Obruni

Hallo zusammen!
Seit Mittwochmorgen (24.07.2018) nun bin ich in der Hauptstadt Akkra angekommen.
Seit Mittwochmorgen drücke ich mich auch davor, einen ersten Eindrücken zu schreiben. Ich drücke mich daher davor, von meinen ersten Eindrücken zu erzählen, wovon es so uuuuunglaublich viele gibt, davon zu erzählen, wie wunderbar lieb die Leute in Ghana mich und meine Mitreisenden aufgenommen haben oder wie sehr mir die Wetterverhältnisse zu schaffen machen.
Ich habe Angst, davon zu schreiben, weil ich nicht glaube, dass ich die Situation hier gut einschätzen oder die richtigen Zusammenhänge ziehen kann.
Alles, was ich habe, sind Erfahrungen, die eine 21-Jährige aus Europa macht, ich kann euch nur ein paar oberflächliche Bilder vermitteln.
Ich sehe mich ebenfalls nicht in der Position, zu beurteilen, inwieweit es auch jetzt noch als kolonialistisch zu bewerten ist, dass wir „Weißen“, hier "Obrunis" uns anmaßen, andere Länder nach europäischen Standards „entwickeln“ zu wollen. Denn wer legt denn überhaupt fest, wie Menschen oder Länder sich verändern sollten? Jedoch bin ich der Meinung, dass jedem Menschen die Menschenrechte zustehen und das jedes Land diese zu beachten hat. Alle Menschen sind allein aufgrund ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet und diese Rechte sind für mich universell, unveräußerlich und unteilbar. Es gibt für die Menschenrechte noch viel zu tun. Denn obwohl das Bestehen von Menschenrechten heute von fast allen Staaten prinzipiell anerkannt wird, werden sie in vielen Ländern nicht eingehalten. Deshalb bin ich auch bei Amnesty. Im neuen Amnesty International Report 2017/18 findet ihr die Menschenrechtslage in 159 Ländern detailliert beschrieben. Zu Deutschland findet ihr etwas zu ANTITERRORMAßNAHMEN UND SICHERHEITRECHT AUF PRIVATSPHÄRE, FLÜCHTLINGEN UND ASYLSUCHENDE, DISKRIMINIERUNG, HASSKRIMINALITÄT, MISSHANDLUNGEN, WAFFENHANDEL, UNTERNEHMENSVERANTWORTUNG, RECHTE VON LESBEN, SCHWULEN, BISEXUELLEN, TRANS- UND INTERGESCHLECHTLICHEN – viele Aufgaben. Wenn ich den Mund aufmache, kann ich etwas bewirken. Also mache ich ihn weiterhin auf.
Ich möchte mit diesem ersten Eintrag unterstreichen, dass meine Eindrücke hier sehr subjektiv sind. Ich lerne nur einen verschwindend kleinen Teil von Ghana kennen. Spreche kein Twi. Kann nur mein Schulenglisch. Bitte nehmt das, was ich hier von mir gebe nicht als gesetzt. Ich bin absolut keine Expertin. Es kann durchaus sein, dass das was ich schreibe, kein bisschen authentisch für andere Regionen Ghanas ist. Alles was ich erwähne sind meine persönlichen Erlebnisse. Und ganz abgesehen davon, berichte ich natürlich auch aus einer sehr europäischen Sichtweise, die ich nicht ablegen werden kann, aber mit der ich versuchen werde, verantwortungsvoll umzugehen. Ob ich mich an das Klima wohl noch gewöhnen werde?

Ich habe euch mal noch ein Video verlinkt. In dem folgenden Video erzählt Chimamanda Adichie nun davon, wie gefährlich es sein kann, Schlüsse aus nur einer einzigen Geschichte zu ziehen:
The danger of a single story
https://www.youtube.com/watch?v=mgs2Do88zp0
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