Offener Brief an Ledvance: Kirchliche Organisationen fordern Konzept für Mitarbeiter

Der Augsburger Ledvance-Standort soll zum Jahresende schließen, 650 Mitarbeiter ihre Stellen verlieren. (Foto: David Libossek)

Augsburg (kd) In einem offenen Brief haben sich nun katholische und evangelische Arbeitnehmergruppen gemeinsam an Rüdiger Tibbe, Geschäftsführer von Ledvance, gewandt. Die kirchlichen Organisationen fordern das Unternehmen darin auf, den Beschäftigten ein "Zukunftskonzept mit Perspektive" anzubieten.

"Wir haben seit vielen Jahren beste Kontakte zu Ihrem Unternehmen, insbesondere zu den Beschäftigten und deren Betriebsräten. Wir begleiten sie seit Jahren durch Höhen und Tiefen, als Einzelne und als Gemeinschaft und sind nun sehr besorgt", heißt es im Schreiben der Katholischen Betriebsseelsorge, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (Kda) und der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa). Die Berichte über die Situation des Konzerns ließen nun aber Schlimmes befürchten, "insbesondere bangen wir mit den Beschäftigten in unserer Region in Augsburg um die Zukunft dieses Standortes", so die Organisationen.

Die Geschäftsführung des Lampenherstellers Ledvance hatte die 650 Mitarbeiter im November überraschend mit der Schließung des Augsburger Standorts bis zum Ende dieses Jahres konfrontiert. Deutschlandweit sollen sogar 1300 Stellen abgebaut werden. Seither kämpfen Betriebsrat und Gewerkschaft für den Erhalt des Augsburger Werks und arbeiten gemeinsam mit Wirtschaftsprüfern und Mitarbeitern an einem Konzept, das den Standort erhalten soll.

Die kirchlichen Arbeitnehmergruppen wollen die Beschäftigten mit ihrem Brief bei diesem Unterfangen unterstützen: "Wir sehen uns als kirchliche Organisationen in der besonderen Verantwortung, die betriebswirtschaftlichen Ziele immer wieder neu mit sozialen und menschlichen Zielen zu verknüpfen. Deshalb appellieren wir an Ihre soziale Verantwortung und an Ihre Fürsorgepflicht für die Ihnen anvertrauten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer." Ledvance solle den Mitarbeitern ein "Zukunftskonzept mit Perspektive" bieten, lautet der Appell der Organisationen an Tibbe. "Viel Geld ist verdient worden, viel Geld soll nun in den Personalabbau gesteckt werden, noch mehr aber sollte Geld in die Zukunft des Unternehmens investiert werden", fordern die Schreiber.
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