Schwabens 72. Schule gegen Rassismus: Stetten-Institut ist Schule mit Courage

  Das Stetten-Institut ist eine "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Diesen Titel samt Urkunde und dem dazugehörigen Metallschild für die Schulhauswand überreichte der Regionalkoordinator der Bundesinitiative "Schule ohne Rassismus" Michael Sell der Schule. Die Patenschaft übernahm die Augsburger Profiboxerin und Weltmeisterin Nikki Adler, prominente Zeuginnen der Auszeichnungsfeier waren die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr und die Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht. Musikalisch umrahmt wurde die Verleihung durch Lehrkräfte und Schülerinnen.
Humorvoll stellte die Schülersprecherin Elena Rechner die Patin vor. „Weil Nikki Adler als Boxerin so viele Kämpfe gewonnen hat, werden wir als Schule den Kampf gegen Rassismus ebenfalls gewinnen!“, schloss Rechner die Vorstellung.
Nikki Adler selbst erklärte, warum sie sich als Patin gegen Rassismus engagiere. „Seitdem ich 15 war, wollte ich Boxmeisterin werden. Damals wurde ich dafür ausgelacht. Meine Familie stammt aus Kroatien und ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man ausgegrenzt wird. Ich habe mich durchgekämpft und kann inzwischen etwas von dem zurückgeben, was ich an Gutem erlebt habe. Ihr seid jung, ihr könnt heute damit anfangen, die Welt besser zu machen!“, wandte sie sich an die Schülerinnen.
Das Lachen konnte einem im Halse stecken bleiben bei den gespielten Szenen, die der Arbeitskreis Demokratie daraufhin auf die Bühne gebracht hatte. Rassismus findet sich so oft im Alltag - und zwar auf allen Seiten, war das Fazit der Szenen. Der Regionalkoordinator von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sagte im Anschluss: „Leider passieren immer noch viel zu oft solche Situationen im Alltag. Danke, dass Ihr etwas dagegen tun wollt. Wenn jemand ausgegrenzt wird, sollte man dagegenhalten. Das ist nicht so leicht, wenn man allein ist, diese Erfahrung habt ihr vielleicht auch schon einmal gemacht. Als Schule seid ihr nicht allein, sondern Teil des großen Netzwerkes "Schule gegen Rassismus". Ihr seid die die 72. Schule in Schwaben, die sich verpflichtet hat, gegen Rassismus zu kämpfen. Danke, dass ihr in Zukunft genau hinschauen wollt, dass ihr gegen Rassismus vorgehen wollt und einmal im Jahr einen Projekttag an der Schule machen wollt".
Schulleiterin Barbara Kummer sagte, sie sei stolz auf das Stetten-Institut und seine Schülerinnen. Sie dankte ihrer Kollegin Julia Gasteiger für ihre Initiative und ihr Engagement für das Projekt und ausdrücklich all ihren Kolleginnen und Kollegen, die das Projekt unterstützen.

Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.200 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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