Nächste Saison schon Staatstheater: Stadttheater Augsburg stellt das Programm der neuen Spielzeit vor

Den Spielplan der kommenden Saison hat das Leitungsteam des Stadttheaters gestern vorgestellt. (Foto: Jan-Pieter Fuhr)

Schon während der kommenden Spielzeit, die im September beginnt, soll das Augsburger Theater zum Staatstheater werden. Der Spielplan der kommenden Saison steht allerdings schon fest, und wird auch wie geplant durchgeführt. Gestern hat Intendant André Bücker zusammen mit der künstlerischen Leitung auf der Spielzeit-Pressekonferenz die Saison 2018/19 vorgestellt.

Für diese verspricht Bücker eine „Mischung aus bekannten Stücken des Repertoires, Stücken, die wir neu wiederentdecken, und auch aus ganz neuen Werken“. Operndirektor Daniel Herzog wies für die kommende Saison vor allem auf Bedrich Smetanas Oper „Dalibor“ hin. „Kurz gesagt ist das eine unbekannte Oper von einem bekannten Komponisten“, sagte er. Als eine Mischung aus „Ritter-Epos und tschechischem ’Fidelio’“ beschreibt das Theater die Oper in drei Akten, die von Regisseur Roland Schwab inszeniert wird. Außerdem wird das Musiktheater unter anderem Mozarts „Zauberflöte“, Jules Massenets „Werther“ sowie David T. Littles „JFK“ spielen.

Neue Brechtbühne eröffnet im Januar

Die Brechtbühne zieht im Januar in die neue „Brechtbühne im Gaswerk“ ein und wird hier auch gleich ein ambitioniertes Stück uraufführen: Den umfangreichen Roman „Europe Central“ wird Regisseurin Nicole Schneiderbauer zum ersten Mal für das Theater adaptieren. William T. Vollmanns Roman gewann 2005 den National Book Award und 2014 den Preis der Leipziger Buchmesse. „Die Geschichte erstreckt sich von 1906 bis 1976“, erklärt Schneiderbauer, „und bietet eine interessante Perspektive sowohl auf das Hitler- als auch auf das Stalin-Regime“.

Ebenfalls im Gaswerk, allerdings im Kühlergebäude, wird ab September ein thematisch passendes Werk gespielt. In der Trilogie „Gas“, bestehend aus den Stücken „Coralle“, „Gas I“ und „Gas II“ verfolgt Dramatiker Georg Kaiser in einer Familiensaga die Schicksale dreier Leiter eines Gaswerks, geprägt von den Eindrücken des ersten Weltkriegs. Für die jährliche Familienaufführung an Weihnachten wird Regisseur Joachim von Burchard Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker „Mio, mein Mio“ für die Bühne adaptieren.

Im Februar beginnt schließlich die Aufführung von Peter Shaffers „Amadeus“, das Regisseur David Ortman als „Dokufiction“ beschreibt. „Amadeus ist ein sehr musikalisches Stück für ein Schauspiel“, meint Ortmann. Es zeigt die ungleichen Komponisten Salieri und Mozart als Gegenspieler in einer Geschichte, die auch wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz ihre Version der Vergangenheit erzählt. Exlusiv fürs Augsburger Theater geschrieben und in der kommenden Saison uraufgeführt wird Dietmar Daths „Die nötige Folter“.

Das hochgelobte Ballettensemble unter der künstlerischen Leitung von Ricardo Fernando hat sich vieles vorgenommen. Unter anderem tanzt es ab dem 21. Dezember „Schwanensee“. In einer Eigenchoreografie Fernandos werden außerdem Vivaldis Violinenkonzerte „Die vier Jahreszeiten“ mit dem zweiten Violinenkonzert von Philip Glas, „The American Four Seasons“, kombiniert. Das Theater verspricht ein „poetisches Spiel der Mächte der Natur“.

Die Augsburger Philharmoniker spielen unter anderem „märchenhafte Musik“ von Humperdinck, Kerschek und Bartók - in einem Konzert, das gemeinsam mit den Münchner Symphonikern ein wirklich großes Orchester bietet. Im „Wunschkonzert“ können die Zuhörer entscheiden, welche drei von zwölf Stücken das Orchester spielt.

Ab September Staatstheater - das bedeutet auch höhere Kosten

Schon in der kommenden Spielzeit ab September hat Augsburg ein Staatstheater. Der Freistaat Bayern steigt ein. Die Nachricht von Ministerpräsident Markus Söder war mit großer Freude aufgenommen worden: In seiner Regierungserklärung hatte dieser erwähnt, Augsburgs Stadttheater werde zum Staatstheater aufgewertet. Später wurde deutlich: Es wird wohl, wie das Nürnberger, ein „halbes“ Staatstheater, geführt als Stiftung.

Vielleicht zahlt der Staat sogar von der 200-Millionen-Euro teuren Sanierung mehr als die bislang versprochene Hälfte. Allerdings sind die Gehälter für die Beschäftigten eines Staatstheaters höher als am Stadttheater. Das Augsburger Orchester zählt derzeit 72 Musiker, ein Staatstheater hat meist ein größeres. Auch das kostet – und zwar die Stadt Augsburg. Außerdem entscheidet der Freistaat über Stellenbesetzungen. Inwieweit Augsburg da noch mitreden darf, muss ausgehandelt werden.

Gestern fand die erste Besprechung zu diesem Thema statt. „Wir werden versuchen, die bestmögliche Qualität für unser Theater zu verhandeln“, versprach Kulturreferent Thomas Weitzel vor dem Treffen.
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