Stadtberger Geschichten: In Bewegung bleiben - Fitnessinseln in Stadtbergen

Sportlich in ihrem Element: Stadtzeitungs-Kollegin Sonja Schönthier beim Hangeln an der Fitnessinsel in Leitershofen. Foto: Monika Saller
 
Fitnessinsel Stadtbergen: Ausführlich werden Übungen und Trainingsplan erläutert. Foto: Monika Saller
 
Fitnessinsel Stadtbergen: Ganz schön wackelig. Für große Sportler ist diese Übung oft noch schwerer. Leonie übt hier öfter. Foto: Monika Saller

Es gibt Bewegungsmenschen, die nicht lange stillhalten können. Es gibt Couch-Potatoes, die einen Weg aus ihren Ausreden suchen. Es gibt Senioren und Kinder und alles dazwischen. Für alle diese Menschen hat Stadtbergen ein Fitnesskonzept für Bewegung an der frischen Luft.

Vereinzelt gibt es sie noch – die Trimm-dich-Pfade aus den 70er Jahren. Doch die meisten dieser Freiluft-Sporteinrichtungen, die ein weit verbreiteter Trend waren, hat sich die Natur längst zurückgeholt. Es gibt Kommunen, die diese einfachen, auf der Nutzung des eigenen Körpers als Widerstand beruhenden Übungsstationen – heute nennt man das „Functional Training“ – noch immer oder wieder pflegen. Auch in Leitershofen gab es so einen Pfad, doch die Stadt hat eine andere Idee aufgegriffen, um ihren Bürgern, egal welchen Alters, Spaß an der Bewegung im Freien zu vermitteln.

Training wie im Studio

Stadtbergen ist „Die Stadt, die viel bewegen will“ – auch ihre Bewohner. Nach dem Bau der neuen Dreifachhalle, die in erster Linie der Vereinsarbeit dient, und als Pendant zu Fitnessstudios wollte man der gesamten Bevölkerung eine leicht zugängliche Möglichkeit zur Verfügung stellen, die Fitness zu steigern oder sich körperlich zu verausgaben. Fitnessinseln, in jedem Stadtteil eine, wurden 2017 im Rahmen der Feiern zu „Zehn Jahre Stadtbergen“ installiert und feierlich eröffnet. Die Stadt hatte sich das 130.000 Euro kosten lassen.
In Stadtbergen, am August-Abenstein-Weg, befindet sich direkt hinter dem Altenhilfezentrum der Dr.-Georg-Frank-Stiftung, ein sehr gut erreichbarer Parcours aus etwa zehn Stationen. Hier ist es besonders leicht, sich Fitness anzueignen. Für Senioren, Kinder und Starter stehen die passenden Übungen zur Verfügung. Große erklärende Tafeln ersetzen den Trainer vor Ort und zeigen, wie sich die Übungsintensität und -häufigkeit bei konsequentem Training steigert. Zu Beginn steht jeweils eine Aufwärmphase mit Laufen im Gelände um die Insel herum oder auch durch die Anreise mit dem Fahrrad. Viele der Stationen beschäftigen sich mit Balance und Geschicklichkeit, aber auch Kraft und Ausdauer werden trainiert. Alleine oder gemeinsam mit der Familie und Freunden, können die Besucher hier Spaß an der Bewegung ausleben.
Auf den Tafeln gibt es ausführliche Empfehlungen zur Gestaltung des Trainingsplanes, inklusive Dehnübungen und Atemtechnik. Große Bäume spenden Schatten und ein ursprünglich als Teich angelegtes Biotop sorgt für eine angenehme Atmosphäre.

Überwiegend Kinder

In der Praxis sieht die Nutzung bei meinem Besuch so aus: Kinder turnen motiviert an Balancebalken, Slackline und Reckstangen – zu diesem Zeitpunkt vorbildlich begleitet von unterstützenden Erwachsenen, denn die Übungsanleitungen verkünden, dass die Geräte erst ab 14 Jahren benutzt werden sollen. Jüngeren Kindern diesen „Spielplatz“ auszureden, dürfte aber schwierig sein, obwohl sie für die eine oder andere Station tatsächlich noch ein wenig zu kurz sind.
Es sind Spaziergänger und Anwohner aus der nächsten Umgebung, die die Insel ansteuern. Die älteren Herrschaften aus dem benachbarten Heim sitzen auf den umstehenden Bänken und freuen sich am Anblick des Gewusels. Vielleicht ändert sich diese Aufteilung, wenn Ende Mai an dieser Fitnessinsel noch ein Highlight dazukommt: Die lange geplante Kneipp-Station mit Frischwasserbrunnen wird in unmittelbarer Nähe offiziell neu eröffnet werden. So wird das Areal sicher für noch mehr Interessenten zu einer attraktiven Anlaufstelle.

Unterschiedliche Schwierigkeit

Ganzheitliches Körpertraining genießen auch die aktiven Besucher der Fitnessstation am Rand der Deuringer Heide. Am Ende der Kapellenstraße in Deuringen geht es in den Wald, der Parcours ist ausgeschildert und nach nur wenigen Gehminuten leicht zu finden. Auch hier stärken die Sportler ihre wichtigsten Muskelpartien, fördern ihr Herz-Kreislauf-System und verbessern Geschicklichkeit und Mobilität.
Eine vierköpfige, sportlich gekleidete Familie macht während ihres Fahrradausfluges Halt an den Geräten. Helme ab und los geht es. Besondere Aufmerksamkeit widmen sie der Station „Ball werfen“. Auf einem wackeligen Podest stehend, zielt man mit einem Ball in einen Korb – die vier Sportler haben sichtlich und hörbar Spaß.
Ein Vater wird von seinen halbwüchsigen Kindern durch den Zirkel gescheucht. Auch diese drei Nutzer halten sich lange an der Fitnessinsel auf und haben viel Freude. Genau wie in Stadtbergen gibt es auf den Infotafeln Ideen, wie die Intensität der Übungen gesteigert werden kann. Die Geräte und Erläuterungen ähneln denen im August-Abenstein-Weg, weisen aber einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad auf.
An dieser Fitnessinsel kommt zum sportlichen Ereignis das landschaftliche Erlebnis der Deuringer Heide dazu. Den Parcours selbst ziert ein schöner Baum, der im Frühjahr durch seine Blütenpracht auffällt.

Vom Hangeln und Klettern

Die dritte Fitnessinsel erreicht man zu Fuß in etwa 15 Minuten vom Wanderparkplatz am Herrgottsberg in Leitershofen. Aber auch mit dem Rad ist der Platz problemlos erreichbar. Gut sichtbare Schilder weisen den Weg. Ortskundige kennen noch die „Rentnerhütte“, die bis vor kurzem in der Nähe stand.
Sportlich Ambitionierte kommen hier auf ihre Kosten. Die Geräte unterscheiden sich deutlich von den anderen Inseln in Optik und Anspruch. Viele davon könnten auch in einer Turnhalle stehen. Die Sprossenwand beispielsweise, oder die Ringe. Andere erinnern eher an Profigeräte aus einem Fitnessstudio. Ein Liegefahrrad findet man da und eine Beinpresse. Die Erläuterungen sind kurz und bildhaft, immer auch mit Angaben zum empfohlenen Herzfrequenzbereich, in dem sich der Sportler bewegen sollte – eine Pulsuhr oder -App bei sich zu haben, ist also von Vorteil. Die beanspruchte Muskelpartie wird ausgewiesen. Die Angaben sind in ihrer Knappheit leider nicht immer ganz eindeutig. So erschließt sich dem Turner aus der bildlichen Darstellung nicht so recht, wie er die angebotene Technik am besten nutzt, um den Klettermast zu erklimmen. Die Insel lässt sich perfekt in einen Trainingsplan integrieren und mit Joggen oder Moutainbike fahren ergänzen. Wer möchte, kann sich auch noch am nahen Walderlebnispfad bilden.
Bei sommerlichen Temperaturen empfiehlt es sich an dieser Fitnessinsel, ausreichend Sonnenschutz und Wasser dabei zu haben.

Keine Ausreden

Die Geräte an allen drei Fitnesspunkten sind sehr gut in Schuss und das jeweilige Gelände wird vom Bauhof gewartet.
Die Stadt sieht die Bewegungsparks in Wald und Flur als stimmige Ergänzung zu ihren bestehenden Angeboten – den drei Turnhallen in Leitershofen, Deuringen und Stadtbergen, dem Gartenhallenbad und dem Golfplatz in Leitershofen. Auch für Beachvolleyball und Nordic Walking sind an zahlreichen Orten die Voraussetzungen geschaffen. Ausreden haben es da schwer!
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