Neue Disziplin feiert im Kletterzentrum Augsburg Premiere

Das Landesleistungszentrum ist bundesweit die einzige Anlage, auf der alle drei Disziplinen trainiert werden können. Fotos: DAV/Marco Kost


Die erste Deutsche Meisterschaft im "Olympic Combined" fand am vergangenen Wochenende im neuen Landesleistungszentrum in Augsburg statt. Diese Disziplin kombiniert alle drei bekannten Formate, Lead, Speed und Bouldern und wurde ins leben gerufen, weil Klettern bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio erstmals olympisch sein wird. Darauf bereiten sich die Verbände weltweit nun im Rahmen nationaler Meisterschaften vor.

Das Landesleistungszentrum ist bundesweit die einzige Anlage, auf der alle drei Disziplinen geklettert werden können. Die jeweils besten sechs Frauen und Männer des Qualifikationstages schafften es ins Finale am nächsten Tag. Dort traten dann am Sonntag die Athleten zunächst im Speed-Klettern gegeneinander an. Anschließend fanden die Finaldurchgänge im Bouldern und zum Schluss im Lead-Klettern statt.

Obwohl es kaum Starter gab, die nicht ohne verdrehte Knie, angeschlagene Knöchel oder Schürfwunden durch den Wettkampf kamen, schenkten die Routenbauer den Teilnehmern im Lead nichts. Statt der üblichen 45 Züge mussten rund 60 Züge geklettert werden. Es war also zum Abschluss noch einmal Ausdauer gefragt.

Knappe Entscheidung im Finaldurchgang

Die ersten drei Damen, Frederike Fell, Johanna Holfeld und Romy Fuchs lagen nach zwei von drei Disziplinen mit jeweils sechs Punkten gleichauf. Lediglich der direkte Vergleich entschied das Ranking. Nach einem kraftraubenden Überhang mussten die Kletterinnen einen weiten Sprung nach rechts wagen.

Dort scheiterten alle Athletinnen. Ihr Ranking entschied sich deshalb durch die Kletterzeit und Frederike Fell gewann im Lead. Damit entschied sie die Gesamtwertung und somit die erste Deutsche Meisterschaft im "Olympic Combined" für sich. Platz zwei belegte Johanna Holfeld und dritte wurde Roxana Wienand.

"Frederike Fell hat in den letzten Wettkämpfen gezeigt, dass sie super fokussiert ist und einen sehr klaren Kopf hat. Sie hat verdient gewonnen", zeigte sich Bundestrainerin Friederike Kops nach dem Wettkampf zufrieden.

Die Favoriten setzten sich durch

Bei den Herren tauschten in den ersten beiden Wettkämpfen die Favoriten Jan Hojer und Yannick Flohé Platz eins und zwei. Wer von ihnen also in der Leadroute weiter kletterte, gewann den Titel. Yannick Flohé schaffte es auf der Route nicht bis zum Schluss und landete auf Rang drei. Damit war für Jan Hojer der Weg frei, doch auch er fiel beim gleichen Zug wie Flohé. Am Ende entschied die Zeit zwischen den beiden. Die Gesamtwertung und den Deutschen Meistertitel sicherte sich Jan Hojer knapp vor Yannick Flohé. Platz drei belegte David Firnenburg. (pb)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.