"Schwaben ist eine Gewinnerregion": 1000 Gäste auf dem Neujahrsempfang der IHK

"Neue Perspektiven auf Innovation" heißt es auf der Grafik, die IHK-Präsident Andreas Kopton (rechts) an Ministerpräsident Markus Söder übergab. Das Bild zeigt alle Technologiestandorte in Schwaben, an denen zukunftsweisend geforscht wird.
 
Ehrung für ehrenamtlichen Einsatz (von links): Hartmut Wurster, Franz Leinfelder, Katharina Wiedemann, Ernst Holme, Christian Dierig, Augustin Kröll und Petra Löwenthal wurden für ihr langjähriges Engagement für die IHK ausgezeichnet.

Eigentlich hätten sie ihre Reden gut kombinieren können, bemerkten Ministerpräsident Markus Söder und der frisch wiedergewählte IHK-Präsident Andreas Kopton am Ende des Abends. Beide stellten auf dem Neujahrsempfang der schwäbischen Wirtschaft, zu dem die IHK für Dienstagabend eingeladen hatte, ähnliche Themen in den Mittelpunkt: Konjunktur, Energie, Infrastruktur und Fachkräftesicherung.

"Die Region Schwaben ist eine Gewinnerregion", sagte Kopton. Er war kurz vor seiner Rede von der IHK-Vollversammlung zum dritten Mal zum Präsidenten der Kammer gewählt worden und blickte vor den rund 1000 Gästen, die für den Neujahrsempfang in den Kongress am Park gekommen waren, zunächst auf die Entwicklung der Fuggerstadt in den vergangenen Jahren zurück. Die Uniklinik, der Innovationspark, Gründerzentren und nicht zuletzt die Umwandlung des Stadt- in ein Staatstheater seien entscheidend für den Wirtschaftsstandort Augsburg gewesen. Neben der Konjunktur - "Wir sind vielleicht nicht mehr auf dem Beschleunigungsstreifen, aber immer noch mit hoher Geschwindigkeit unterwegs" -, Fachkräften und Infrastruktur, sprach Kopton auch über eine Entwicklung, die er kritisch verfolgt: Die Diskussionen rund um Diesel und die Automobilindustrie. "Wir sehen zu, wie der Ast, auf dem wir sitzen, abgesägt wird", sagte Kopton. Statt eines Dieselverbots schlug er etwa eine City-Maut vor, die das Fahren schadstoffausstoßender Fahrzeuge teurer aber nicht unmöglich machen würde. Kritik übte Kopton auch an Elektroautos, denn die Herstellung der nötigen Batterien beinhalte wieder eine Verschmutzung der Umwelt. Stattdessen regte der IHK-Präsident an, solle mehr Geld in die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe investiert werden.

Auch Ministerpräsident Söder sprach sich in puncto Luftverschmutzung gegen eine "Verbotskultur" aus. "Eine Angebots- und Mitmach-Kultur wäre besser", so Söder. Neben der Erforschung synthetischer Kraftstoffe, die der Freistaat bereits unterstütze, gibt es für den Ministerpräsidenten noch ein weiteres förderwürdiges Thema: Künstliche Intelligenz, zu der es auch in Augsburg entsprechende Projekte gibt. "Der Staat muss die Forschung fördern, das ist mir ein wichtiges Anliegen."

Ein Anliegen war es Söder auch, Augsburg anlässlich des Empfangs eine gute Bewertung auszusprechen: "Die Region gehört zu den erfolgreichsten Wirtschaftsstandorten in Deutschland und damit in der Welt", lobte der CSU-Chef.

Nach den Reden ging es am Dienstag an die Ehrung von sieben IHK-Mitgliedern, die sich über viele Jahre hinweg ehrenamtlich um die Kammer verdient gemacht hatten. Christian Dierig, Petra Löwenthal, Ernst Holme, Katharina Wiedemann, Hartmut Wurster, Franz Leinfelder und Augustin Kröll wurden für ihr Engagement zu Ehrenmitgliedern der Vollversammlung erklärt und bekamen feierlich Urkunden überreicht.

Den Ehrenmitgliedern und allen anderen Gästen des Neujahrsempfangs wünschte IHK-Präsident Kopton zum Abschluss seiner Rede "drei Gs für 2019: Bleiben Sie gesund, gelassen und gierig auf Neues."
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