So viel Schokolade essen die Augsburger im Jahr

114 Sattelschlepper- Ladungen Schokolade: Das vertilgen die Augsburger laut NGG im Jahr. (Foto: Pauliene Wessel123rf.com/ Symbolbild)

114 Sattelschlepper voll mit Schokolade: So groß ist der Hunger auf Süßes in Augsburg pro Jahr. Von Tafel über Praline bis hin zum Riegel: 2.730 Tonnen Schokolade aßen die Menschen hier zuletzt rein statistisch – gut 9,5 Kilo pro Kopf.

Beim Käse waren es 7.020 Tonnen – 24,5 Kilo pro Einwohner –  und beim Bier wurden 298.000 Hektoliter im Jahr getrunken (104 Liter pro Kopf). Schokolade, Käse, Bier – nur drei Beispiele, die zeigen, welche Bedeutung Lebensmittelindustrie und -handwerk haben, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Rund 1 540 Arbeitsplätze hängen in Augsburg laut Arbeitsagentur an der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln. „Die Branche ist aber nicht nur regional ein Schwergewicht. Nimmt man den Umsatz, ist sie der drittgrößte Industriezweig in Deutschland – ein Großteil der Produktion geht in den Export – und schafft es damit auf die internationalen Teller“, erklärt Tim Lubecki von der NGG Schwaben. So seien Hersteller aus der Region auch regelmäßig auf der Grünen Woche – der weltgrößten Agrar- und Verbrauchermesse – in Berlin präsent.

„Gute Lebensmittel sollten beim Einkauf etwas wert sein"

Mit Sorge sieht die NGG allerdings den Trend zur "Verramschung": „Gerade bei Getränken, Fleisch und Süßwaren erleben wir regelrechte Rabatt-Schlachten in den Supermärkten. Damit werden Lebensmittel oft weit unter Wert verkauft“, kritisiert Lubecki.

Weniger als 70 Cent für eine Tafel Marken-Schokolade sei in einer fairen und umweltgerechten Produktion nicht machbar. Solche Preise erhöhten den Druck auf die Beschäftigten und ihre Arbeitsbedingungen.An die Verbraucher appelliert die NGG daher, nicht nur auf den günstigsten Preis zu achten. „Gute Lebensmittel sollten den Menschen beim Einkauf etwas wert sein. Gleichzeitig können sie damit die heimische Wirtschaft stärken – und beim Essen neben dem Genuss auch noch ein gutes Gewissen haben.“ (pm)
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