NINA schlägt Alarm: Warn-App meldet Schadensereignisse und Katastrophen in der Region aufs Smartphone

Mit NINA schneller vor Katastrophen gewarnt: Die App steht kostenlos zum Download bereit. Foto: Kristin Deibl


Ein Waldbrand im Siebentischwald, gefährliche Sturmböen, Hochwasser oder noch Schlimmeres - davor warnt bereits seit Dezember in der Region NINA, die Notfall-Informations- und Nachrichten-App. Jetzt wollen die Stadt Augsburg und die nordschwäbischen Landkreise dieses neue Hilfsmittel bekanntmachen.

Die Idee, das Smartphone als ständigen Begleiter vieler Menschen in die Warnung vor Katastrophen und anderen Schadenslagen einzubeziehen, ist nicht neu. In Augsburg laufe die Diskussion darüber seit 2014, wie Ordnungsreferent Dirk Wurm berichtet. Immerhin: Seit Ende 2017 ist NINA im AppleStore und GooglePlayStore kostenlos verfügbar. Die App selbst basiert dabei auf einem System des Bundesamts für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz (BBK), dem sogenannten MoWaS (Mobiles Warnsystem). "Wir haben uns verschiedene Anbieter angesehen, auch private, uns dann aber für NINA entschieden", sagt Wurm. Mit "wir" meint er neben der Stadt Augsburg auch die Landkreise Augsburg, Aichach-Friedberg, Dilingen und Donau-Ries, die alle gemeinsam hinter NINA stehen. Ein willkommener Bonus bei der Entscheidung für das System des BBK ist, dass für die ersten zwei Jahre keine Kosten anfallen. Erst danach müssten Stadt und Landkreise bezahlen. Doch die Beträge halten sich in Grenzen. Wurm schätzt die Kosten auf 4000 Euro im Jahr pro Gebietskörperschaft.

Tatsächlich scheint die App auch solch einen Betrag wert zu sein. Die Nutzer können eingeben, für welchen Ort sie Warnmeldungen haben möchten. Liegt für den eingetragenen Bereich eine Warnung vor, erfolgt direkt die Benachrichtigung. Zusätzlich oder alternativ lassen sich die Warnungen auch für den aktuellen Standort anzeigen, eine aktivierte GPS-Ortung vorausgesetzt. Herausgegeben werden die Meldungen von der Integrierten Leitstelle. Diese sei schließlich rund um die Uhr besetzt und am besten über Gefahrensituationen informiert, argumentiert Wurm.

Für die Evakuierung der Augsburger Innenstadt im Dezember 2016 hätte Frank Habermaier, der Leiter des Augsburger Amtes für Katastrophenschutz, gerne die App gehabt. Man hätte noch umfassender informieren können, ist er überzeugt. Wann die App zum Einsatz kommt, richtet sich freilich nach der Schwere des Ereignisses. Habermaier sieht die App hier in einer Kategorie mit den Sirenen, vielleicht erfolge die Alarmierung ein bisschen niedrigschwelliger. Konkret bedeutet dies, dass die App nicht über jede überschwemmte Unterführung nach Starkregen warnt. "Wenn aber Hunderte Keller überflutetet sind, dann vielleicht schon eher", sagt Habermaier und Ordnungsreferent Wurm betont: "Die App ist kein Spielzeug. Wir wollen nicht in Beliebigkeit verfallen." Und noch ein Hinweis ist ihm wichtig: "Es gibt keinen Anspruch darauf, gewarnt zu werden oder rechtzeitig gewarnt zu werden." Dies sei eine freiwillige Leistung.

Neben der ILS können auch die Landkreise selbst, in enger Absprache, Warnmeldungen für ihre Bereiche herausgeben. Und auch der Deutsche Wetterdienst verschickt seine Warnungen und Hinweise per NINA. "Solche Meldungen kommen auch, ohne dass wir eingreifen", sagt Habermaier.

Stadt und Landkreise werben nun mit Handzetteln und Plakaten für die Warn-App. "Mit NINA erreichen wir auch eine jüngere Generation", erhofft sich Sabine Grünwald, stellvertretende Landrätin im Landkreis Augsburg. ( Markus Höck )
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