Persönlichkeit keine eigene Motivation finden können?

Aus meiner Sicht fehlt es den meisten Menschen nicht an Motivation, sondern an einer Vision. Eine konkrete Richtung in ihrem Leben sozusagen. Wenn du dich einmal intensiv mit dir selbst auseinandersetzt und dir elementare Fragen wie beispielsweise „Wer möchte ich in diesem Leben sein?“ oder „Was ist meine Leidenschaft?“ stellst, dann wirst du dich selbst viel besser kennen lernen, was wiederum dazu führt, dass du deinen Weg sowie deine Berufung finden wirst. Durch dieses klare Bild in deinem Kopf, die Vision, wird der innere Antrieb automatisch kommen, denn jetzt weißt du, was du aus tiefstem Herzen wirklich willst. Somit wird die extrinsische Motivation hinfällig. Allerdings ist es in unserer heutigen Gesellschaft so, dass wir uns mehr Gedanken über unseren nächsten Urlaub machen, als über uns selbst, sowie den Auftrag, den wir hier auf Erden erfüllen dürfen. Natürlich kommt noch hinzu, dass der Prozess der Selbstfindung kein leichter ist. Es bedarf Monate, manchmal sogar Jahre kontinuierlicher Arbeit, bis man sich und seine einzigartigen Gaben herauskristallisiert hat. Vielen Menschen ist dieser Aufwand zu groß. Da ist es natürlich einfacher, unangenehme Dinge zu ertragen, als diesen Schritt zu wagen. In diesem Fall ist der Leidensdruck noch nicht groß genug.

Was würden Sie denjenigen raten, die eigene Schwächen entdecken, aber sich noch keine Gedanken gemacht haben, wie sie diese Situation verbessern können?

Letztendlich hängt es davon ab, ob die Betroffenen ihre Situation überhaupt verbessern möchten. Die eigenen Schwächen zu erkennen ist das Eine. Daran arbeiten zu wollen sowie die Situation zu verbessern das Andere. Grundsätzlich bin ich der Meinung, es ist wichtig, dass es von innen herauskommt, also dass jeder Mensch selbst das Bedürfnis hat, etwas zu verändern, denn damit ist das Fundament für die größtmöglichen Erfolgschancen gelegt. Auf jemanden von außen einzureden und ihm Ratschläge zu erteilen, halte ich für wenig sinnvoll, da ich weder das Recht dazu habe, noch die Person mich darum gebeten hat. Wenn allerdings der Wunsch nach Veränderung besteht und die Betroffenen nicht sehen, wie sie ihre derzeitige Lage, sei es im beruflichen oder im privaten Kontext, verbessern können, würde ich empfehlen, das Ganze mit Hilfe von Freunden, Familienmitgliedern oder einem Coach in Angriff zu nehmen. Dadurch ist es möglich, Impulse von außen zu bekommen, die durchaus hilfreich sein können.

Sie haben bisher schon einige Events an unterschiedlichen Locations gehalten? Wie ist das bisherige Feedback der Zuhörer? Stehen Sie auch in Kontakt mit Ihrem Publikum?

Mit meiner Tätigkeit als Speaker habe ich im April 2017 begonnen. Seitdem haben zahlreiche Vorträge sowie Events in unterschiedlichen Städten stattgefunden, unter anderem in Bobingen, Augsburg, München, Kempten und Bad Birnbach. Das, was die meisten Menschen von meinen bisherigen Events mit mir in Verbindung gebracht haben, ist Inspiration und ein lebendes Beispiel für Inklusion. Dadurch, dass ich vorlebe, was ich auf der Bühne vermittle, haben viele meiner Teilnehmer im Nachgang ein nachhaltiges Interesse entwickelt, an sich selbst zu arbeiten und gewisse Dinge in ihrem Leben zu verändern. Mit einigen von ihnen pflege ich bis heute engen Kontakt über meine offizielle Facebook Seite „David Hejazi“ oder über meine Homepage, sei es nun in Form von Kommentaren auf meine Beiträge oder persönliche Nachrichten.

Sie haben gesagt, dass es wichtig ist, über ein Netzwerk zu verfügen und dass gute Kontakte insbesondere in Ihrer Branche weiterhelfen? Inwieweit kennen Sie andere Keynote Speaker oder Leute aus dem Showbereich?

Absolut. Du kannst über das beste Redetalent sowie Fachwissen verfügen. Ohne Kontakte und einem übermäßig ausgedehnten Netzwerk wird es schwierig, in dieser Branche Fuß zu fassen, da der Erfolg nicht auf Weiterempfehlungen beruht, sondern von deinem Bekanntheitsgrad abhängig ist. Insbesondere spielen dabei die Presse, die Medien sowie soziale Netzwerke eine sehr große Rolle. Ich befasse mich viel mit anderen Speakern, die zwischen 20 und 35 Jahre alt und momentan dabei sind, sich zu etablieren. Die Kontakte erstrecken sich über ganz Deutschland, unter anderem stammen viele aus München, Köln und Berlin. Auch aus dem Showbusiness kenne ich einige Leute, denn meine Events enthalten zahlreiche Elemente aus diesem Bereich.

Wie sehen Sie Ihre eigene Entwicklung? Was unterscheidet Sie von anderen Keynote Speakern – und welche „Botschaft“ ist Ihnen besonders wichtig?

Als ich mich dazu entschloss, Keynote Speaker zu werden, war es mir wichtig, die Persönlichkeitsentwicklung aus einem anderen Winkel zu betrachten. Während sich viele Keynote Speaker in diesem Bereich mit Motivation beschäftigen und wie man mit Rückschlägen umgeht oder finanziell frei wird, geht mein Ansatz in die Richtung, wie man aus der heutigen Situation, ganz gleich wo man steht, in Zukunft über sich selbst hinauswachsen kann und Dinge im Leben erreicht, von denen man noch nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Das bedeutet, dass es bei meinen Events hauptsächlich um Visionen geht, und wie jeder in seine wahre Größe kommen kann, wobei die Begriffe Selbstwert, Selbstbewusstsein sowie Selbstvertrauen einen sehr hohen Stellenwert während meiner Vorträge einnehmen. Mir ist es wichtig, dass mein Publikum sich nicht länger limitiert und gewisse Glaubenssätze in Frage stellt. Durch meine vermeintliche körperliche Behinderung mache ich ihnen Mut und zeige auf, was alles möglich ist, obgleich die Startbedingungen nicht die Besten sind. Lediglich wie man die Karten spielt, ist von Bedeutung. Ich hoffe, dass ich zukünftig noch viel mehr Menschen dabei helfen kann, an sich zu glauben sowie unbeirrt ihren Weg zu gehen, unabhängig von gesellschaftlichen Normen und Meinungen anderer. Denn wo wäre Arnold Schwarzenegger heute, wenn er auf die Leute gehört hätte, die ihm gesagt haben, man könne mit einem österreichischen Akzent kein erfolgreicher Hollywoodschauspieler werden?

Gibt es bereits Termine für weitere Events in 2018?

Das nächste Mal kann man mich bei der „Augsburger Nacht der Impulse“ am 27. Januar live in Augsburg erleben. Die zweite „Augsburger Nacht der Impulse“ findet am 26. April, ebenfalls in Augsburg, statt. Beide Veranstaltungen werden von der Plattform „INDIVIDUELLA – Deine Gedanken. Dein Leben.“ organisiert. Dort trete ich zusammen mit fünf weiteren Speakern auf, die über verschiedene Themen aus verschiedenen Lebensbereichen referieren.
Weitere Informationen gibt es unter www.davidhejazi.de oder auf meiner Facebook Seite. Ansonsten bin ich natürlich jederzeit extern für Unternehmen, Veranstaltungen sowie diverse Institutionen buchbar.
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