Parken in Augsburg: Park-and-ride-Plätze ausgelastet

Monate vor Beginn des Plärrers werden die ersten Zelte aufgebaut. Die Fahrgeschäfte folgen ein bis zwei Wochen vor der Eröffnung. Die Parkplätze schrumpfen sukzessive

Parkplatzsuche in Augsburg: Das ist so eine Sache. Die Geschäftsleute wünschen sich schon lange ein Leitsystem, damit Autofahrer besser in freie Parkhäuser finden. Warum es so lange auf sich warten lässt? Nun, es kostet Geld. Und Personal. Im Oktober aber, so die jüngsten Verlautbarungen der Stadt, fange im Baureferat ein Mitarbeiter an, der sich ausschließlich mit dem dynamischen Parkleitsystem befassen werde. Derzeit wirft zudem der Plärrer seine Schatten voraus. Wegen dem Volksfest fallen 800 Parkplätze weg.

Seit mehreren Wochen steht bereits die Doppelbock-Alm auf dem Plärrergelände. Diese nahm damit als erster Beschicker des Volksfests vielen Autofahrern den angestammten Parkplatz auf dem Gelände weg. 800 Stellflächen stehen dort, auf Augsburgs größtem Park-and-Ride-Platz, normalerweise zur Verfügung. Und zwar kostenlos. Außer im Advent zur Zeit des Christkindlmarkts. In diesen vier Wochen wird nämlich der Platz bewacht, man zahlt 1,50 beziehungsweise 2,50 Euro Gebühr und kann gegen Aufpreis gleich ein Straßenbahnticket in die City erwerben. In der Vergangenheit gab es Aufruhr, wenn Autofahrer es nicht einsahen, dass sie plötzlich, nur weil Weihnachten war, zahlen sollten. Einige durchbrachen einfach die Kasse.

Der Betreiber der neuen Doppelbockalm hat eine Sondererlaubnis. Er durfte schon Monate vor dem Herbstplärrer, der am 24. August beginnt und bis 9. September dauert, aufbauen. Grund: Man hatte mit dem Aufstellen der Blockhaus-Hütte noch keine Erfahrungswerte.
Anfang Juli folgte das Schallerzelt am anderen Ende des Kleinen Exerzierplatzes. Inzwischen haben Schausteller beim Haupteingang ein Absperrband gezogen, um weitere Areale des Platzes frei zu halten. Sie wollen in den kommenden Tagen beispielsweise die Leopardenspur aufstellen. Ab 13. August ist der Festplatz offiziell komplett gesperrt. Wer dann noch sein Auto dort abstellt, wird abgeschleppt.

Zumal im Wohngebiet rund um den Exerzierplatz reger Tiefbau herrscht, mehrere Einbahnstraßen angelegt wurden und einige Straßen gesperrt wurden, haben viele Pendler keine Chance mehr, in dem Gebiet einen Stellplatz zu finden. Es sei denn, sie zahlen: Vis-à-vis vom Plärrer gibt es rund ums ehemalige Möbelhaus viele kostenpflichtige Stellplätze.

Wer Schwabens größtes Volksfest erst abends besuchen möchte, könnte einen Parkplatz an der Senkelbachstraße finden. Das städtische Gelände dort wird montags bis freitags von 18 bis 1 Uhr sowie am Wochenende ganztags geöffnet. Während dem Feuerwerk an den Freitagen 24. und 31. August sowie 7. September wird die Schwimmschulstraße ab 22 Uhr komplett gesperrt.

Der Stadt ist das Problem der mangelnden Parkplätze rund um den Plärrer wohl bewusst. Sie empfiehlt dringend, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Aus dem Wittelsbacher Land etwa könnte man mit dem Zug anreisen und dann – weil die Straßenbahn Linie 1 bis 10. September wegen Gleisbauarbeiten (diese machen übrigens die Fahrt in Augsburgs Innenstadt via Blücherstraße besonders lustig) nicht verkehrt, in den Ersatzbus Linie 1 umsteigen und damit bis zum Königsplatz fahren. Dort steigt man um in die Straßenbahnlinie 4 Richtung Oberhausen zum Plärrer.

Schön ist eine Empfehlung auf der Internetseite der Stadtwerke. Dort wird nicht nur eine ziemlich absurde Anreise via Hauptbahnhof – umsteigen in den Zug zum Oberhauser Bahnhof – umsteigen in Straßenbahn 2 und dann in Straßenbahn 4 – gezeigt, sondern auch, als „Fahrt 5“, der Fußweg ab Hauptbahnhof. Binnen 18 Minuten ist man auf Schusters Rappen am Plärrer. Immerhin erspart man sich so das Gedränge in übervollen Trams und die Orientierung am futuristischen Kö. Während der Volksfestzeit ist die Langenmantelstraße, an der der Plärrer liegt, stadteinwärts nur einspurig befahrbar. Ein weiteres Nadelöhr für Autofahrer entsteht, zumal die Tram dort Vorfahrt hat.


Außer auf dem Plärrergelände gibt es mehrere Park-and-Ride Plätze, die sich für Pendler empfehlen:

 310 Parkplätze stehen an der Donauwörther Straße zur Verfügung, nicht weit von der Autobahn-Ausfahrt Augsburg-West nahe der B 17. Die zugehörige Haltestelle der Straßenbahnlinie 4 heißt „Augsburg Nord“. Bis zum Königsplatz ist man eine gute Viertelstunde unterwegs. Falls man dort einen Stellplatz findet. Den der Park & Ride Platz „Augsburg-Nord“ ist ausgelastet und nicht erweiterbar.

 Am Spickelbad an der Siebentischstraße nahe Friedberger Straße stehen 200 Parkplätze zur Verfügung. Tipp: Er gilt als nicht voll ausgelastet. An der Haltestelle „Localbahn“ kann man in die Buslinien 32 und 36 umsteigen. Problem: Diese fahren nicht, wie die Tram, im Fünf-Minuten-Takt zum Kö, sondern alle zehn bis 20 Minuten.

 Den Park-and-ride Platz Friedberg-West mit 300 Stellplätzen erreicht man über die Lechhauser oder Augsburger Straße oder den Chippenham-Ring. Man kann in die Straßenbahnlinie 6 umsteigen, die unter der Woche tagsüber im Fünf-Minuten-Takt fährt, und binnen einer guten Viertelstunde am Königsplatz sein.

 In der Hammerschmiede stehen 90 Parkplätze zur Verfügung. Der Platz soll irgendwann erweitert werden. Man erreicht ihn über die Neuburger oder Mühlhauser Straße, Abzweigung Friedl-Urban-Straße. Von dort kann man mit dem Bus 23 oder 44 in knapp 20 Minuten zum Kö fahren. 
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