Sicherheitskonzept überdacht: Augsburger Christkindlesmarkt soll besser geschützt werden

Seit dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt 2016 feilt das Ordnungsreferat an einem Sicherheitskonzept für den Augsburger Christkindlesmarkt. Erstmals soll der Markt den ganzen Tag über mit Zufahrtssperren geschützt werden. Foto: Klaus Rainer Krieger

Hell beleuchtete Buden, Weihnachtsmusik aus dem Lautsprecher, Glühwein, der die Hände wärmt, der Geruch nach Bratwürsten oder gebrannten Mandeln - und all das vor der Kulisse eines beeindruckenden Renaissancerathauses. Der Augsburger Christkindlesmarkt ist während der Weihnachtszeit nicht nur ein beliebtes Ziel für die Augsburger, sondern lockt auch Touristen aus weiter entfernten Gegenden in die Fuggerstadt. Ganze Reisebusse fahren an, um einen Adventstag in Augsburg zu verbringen.

Für die Unternehmen in der Stadt ist der Besuchermagnet wichtig. Denn wer schon in der Innenstadt ist, sucht vermutlich auch in anderen Geschäften nach Weihnachtsgeschenken oder wärmt sich nach dem Besuch des Marktes noch in einem warmen Café auf. Doch die vielen Besucher stellen auch eine große Verantwortung dar. Szenen wie beim Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016, als ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menge fuhr, sollen unmöglich gemacht werden. Dafür feilt die Stadt Augsburg seit 2017 an einem Sicherheitskonzept, das Poller und geparkte Lieferwägen der Händler als Durchfahrtssperren nutzt. So soll sichergestellt werden, dass keine unerlaubten Fahrzeuge zum Christkindlesmarkt vordringen können.

"Wir haben die letzten Jahre Revue passieren lassen und einige Dinge verändert", kündigte nun Ordnungsreferent Dirk Wurm auf der Pressekonferenz zum Christkindlesmarkt an. Denn bislang konnten die Zufahrtsperren aufgrund des Lieferverkehrs und um Anwohner zu entlasten erst ab 17 Uhr eingesetzt werden. In den Stunden zuvor - der Christkindlesmarkt öffnet um 10 Uhr - war der Rathausplatz ungeschützt.

Geschmückte Bäume auf den Pollern

Als Lösung hat das Ordnungsreferat nun beschlossen, die mobilen Zufahrtsperren statt in den Zufahrten "im inneren Bereich" aufzustellen, so Wurm, sie also näher an den Rathausplatz heranzurücken. Sie sollen dieses Jahr etwa in der Steingasse, der Kurzen Maximilanstraße der Annastraße oder der Martin-Luther-Straße stehen. Da sie dort den Verkehr weniger beeinflussen, können die Poller bereits ab 11 Uhr geschlossen werden. An jeder Sperre befindet sich außerdem Personal, um sie für den übrigen Lieferverkehr oder bei Notfällen zu öffnen.

Unter anderem die rot-weißen Poller vom Plärrer sollen zum Einsatz kommen. "Damit das ganze auch zum Christkindlesmarkt passt", so Wurm, sollen die neuen Sperren außerdem weihnachtlich dekoriert werden - und zwar mit geschmückten Christbäumen, "oben drauf". Schüler verschiedener Augsburger Schulen sollen die Bäumchen gestalten. Denn das weihnachtliche Gefühl sollen die Sicherheitsmaßnahmen möglichst nicht beeinflussen. Sie sollen nicht "kalt und technisch" aussehen, so Wurm: "Wir wollen niemanden abschrecken, sondern allen Besuchern ein maximal gutes Gefühl vermitteln, wenn sie zum Augsburger Christkindlesmarkt kommen."
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