Stabübergabe an der Caritas-Altenpflegeschule

Friederike Ferstl (Mitte) übergab nach über 25 Jahren Leitung der beiden Caritas-Berufsfachschulen für Altenpflegehilfe und Altenpflege den Stab an ihren "Wunschnachfolger" Dietmar Köpernik (re.). Domkapitular Dr. Andreas Magg als Direktor des Diözesan-Caritasverbandes, der Träger dieser Schulen ist, sagte zu Köpernik: "Auf Sie wartet eine schöne und wichtige Aufgabe."

Lob und Anerkennung für ausgeschiedene Schulleiterin Friederike Ferstl - Auf Nachfolger Köpernik wartet "schöne und wichtige Aufgabe"


Augsburg, 11.09.2019 (pca). 1993 stand die Berufsfachschule der Caritas für Altenpflege in Augsburg kurz vor dem Aus. Nur noch 13 Schülerinnen besuchten sie. Die damalige Leitung des Caritasverbandes für die Diözese Augsburg e. V. suchte aber noch nach einer anderen Lösung. Sie lud Friederike Ferstl, damals stellvertretende Leiterin der Heimerer-Altenpflegeschule, zu einem Gespräch ein. Ferstl übernahm dann die Leitung der Schule und baute sie kontinuierlich auf. Heute besuchen jährlich fast 100 Frauen und Männer die Schule und erlernen in der einjährigen Ausbildung Altenpflegehilfe oder lassen sich in drei Jahren zu Altenpfleger/innen ausbilden.


Nach nunmehr über 25 Jahren Jahren geht Ferstl in den Ruhestand. Dietmar Köpernik, zuvor stellvertretender Leiter der Krankenpflegeschule am Diako in Augsburg übernahm die Leitung. Am Mittwoch sagte der Caritasverband für die Diözese Augsburg Ferstl „Danke“ für ihren Dienst als Schulleitung, Lehrerin, Begleiterin der Schüler/innen und als Caritas-Kollegin. Bei einem Festakt nach einem Dankgottesdienst in der St. Peter und Paul-Kirche in Augsburg-Oberhausen erfolgte in der Turnhalle der Berufsfachschulen die Stabübergabe.

Schon im Gottesdienst nutzte Diözesan-Caritasdirektor Domkapitular Dr. Andreas Magg die Gelegenheit, Ferstl den Dank des Caritasverbandes auszusprechen. „Sie haben über 25 Jahre das Geschick unserer Altenpflegeschule geleitet, sie gestaltet und ihr Ihre Seele gegeben“, sagte er zu ihr. Ferstl hätte stets „einen sorgenden Blick auf ihre Schülerinnen und Schüler“ gehabt. Sie sei „ein Brückenpfeiler“ für ihre Schülerinnen und Schüler gewesen, wenn sie Probleme hatten und es Schwierigkeiten gab. Köpernik lud er in seiner Festpredigt ein, wie schon zuvor Ferstl der Schule seine Handschrift zu geben. „Sie haben eine schöne und wichtige Aufgabe, die es gilt, gut und mit Maß auszuüben.“

Dass es einen harmonischen Übergang in der Leitung der beiden Berufsfachschulen der Caritas gebe, sei auch Ferstl zu verdanken. Sie habe Köpernik ins Spiel gebracht und ihn als Nachfolger vorgeschlagen, sagte Dr. Magg in seiner Begrüßung zum Festakt in der Turnhalle der Akademie für Pflegeberufe St. Joachim und Anna der Caritas und der Katholischen Jugendfürsorge in der Kapellenstraße in Augsburg-Oberhausen.

Ferstl genoss offensichtlich große Wertschätzung auch bei der Regierung von Schwaben. Dass eine Vertreterin des Freistaates Bayern an einer Abschiedsfeier einer Altenpflegeschule eines privaten Trägers teilnimmt, sei etwas Besonderes, sagte Reif von der Regierung von Schwaben. Ausdrücklich lobte sie Ferstls persönliche Haltung und ihr pädagogisches Ziel. „Sie hatten stets die Menschen und deren Wohlergehen im Blick. Sie haben Ihren Schülerinnen und Schüler vermittelt, dass sie nicht nur einen Job haben, sondern ihrer Verantwortung für ihre Mitmenschen insbesondere in der Pflege bewusst sein müssen.“ Ferstl habe sie auch deshalb beeindruckt, weil sie, so Reif, nie mehr eine andere Schulleitung erlebt habe, der die Schülerinnen und Schüler so am Herzen lagen, dass sie aus dem Stegreif zu jedem von ihnen berichten konnte.

Ferstls Stellvertreterin Karin Schretzenmeier lobte eigens Ferstls Führungsstil. Sie habe nie bei Problemen den Kopf in den Sand gesteckt. „Sie waren der Kummerkasten für Schüler wie auch uns Lehrer und hatten stets ein offenes Ohr für uns.“ Dass die Schülerinnen und Schüler immer mit Freude von ihrer Ausbildung zu Altenpflegekräften erzählten, „gibt Ihrer pädagogischer Arbeit Recht“.

Ferstl nahm in ihrer Abschiedsrede die Gäste mit auf eine biographische Reise. Sie zitierte ihren Vater, der ihr einmal gesagt habe: „Das Leben ist ein Jammertal. Dazwischen sind viele Rosen.“ Eine besondere Rose sei in ihrem Leben Schwester Luitildis von den Barmherzigen Schwestern gewesen. Ihr wie anderen Personen, die auf ihrem Lebensweg ihr ans Herz gewachsen sind, schenkte sie während des Festaktes eine Rose. Reif und ihren Kolleginnen und Kollegen von der Regierung von Schwaben als Aufsichtsbehörde sprach sie ihren besonderen Dank aus. „Wir haben immer sehr gut zusammengearbeitet und viel auf den Weg gebracht.“ Der Katholischen Jugendfürsorge dankte sie als Vermieter. Die Kooperation sei davon geprägt werden, „alle Wünsche nicht erst morgen zu erfüllen, sondern heute“. Sie erinnerte besonders an das gemeinsame Projekt mit der Berufsfachschule Benedikt von Nursia, bei dem junge Menschen mit besonderem Förderbedarf an der Berufsfachschule zu Altenpflegehelfern ausgebildet werden.

Ferstl lag die Zukunft der beiden Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Caritas besonders am Herzen. Sie hatte deshalb selbst nach einem Nachfolger gesucht. Ihr „Wunschnachfolger“ ist Dietmar Köpernik. Zu ihm sagte sie: „Ich freue mich, dass Du meinen Antrag angenommen hast.“

Auch wenn Köpernik auf ein gut geführtes Team in den beiden Berufsfachschulen aufbauen kann, so kann er sich nicht ins gemachte Nest setzen. Er muss die beiden Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe nach den bestehenden Lehrplänen noch fortführen und gleichzeitig die generalistische Ausbildung und die neue PflegefachhelferInnen-ausbildung vorbereiten. Ab 1. September 2020 werden nur noch diese angeboten. Hinzu kommt, dass die neue Caritas-Pflegeschule zum Start der Generalistik in eine neue Unterkunft umgezogen sein muss. Köpernik selbst spricht deshalb nicht ohne guten Grund von einer „enormen Herausforderung“. Was nun erforderlich sei, verlange Mut und Klugheit. „Wir müssen raus aus den vertrauten Strukturen“, sagt er nach dem Festakt im Gespräch. Das schrecke ihn keineswegs. Im Gegenteil. Für Köpernik tut sich damit die Möglichkeit auf, neue Ideen zu entwickeln.

Köpernik bringt für diese neuen Herausforderungen beste Voraussetzungen mit. Seit 1992 war der examinierte Krankenpfleger als Lehrer für Pflegeberufe an der Berufsfachschule für Krankenpflege am Diako in Augsburg tätig. Als deren stellvertretender Leiter war er ab 2012 für erste Schulversuche zur generalistischen Ausbildung mit verantwortlich. Neue Wege zu gehen und dabei auch nicht vor mutigen Entscheidungen zurückzuschrecken, das hat er schon in seinem Leben 1989 bewiesen. Köpernik war im Januar 1966 in Merseburg in der damaligen DDR zur Welt gekommen. 1989 war er zusammen mit seiner Frau unter den DDR-Bürgern, die damals die Chance der Öffnung der Grenze zwischen Ungarn und Österreich nutzten, um eine neue Heimat zu finden, in der sie Glauben und Meinung frei äußern und leben können.

Jetzt gehe er „sehr optimistisch“ an die Aufgabe heran. Sein Ziel sei es dabei, auch in der Ausbildung in der Pflege das Motto des Augsburger Diözesan-Caritasverbandes „Mensch sein für Menschen“ in den Alltag zu übersetzen und darauf hinzuarbeiten, „dass der Pflegeberuf als das gesehen wird, was er wirklich ist: ein schöner Beruf“. Die Konzert- und Vollblutmusikerin Sophie Rieth hat mit ihrer vielgestaltigen Musik davon einen Eindruck zu vermitteln versucht.
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