Staatstheater Augsburg: Sanierung des Großen Hauses beginnt im Januar

So hell beleuchtet haben die Augsburger das Große Haus des Theaters schon lange nicht mehr gesehen. Seit 2016 ist es geschlossen. Nun beginnen die Sanierungsarbeiten. Foto: David Libossek

Augsburg - Im Juni 2016 fanden die letzten Vorführungen im Großen Haus des Augsburger Theaters statt, im Juli 2017 begannen die Arbeiten dann mit archäologischen Untersuchungen an der Stelle vor dem Gebäude, wo zukünftig der zweistöckige Technikkeller und ein gläsernes Orchesterprobengebäude entstehen sollen. Nun, rund eineinhalb Jahre nach der Schließung, eine rege Diskussion um die bei den Untersuchungen gefundenen Mauerreste und eine Umwandlung zum Staatstheater später, beginnen im Januar die Sanierungsarbeiten im Gebäude offiziell. Abgeschlossen soll dieser erste Bauabschnitt bis 2023 sein.

Geschlossen werden musste das Große Haus aus Brandschutzgründen. In der Vorbereitung auf die Sanierung ist der Großteil der Inneneinrichtung inzwischen entfernt worden, historische Bauelemente hat die Stadt eingelagert. Außerdem wurde die Gebäudesubstanz untersucht. Die Sanierung des Großen Hauses macht den ersten Bauteil der Theatersanierung aus. Im Abschnitt zwei sollen dann das Gesamtareal um das Theater, der Neubau hinter dem Großen Haus sowie der Orchesterprobensaal und eine Multifunktionsbühne nach Vorbild des Hoffmankellers in Angriff genommen werden.

Mit Beginn des Jahres wird das Gebäude nun von Strom, Wasser und Fernwärme getrennt, damit die Sanierung starten kann. Los geht es vorerst mit der Schadstoffsanierung und dem Abbruch nicht-tragender Teile. Bis 2023 sollen Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudebestandes durchgeführt werden. Dazu gehört etwa die statisch-konstruktive Ertüchtigung des Bühnenturms, die statische Sicherung überlasteter Decken- oder Tragkonstruktionen sowie die Errichtung neuer Treppen und Aufzüge, um den Brandschutz und eine behindertengerechte Nutzung sicherzustellen.

Außerdem werden die Foyers des Großen Hauses im Erdgeschoss sowie im ersten und dritten Rang neu gestaltet. Die Freiflächen sollen auch unabhängig von den Vorstellungen genutzt werden, etwa für Ausstellungen, Kulturveranstaltungen oder als Leseecke. Der Grundsatzbeschluss des Stadtrates sieht auch eine Gastronomie im Foyer des ersten Stockwerks vor, die von außen sichtbar und unabhängig vom Theaterbetrieb frei zugänglich sein soll. Die Terrasse im Foyer des dritten Rangs, die von der Vorderseite des Großen Hauses einen Blick auf das Fuggerboulevard ermöglicht, könnte den Plänen des Stadtrats zufolge ebenfalls frei zugänglich genutzt werden. Im zweiten Bauteil sollen dann auch der Verwaltungsbereich, die Probebühnen, Werkstätten und die Lagerräume neu geplant werden.

Insgesamt hat die Stadt für die Sanierung des Theaters 186,3 Millionen Euro veranschlagt, die Hälfte der Kosten übernimmt der Freistaat Bayern. Ob dieser Betrag eingehalten werden kann, ist aufgrund der Baukostensteigerung fraglich, die meisten Arbeiten sind noch nicht ausgeschrieben worden. Bereits vergeben wurde zum Beispiel der Abbruch der Aufzüge, demnächst sollen auch der Abbau der Theatertechnik und der Abbruch der Gebäude nördlich der Kasernstraße ausgeschrieben werden. Zeitlich gesehen ist der Bau auf jeden Fall bereits im Verzug: Nachdem der Stadtrat sich eine Denkpause von einem Monat gegeben hatte, um über den Erhalt der Stadtmauerreste vor dem Theater zu entscheiden, geht Architekt Walter Achatz davon aus, dass der nun geplante Erhalt der Stadtmauer eine Umplanung von etwa sechs Monaten zur Folge haben wird.

Zu einem Verzug in der Fertigstellung müsse das aber nicht unbedingt führen, da der Bau des Orchesterprobensaals, der zukünftig die Stadtmauerreste enthalten wird, sowieso erst im zweiten Abschnitt beginnt.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.