Nach Vorfall im Wittelsbacher Park: Stadt warnt vor Eichenprozessionsspinner an zwei weiteren Stellen in Augsburg

Der Eichenprozessionsspinner befällt nur Eichen. Menschen können bei Berührung Rötungen, Schwellungen und Atemnot bekommen. (Foto: Polizei Schwaben Nord)
  Die Raupen des Eichenprozessionsspinners, einer Nachtfalterart, sind in der vergangenen Woche an drei Stellen im Augsburger Stadtgebiet entdeckt worden. Das teilt die Stadt nun in einem Pressebericht mit. Gegen die Tiere, die bei Menschen Rötungen, Schwellungen und Atemnot verursachen können, seien entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden.

Am Wochenende mussten sich bereits ein Kind und eine Kinderpflegerin in ärztliche Behandlung begeben, nachdem sie im Wittelsbacher Park mit den Tieren in Berührung gekommen waren.

Die Raupen treten in der Regel in Massen von mehrerenHundert Tieren auf und bewegen sich an Eichenstämmen prozessionsartig in die Baumkrone hinauf, um dort das Eichenlaub zu fressen.

Nach Angaben des Amtes für Grünordnung, Naturschutz undFriedhofswesen (AGNF) verbreitet sich die Falterart seit etwa 20 Jahren stark und ist bereits in den zurückliegenden Jahren im nördlichen Landkreis Augsburg bis hin zur Stadtgrenze
aufgetreten. Vor diesem Hintergrund habe das AGNF bereits seit mehreren Jahren mit dem Befall einzelner Eichen im Stadtgebiet Augsburg gerechnet. Nun habe man vor wenigen Tagen beinahe zeitgleich in der Südtiroler Straße, in der Uhlstettstraße und im
Wittelsbacher Park kleine Nester mit EPS-Raupen entdeckt.


Es gibt verschiedene Bekämpfungsmethoden. In einem sehr kleinen Raupenstadium kann mit Insektiziden gespitzt werden. Diese sind allerdings nicht artspezifisch und schädigen deshalbauch andere Insekten, so dass sie nur sehr gezielt eingesetzt werden sollen. Die sicherste aber auch teuerste Methode ist das Absaugen solcher Nester. "Für die Bekämpfung der Raupen in Augsburg wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet. So wurde das verhältnismäßig kleine Nest im Wittelsbacher Park sofortentfernt und entsorgt", heißt es von der Stadt. Das AGNF geht von einem dauerhaften und hohen Druck von
neuen Faltern aus den angrenzenden Gebieten aus.

Neue Fundekönnen dem AGNF unter der Telefonnummer 0821 324-6025, -6055 oder per E-Mail an agnf@augsburg.de gemeldet werden. Es besteht allerdings auch eine Verwechslungsgefahr – vor allem zu anderen Gespinnstmotten, die Sträucher und Bäume (z.B. Traubenkirsche, Pfaffenhütchen) befallen und teilweise kahlfressen. Diese Gespinnste sind optisch nicht sehr schön aber in der Regel ungefährlich.

Erkennungsmerkmale der Raupen:
- Vorkommen nur an Eichen
- Raupen treten in „Prozessionen“ auf
- weiße Behaarung und dunkler Streifen auf derRaupenoberseite, gelblich weiße Färbung auf der Unterseite
- Raupengröße zwischen einem und viereinhalb Zentimetern in sechs Larvenstadien.


Bäume, an denen der Falter gefunden wurde, werden vom AGNFdurch Hinweisschilder gekennzeichnet. Das Amt bittet die Bürger, diese Bäume unbedingt zu meiden. Raupen und ihre Gespinste sollen auf keinen Fall angefasst werden.


Bei Berührung sollte die Kleidung gewaschen und die Haut mitWasser und Seife gereinigt werden. Bei Auftreten von Hautreizungen oder Allergien (Asthma, Husten) sollte ein Arzt
aufgesucht werden.
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