Neue Transitionsstelle für die Region

Das Transitionsteam des Bunten Kreises, Waltraud Baur, Brigitte Kurth-Landes und Isolde Stanczak (von links nach rechts), betreuen chronische kranke Jugendliche beim Übergang von der Jugend- hin zur Erwachsenenmedizin.

Bunter Kreis begleitet Übergang von der Jugend- hin zur Erwachsenenmedizin

Chronisch kranke Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang von der Jugendmedizin hin zur Erwachsenenmedizin begleiten – das ist die Aufgabe der neuen Stelle für Transition, die die Stiftung Bunter Kreis jüngst für die Region Augsburg aufgebaut hat.

Doch warum ist ein solches Angebot wichtig? „Studien belegen, dass ohne professionelle Hilfe bis zu 40 Prozent der jungen Menschen bei der Transition, also dem Wechsel von der Kinder- und Jugendmedizin in die Erwachsenenmedizin, scheitern. Das heißt, sie suchen sich keinen passenden neuen Arzt oder nehmen vereinbarte Termine nicht wahr“, erklärt Waltraud Baur, die Leiterin des Projekts. Dieses Verhalten bringt akute gesundheitliche Gefahren und zum Teil gravierende Spätfolgen für die Patientinnen und Patienten mit sich.

Begleitung von jungen Menschen zwischen 16 und 21 Jahren
Mit dem Aufbau einer Transitionsstelle für die Region Augsburg versucht der Bunte Kreis nun, chronisch kranke Jugendliche, z. B. mit Diabetes Typ 1 oder Epilepsie, dabei zu unterstützen, dass dieser Übergang gelingt. „Wir begleiten junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren und bei Bedarf auch ihre Eltern bzw. Angehörigen in allen Fragen, die mit dem Erwachsenwerden zu tun haben“, sagt Diplompädagogin Waltraud Baur. „Dazu nehmen wir frühzeitig Kontakt zu den Jugendlichen auf und führen Gespräche, um herauszufinden, was sie in ihrer Situation konkret benötigen und wie ihre weiteren Pläne aussehen.“

Chronisch kranke Jugendliche übernehmen Verantwortung für ihre Erkrankung
In dieser speziellen Lebensphase sind viele Jugendliche emotional belastet, haben Zweifel und zahlreiche offene Fragen: „Was ist, wenn ich mit meinem neuen Arzt nicht zurechtkomme?“ oder „Kann ich überhaupt alle Berufe ausüben?“ Die Mitarbeiterinnen der Transitionsstelle nehmen die Probleme der Betroffenen ernst und begleiten sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. So übernehmen die jungen Erwachsenen Schritt für Schritt die Verantwortung für die Behandlung ihrer Erkrankung. Umgekehrt müssen auch die Eltern lernen, loszulassen und ihren groß gewordenen Kindern zu vertrauen. „Dieser Prozess läuft nicht immer reibungslos und stellt für alle Beteiligten eine echte Herausforderung dar“, so Waltraud Baur. „Hinzu kommt, dass der spezielle Versorgungsbedarf der jungen Patienten bisher in der Erwachsenenmedizin kaum bekannt ist und die Strukturen dort eher auf ältere Menschen als auf Jugendliche ausgerichtet sind.“


Vernetzung mit Erwachsenenmedizinern
Die Mitarbeiterinnen der Transitionsstelle vernetzen den Erwachsenenmediziner mit dem bisherigen Arzt, organisieren Fallkonferenzen und binden die Krankenkassen ein. Je nach Bedarf werden auch andere Teams des Bunten Kreises miteinbezogen oder die Verbindung zu externen Kooperationspartnern hergestellt. „In der Regel unterstützen wir die jungen Menschen eineinhalb bis zwei Jahre“, so Waltraud Baur. „In dieser Zeit halten wir den Kontakt, begleiten den Prozess und werden bei Problemen aktiv. Wir bleiben so lange an der Seite der Jugendlichen, bis wir sicher sein können, dass der Übergang gelungen ist und sich eine stabile Versorgungsroutine entwickelt hat.“ Für die jungen Patienten und ihre Familien ist diese Hilfe grundsätzlich kostenfrei.


Kontaktstelle Transition im Bunten Kreis
Telefon: 0821/ 400-4858
E-Mail: transition@ispa.bunter-kreis.de
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